Produzent und Kameramann Roland Töfferl im InterviewAusgabe | Mittwoch, 16. Januar 2019

Roland Töfferl produziert Musikvideos und Dokus für Airlines. Aber auch selbst betätigt er sich immer wieder als Kameramann.

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Wann haben Sie Ihre große Leidenschaft für das Filmen bzw. Produzieren von Filmen entdeckt?

Das war eigentlich schon recht früh, richtig gestartet habe ich dann allerdings erst nach der Matura am BORG Wolfsberg. Gemeinsam mit ein paar Freunden und ehemaligen Schulkollegen habe ich damals das Filmprojekt »Emely« umgesetzt. Das war eine gute Erfahrung für mich und hat auch viel Spaß gemacht.

Und danach haben Sie Ihr Hobby zum Beruf gemacht?

Ich habe zunächst die Filmakademie in Wien besucht und in dieser Zeit zwei weitere größere Leinwandprojekte produziert. 2009 erschien der Film »Last Hours« und 2011 folgte das Drama »Der millionenschwere Abgrund«. Die Gründung meines Unternehmens »Radicle Media« erfolgte dann im Jahr 2014. Im Vorjahr wurde meine Firma in »Rolin Media« umbenannt. Ich organisiere sehr gerne und es macht mir sehr viel Spaß. Und außerdem wurde ich ja in eine unternehmerische Familie geboren, von daher war der Gedanke mit der Selbstständigkeit schon immer da.

Sie sind Produzent und Kameramann. Auf welche Art von Filmen haben Sie sich spezialisiert?

Ich produziere für drei Bereiche. Das sind Werbe- und Imagefilme für verschiedene Unternehmen, dann mache ich Musikvideos und Dokumentationen, wobei ich mich dabei auf das Musikbusiness und die Luftfahrtbranche spezialisiert habe.

Aber es war ein langer und harter Weg, bis Sie von diesem Geschäft leben konnten, oder?

Es war nicht immer leicht, vor allem am Anfang. Es hat fast sechs Jahre gedauert, bis ich die entsprechenden Connections hatte. In dieser Zeit musste ich viel Netzwerken. Aber wenn die Leistung passt, bekommt man auch Empfehlungen und das Geschäft fängt an zu laufen.

Wer zählt denn mittlerweile so zu Ihren Kunden?

Ich habe unter anderem Werbefilme für Actimel und Viper produziert und Dokumentationen für Luftfahrtunternehmen wie die  Lufthansa und Boeing gemacht. Im Musikbereich war ich 2015 für die Doku »We make music« verantwortlich, mit der ich zeigen wollte, wie die Branche in Österreich funktioniert.  Ich habe aber auch schon Andreas Gabalier einen Tag lang begleitet, wo wir zeigen, wie so der Produktionsablauf bei seiner Show funktioniert. Kürzlich habe ich ein Video mit Vanessa Dollinger, sie war vor ein paar Jahren Siegerin beim Kiddy Contest, in Los Angeles ein Musikvideo gedreht. 

Welche Dokus haben Sie über die Luftfahrtbranche gemacht?

Für die Lufthansa drehte ich eine Dokumentation über die Ausbildung der Flugbegleiter. Und auch ein Projekt mit der Überstellung eines Airbuses wurde verwirklicht. Als nächstes bin ich für Boeing im Einsatz. Dabei wird gezeigt, wie ein Flugzeug aus dem Werk in Seattle abgeholt und an einen Flughafen überstellt wird.

Sie sind ja viel auf der ganzen Welt unterwegs. Kommen Sie noch oft ins Lavanttal?

Ich bin meist einmal im Monat im Lavanttal, um meine Familie und Bekannte zu besuchen. Für mich ist das Lavanttal ein Rückzugsort um Kraft und Energie zu tanken. Ich bin sehr viel unterwegs und das weltweit. Aber nirgends ist es so schön, wie bei uns im Lavanttal.

Woher kommt Ihre Leidenschaft für die Musik, spielen Sie selbst in einer Band?

Nur mehr hobbymäßig, gemeinsam mit meinen Brüdern. Da spiele ich Schlagzeug. Wir haben ja noch immer einen Proberaum in Wolfsberg. Mich hat Musik schon immer interessiert.

Sie waren bzw. sind ja auch in der Jury von »The Voice«.  Wie sind Sie denn zu dieser Aufgabe dazu gekommen?

Durch meine guten Kontakte in die Musikbranche, die ich durch die Dokumentation »we make music« knüpfen konnte, wurde ich im Vorjahr gefragt, ob ich nicht Mitglied der Jury werden möchte. Und heuer bin ich bereits zum zweiten Mal dabei.

Sie haben schon mit zahlreichen Showgrößen, wie Christina Stürmer, Andreas Gabalier, Conchita Wurst zusammengearbeitet. Gibt es einen Künstler, mit dem Sie gern einmal ein Video oder eine Doku drehen würden?

Ein Traum von mir wäre einmal ein »Making of« mit einem der ganz großen Superstars aus der Musikbranche zu produzieren. Mit einer Künstlerin wie »Lady Gaga« wäre das natürlich etwas ganz Besonderes, denn sie ist nicht nur eine sehr gute Sängerin, sondern auch eine äußerst interessante Persönlichkeit. Aber an diese Künstler ranzukommen, da braucht es schon sehr gute Connections.

Sie sind nicht nur Produzent, sondern auch Kameramann. Stehen sie selbst noch hinter der Kamera?

Ja natürlich. Wir sind ein Team von vier Leuten und in diesem bin ich zwar der Firmenchef, aber auch der Kameramann. Ich mache das, weil es meine Leidenschaft ist, und so meine Vorstellungen auch ganz genau umsetzen kann.

Stehen schon einige größere Projekte für die Zukunft fest?

Im März ist eine Dokumentation über die Transplantation von einem Herz geplant. Dabei zeigen wir, den gesamten Vorgang. Wir beginnen mit dem Abholen des Herzens, den Transport im Jet bis zu dem Zeitpunkt, wo es dann schließlich verpflanzt wird.  Und im Sommer stehen dann umfangreiche Dreharbeiten für einige Musikvideos für Sony auf dem Programm.

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