Die meisten Anträge betreffen Zuschüsse für StromzahlungenAusgabe | Mittwoch, 27. Februar 2019

Vor zwei Jahren wurde die Caritas-Beratungsstelle in Wolfsberg um den Bereich der Sozialberatung erweitert, die sich speziell um Menschen in finanziellen Notlagen kümmert. 149 Frauen und Männern sowie 77 Kindern konnte bis jetzt geholfen werden.

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Wolfsberg. Quer aus allen sozialen Schichten kommen die Klienten der Caritas Beratungsstelle in Wolfsberg, die es seit 1991 gibt. Sie ist mittlerweile eine Institution in der Bezirkshauptstadt und gliedert sich einerseits in den Bereich Lebensberatung (psychosoziale Beratung, Suchtberatung, Psychotherapie auf Krankenschein) und seit zwei Jahren in den zweiten Bereich der Sozialberatung.

Sozialberatung seit 2017

»Jährlich werden 2.400 Beratungs- und Therapiestunden in Wolfsberg abgehalten. Durchschnittlich kommen jedes Jahr 600 Klienten zu uns«, erklärt Leiterin Claudia Reisenbauer. Bis vor zwei Jahren war es allerdings so, dass Klienten, die sich in finanziellen Nöten befanden, nach Klagenfurt zur Sozialberatung fahren mussten. Deshalb wird seit 2017 die Sozialberatung auch in Wolfsberg angeboten und die jetzt gezogene erste Bilanz bestätigt die Notwendigkeit dieser kostenfreien Beratung, für die die Sozialpädagogin Katja Stückler zuständig ist. In den vergangenen beiden Jahren konnte sie 149 Frauen und Männern sowie 77 Kindern helfen. 102 Anträge um Sozialhilfe konnten positiv erledigt werden. »Ein Drittel der Ansuchen betrifft Stromzuschüsse, ein Viertel Mietrückstände und 15 Prozent den Lebensunterhalt, wenn nach den monatlichen Fixzahlungen kein Geld mehr für Lebensmittel übrig bleibt«, erklärt Stückler. Dafür gibt es dann Hilfe in Form von Lebensmittel- und Kleidergutscheinen, Babyartikeln, Schulbeiträgen und Zuschüssen zu Mieten und Strom. Besonders oft treffen finanzielle Notlagen alleinstehende Frauen nach Scheidungen, die vorher finanziell von ihren Partnern abhängig waren. »Dabei spielt es keine Rolle, wie alt die Frauen sind oder ob sie Kinder haben oder nicht«, ergänzt Stückler.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Sozialpädagogin ist nach vorheriger Terminvereinbarung jeden Mittwoch von 8 bis 12 Uhr in Wolfsberg. In den Beratungsgesprächen erhebt sie Hintergründe, hilft bei der Erstellung eines Haushaltsplanes und vernetzt die Klienten gegebenenfalls mit weiteren Hilfseinrichtungen: »Uns geht es um Hilfe zur Selbsthilfe. Viele Leute wissen gar nicht um ihre Möglichkeiten. Wir helfen ihnen etwa bei den Anträgen zur Befreiung der GIS- und Rezeptgebühren und vermitteln sie zur Schuldnerberatung.«

Unangenehme Ratenzahlungen

Was vielen Klienten ebenfalls oft sehr unangenehm ist, ist das Vereinbaren von Ratenzahlungen. »Dann rufen wir bei den betroffenen Stellen an und machen das für sie aus«, so Stückler. Wofür es keine finanzielle Hilfe gibt, ist etwa das Begleichen von Strafen: »Dafür hätte wohl kein Spender Verständnis, aber es kommt immer wieder vor, dass auch dafür um Hilfe gebeten wird.« 

Was Reisenbauer allgemein in den vergangenen zehn Jahren als Leiterin der Caritas-Beratungsstelle in Wolfsberg auffällt, ist, dass sich das Geschlechterverhältnis der Klienten gewandelt hat. Waren vor einem Jahrzehnt maximal zehn Prozent der Klienten Männer, so sind es heute bereits 40 Prozent: »Die Menschen am Land werden immer offener und suchen die Beratungsstelle auf, darunter auch viele Männer.«

Caritas Beratungsstelle
Wolfsberg

Freidlgasse 12

9400 Wolfsberg

Telefonische Terminvereinbarung Sozialberatung: 0463/555 60-925 (Montag bis Donnerstag 8 bis 16.30 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr)

Terminvereinbarung Lebensberatung: Montag 15 bis 17 Uhr und Mittwoch 9 bis 11 Uhr

Zwei Psychotherapeutinnen, zwei diplomierte Ehe-, Familien- und Lebensberaterinnen sowie eine Suchtberaterin helfen in der Caritas-Beratungsstelle Wolfsberg. Einmal im Monat gibt es auch eine Rechtsberatung mit Anwalt Roland Schratter.

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