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Nach Streit ums Geld mit der Stadt investierte Burschenschaft »signifikante Mittel« in neue Bleibe Ausgabe 11 | Mittwoch, 11. März 2026

Burschenschaft »Teutonia« zog nach monatelangem Zank mit der Stadt Wolfsberg aus ihrer »Bude« am Rathausplatz aus. Danach kaufte der Unterstützungsverein »Allgäu« ein Haus, in dem die Verbindung nun »repräsentative Gemeinschaftsräume« betreibt.

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Wolfsberg. Der Gemeinderat sah sich gezwungen, zu drastischen Mitteln zu greifen und die schlagende Mittelschulverbindung »Pennale Burschenschaft Teutonia zu Wolfsberg« vor die Türe zu setzen. Jetzt hat sie eine neue Unterkunft gefunden. »Mit dem Umzug in das geschichtsträchtige Gebäude Allgäu 1 verfügt die Burschenschaft nun erstmals über großzügige Räumlichkeiten im Herzen der Stadt, die nach umfassenden Investitionen offiziell eingeweiht wurden«, schreibt die Verbindung in einer Mitteilung. Und mit der Stadt Wolfsberg sei mittlerweile »alles geregelt, wir sind im Guten auseinander gegangen«, sagt ein Vertreter »Teutonia«.

Wie berichtet teilte der damals noch als Vizebürgermeister tätige Alexander Radl (SPÖ) in der Gemeinderatssitzung am 24. Oktober 2024 mit, er habe per dringender Verfügung das Bestandsverhältnis mit der Burschenschaft »Teutonia« am Rathausplatz gekündigt, sie also hinausgeworfen. 

»Mit der Stadt Wolfsberg ist alles geregelt, wir sind im Guten auseinander gegangen«
Ein Vertreter der Burschenschaft »Teutonia«

Hintergrund: Die  Stadt hatte der 1960 gegründeten Verbindung seit 1996 einen Raum – genannt »Bude« – am Rathausplatz 3 zur Verfügung gestellt. Dafür bezahlte die »Teutonia« nach heutiger Währung rund 73 Euro, inklusive Betriebs- und Heizkosten. Zuletzt betrug der Zins 150 Euro pro Monat. Der Stadt Wolfsberg entstanden aber Kosten von jährlich 11.700 Euro, rund 11.000 Euro davon machte der Stromverbrauch aus – denn es wurde elektrisch geheizt. Auf etwa 9.800 Euro Kosten pro Jahr blieb sie sitzen.

Als keine Einigung wegen der anfallenden Kosten zustande kam, wurde seitens der Stadt versucht, eine einvernehmliche Auflösung des Vertrags mit der Burschenschaft zu erreichen. Abgelehnt. Also wurde der Vertrag mit 30. September 2024 gekündigt, am 31. Dezember hätte die »Teutonia« den Raum am Rathausplatz verlassen sollen. Nur: Die ging nicht, worauf die Stadt gerichtliche Schritte androhte und die Nachzahlung der aufgelaufenen Kosten in den Raum stellte. 

Letztlich löste sich die Causa in Wohlgefallen auf. Man vereinbarte eine einvernehmliche Auflösung des Mietvertrags, die Burschenschaft zog Ende Juni 2025 aus. Und sie hat sich nun verbessert. 

Denn in der Mitteilung schreibt die »Teutonia«: »Der Auszug aus dem Gebäude neben dem Rathaus war für uns eine Chance für einen Neuanfang und zur Schaffung einer dauerhaften Bleibe. Mit dem eigenen Verbindungshaus Allgäu 1 haben wir nicht nur mehr Platz, sondern vor allem die Freiheit gewonnen, unser Gemeinschaftsleben modern und unabhängig zu gestalten.«

»Repräsentative Räume«

Das neue Domizil besteche durch zentrale Lage und eine durchdachte Raumaufteilung, die sich über zwei Geschosse erstreckt. Es besitzt »repräsentative Gemeinschaftsräume« für Veranstaltungen und Festkommerse. Auch sei nun ausreichend Platz für die Pflege des studentischen Fechtens. Laut einem Vertreter der Burschenschaft wurde das Gebäude vom Unterstützungsverein »Allgäu« gekauft, der die Räume an die »Teutonia« vermietet. Weitere Bereiche des Hauses werden ebenfalls vermietet, wodurch sich das Modell finanziell selbst trägt. 

Für die Instandsetzung »nahm die ›Teutonia‹ in den vergangenen Monaten signifikante finanzielle Mittel in die Hand«, heißt es in der Mitteilung. Und: »Durch die Revitalisierung eines historischen Gebäudes mitten in der Wolfsberger Altstadt am Ende der geschichtsträchtigen Sporergasse konnte das Stadtviertel durch den Umbau zu einem Innenstadtjuwel aufgewertet und das Gebäude vor dem Verfall bewahrt werden.« Dadurch leiste die Burschenschaft einen »bedeutenden Beitrag zur Verschönerung der Wolfsberger Innenstadt«. Das neue Heim diene nun als Anlaufstelle für Generationen von Bundesbrüdern und soll den Austausch zwischen Jung und Alt in einer zeitgemäßen Umgebung fördern. Laut dem Vertreter der Verbindung zählt sie derzeit 50 Mitglieder, darunter »Alte Herren« und Aktive.

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