Wenn der Fuß zu kribbeln beginntAusgabe | Mittwoch, 20. Februar 2019

Die Krankheit tritt besonders bei Diabetikern und Alkoholsüchtigen auf. Der Verlauf kann, je nach Ursache und Schwere der Krankheit, sehr unterschiedlich verlaufen.

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Lavanttal. Ein Kribbeln, Brennen oder Stechen im Fußbereich, seltener auch in den Händen, kann ein erstes Anzeichen auf Polyneuropathie sein. Von dieser Nervenkrankheit, die das periphere Nervensystem (PNS) stört, sind rund 30 Prozent der über 65-Jährigen betroffen. Die Nervenimpulse werden im menschlichen Körper vom zentralen Nervensystem (ZNS) aus in die peripheren Körperteile geleitet und die aufgenommenen Reize von dort aus wieder zurück in das ZNS übertragen. Zum PNS gehören alle Nerven, die außerhalb des ZNS, das Gehirn und Rückenmark umfasst, liegen. Das beginnt bei den Nervenwurzeln, die seitlich an der Wirbelsäule austreten und geht hin bis zu den sensibelsten Nervenfasern. Wenn sie von der Polyneuropathie betroffen sind, kann das zu unterschiedlichen Beschwerden führen. In der Regel ist zu Beginn die Fußregion betroffen. Patienten klagen über eine beeinträchtigte Schmerzwahrnehmung, Taubheit oder ein Kribbeln. Dieses Gefühl nimmt mit der Zeit zu, woraufhin Folgeerscheinungen wie ein unsicherer Gang oder Gleichgewichtsstörungen auftreten.

Von unten nach oben
In der Regel steigen die Symptome, von den Füßen beginnend, am menschlichen Körper hoch. Nach den Fußsohlen sind in den meisten Fällen die Füße und anschließend die Unterschenkel betroffen. Durch das Taubheitsgefühl und die damit einhergehende falsche Schmerzwahrnehmung erhöht sich für die Patienten auch die Gefahr im täglichen Leben und das Risiko für Verletzungen steigt.  Es bleibt aber nicht bei den Extremitäten. Verschiedene Nervenfasern, unter anderem die motorischen und vegetativen, können geschädigt sein, was auch Einfluss auf den menschlichen Körper und seinen Bewegungsablauf hat.

Motorische Nervenfasern sind für die Muskeln zuständig. Sie leiten die Befehle des ZNS an die Muskeln weiter. Sind sie geschädigt, kann kein Signal mehr an den Muskel übertragen werden. Die Folge ist eine fehlende Muskelkontraktion – der Muskel ist gelähmt.

Bei einer Sonderform der Polyneuropathie, der sogenannten autonomen Polyneuropathie, bleibt auch das vegetative bzw. autonome Nervensystem nicht verschont. Das vegetative Nervensystem regelt im Körper z. B. die Verdauung, die Schweißproduktion und das Herz-Kreislauf-System. Meist tritt eine Störung des vegetativen Nervensystems erst in einem späterem Stadium der Erkrankung auf und nicht von Anfang an. Typische Folgen sind z. B. Schwindel und Kollapsneigung bei Lageänderung (z. B. Aufstehen aus dem Bett) eine gestörte Schweißproduktion oder Verdauungsbeschwerden.

Unterschiedlicher Verlauf
Abhängig von Ursache und Schwere der Krankheit bzw. den vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten gibt es sehr unterschiedliche Krankheitsverläufe. Bei einer diabetischen Polyneuropathie beginnt die Krankheit schleichend, während sie sich beim Guillain-Barré-Syndrom innerhalb von Tagen oder Wochen entwickeln kann. Bei der Vermeidung von neurotoxischen Substanzen (z. B. Alkohol) kann es mitunter auch zu einem Stillstand der Krankheit kommen, während sie sich bei Einzelfällen (z. B. Chemotherapie) sogar zurückbilden kann.

ThemenKrankheit, Nerven, Gesundheit, Polyneuropathie, Lavanttal

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