Ruf nach Impfpflicht wird lauterAusgabe | Mittwoch, 13. Februar 2019

Nach den letzten Masernfällen in der Steiermark wird der Ruf nach einer allgemeinen Impfpflicht immer lauter. Wenig hält davon die türkis/blaue Bundesregierung, Uneinigkeit herrscht in der Ärztekammer, auch unter den Ärzten gibt es Befürworter und Gegner.

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Wolfsberg, Wien. Zuletzt wurden zahlreiche Masernfälle in Österreich bekannt. Dabei könnte die Krankheit längst besiegt sein. Ist eine Impfpflicht einzuführen? Nachdem es in der Steiermark zuletzt zu einem vermehrten Auftreten von Masernfällen gekommen ist, wagt nun der steirische Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) einen Vorstoß. Er möchte weitere Bundesländer gewinnen, um gemeinsam für die Einführung einer bundesweiten Impfpflicht zu kämpfen. Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) hat aber bereits abgewunken: Sie hält nichts davon, Leuten Vorschriften zu machen und möchte lieber auf Aufklärung und Information setzen.

Die Bestrebungen gehen dahin, die Eltern im Rahmen des Muter-Kind-Passes verstärkt zum Impfen zu bewegen.

Ärztekammer gegen Impfpflicht
Die Ärztekammer sieht in einer generellen Impfpflicht keine Lösung. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres ruft aber Patienten und Ärzte auf, regelmäßig den Impfstatus zu kontrollieren und Impflücken zu schließen.

Anders sieht es der Wolfsberger Kinderarzt Peter Sartori: »Es kann nur eine allgemeine Impfpflicht geben oder man gibt ungeimpften Kindern in den Betreuungseinrichtungen oder der Schule keinen Platz mehr.« Laut Satori sei in den vergangenen 25 Jahren in Österreich kein Fall von Impfschäden bekannt geworden.

Auch dem Argument der Bevormundung kann er nichts abgewinnen. »Es gibt die Gurtenpflicht und Tempolimits. Auch hier werden Menschen bevormundet – und bei der Impfpflicht geht es um Kinder. Was spricht also gegen eine Impfpflicht?«, fragt Satori.

Der Leiter des Impfreferates der Ärztekammer, Rudolf Schmitzberger, hofft auf eine Diskussion über den Nachweis eines aufrechten Impfschutzes bereits vor dem Eintritt in diverse Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Universitäten. Die Impfwelle der vergangenen Jahrzehnte, in denen beinahe jedes Kind immunisiert wurde, hat viele ansteckende Krankheiten in Europa zu einer Erscheinung der Vergangenheit gemacht. Unumstritten sind die Impfungen aber nicht.

Impfungen retten Leben
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) können heute fünf Millionen Menschen gehen, die ohne die weltweite Initiative zur Ausrottung der Kinderlähmung gelähmt gewesen wären. In einigen Ländern hat die zu geringe Durchimpfung zum Wiederaufflammen ansteckender Krankheiten wie Diphterie und Röteln geführt.

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