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K industries wird noch heuer den Neubau beziehen: Was passiert danach mit den alten Kresta-Hallen?Ausgabe 12 | Mittwoch, 19. März 2025

Derzeit arbeitet K industries in diesen gemieteten Gebäuden. Die Aufschrift Kresta, der Name der Vorgängerfirma, wurde nie geändert. Was wird in Zukunft hier zu lesen sein?UN-Archiv

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St. Andrä. Die fortschreitende Bodenversiegelung ist auch im Lavanttal ein großes Thema. Vor diesem Hintergrund wird auch der Bau des neuen Standorts von K industries in Framrach betrachtet: Wie berichtet errichtet das Unternehmen nur wenige Meter vom bisherigen Firmensitz entfernt eine neue Produktionshalle samt Bürogebäude. Anlass des rund 25 Millionen Euro teuren Projekts auf dem etwa 30.000 Quadratmeter großen Grundstück ist der Umstand, dass K industries zuletzt nur Mieter war: Mit der Insolvenz des Vorgängerunternehmens Kresta im Jahr 2016 ging die ursprüngliche Betriebsstätte verloren. Sie wurde an einen Poggersdorfer Unternehmer verkauft und an K industries zurückvermietet. Um wieder Herr im eigenen Haus zu sein, wird jetzt gebaut.

»Ich bin optimistisch, dass wieder  Mieter gefunden werden« 
Andreas Fleck, Wirtschaftsreferent

Das Unternehmens-Magazin »Ki Kurier« schrieb in der Ausgabe Juli 2024, die Fertigstellung sei für das erste Quartal 2025 geplant, rund 140 Mitarbeiter sollen dann ihre neuen Arbeitsplätze beziehen. Ob der Termin hält, steht derzeit nicht fest, die Errichtung schreitet aber rasch voran. »Und was wird dann mit den alten Gebäuden?«, fragen viele Lavanttaler. »Haben wir in Framrach bald eine leere Industrie-Ruine stehen?« 

Unergiebige Anfrage

Die Unterkärntner Nachrichten fragten nach – erst beim Poggersdorfer Unternehmer, der 2017 medial als Käufer der Kresta-Gebäude genannt wurde: Gibt es bereits einen Nachmieter? Ein E-Mail blieb unbeantwortet, die telefonische Kontaktaufnahme war nicht ergiebiger: Mitgeteilt wurde lediglich, man werde das Mail beantworten, falls Zeit sei. Auf die Frage, ob sich die Framracher Immobilie überhaupt noch im Besitz des Poggersdorfer befände, gab es keine Auskunft, eine schriftliche Antwort traf nicht ein.

Weiter zur Gemeinde St. Andrä. Der für das Wirtschaftsressort zuständige Vizebürgermeister Andreas Fleck (SPÖ) bestätigte, dass der Poggersdorfer nach wie vor offizieller Eigentümer der Kresta-Hallen sei. Und wie geht es mit ihnen nach dem Auszug von K industries weiter? Fleck: »Sie werden wieder verwertet, also an Firmen vermietet. Wie und wann kann ich nicht sagen, die Gemeinde ist nicht der Besitzer. Aber ich bin optimistisch, dass wieder Mieter gefunden werden, denn es handelt sich um einen unserer besten Standorte, unmittelbar neben der Autobahn.«

Auf die Frage, ob die Stadt mit dem Besitzer in Kontakt sei, sagt Fleck: »Jein. Es gibt Gespräche, noch ist aber nichts spruchreif. Wenn K industries etwa Mitte des Jahres übersiedeln wird, soll es weitere Gespräche geben. Wir hoffen, dass sich ein neuer Mieter für die Halle findet.« 

»Die Lage, auch im Hinblick auf die Koralmbahn, ist für viele Unternehmen interessant« 
Maria Knauder, Bürgermeisterin

Als in St. Andrä der neue Euro-spar errichtet wurde, erteilte der Gemeinderat die Auflage, der alte Markt dürfe fünf Jahre lang leer stehen. Wird bis dahin keine Nachnutzung gefunden, muss er abgerissen werden. Frage an Fleck: Gibt es bei der Kresta-Halle eine ähnliche Regelung? »Nein«, sagt der Vizebürgermeister, »wir haben hier keine Handhabe.«

Neubau wird positiv beurteilt

Generell begrüßt Fleck den Bau des K-industries-Standorts: »Für die Stadt St. Andrä ist es natürlich gut, wenn das Unternehmen bei uns bleibt und sich nicht woanders niederlässt. Wir sind froh darüber. Viele Gemeinden im Tal kämpfen mit Betriebsschließungen oder -absiedlungen, die Kommunalsteuer der Unternehmen wird aber gebraucht.« Er ist zuversichtlich, dass daneben andere Firmen einziehen werden. »Unser Fokus liegt derzeit aber nicht auf den Kresta-Gebäuden, sondern den Flächen in der neuen Industrie- und Gewerbezone, wo wir weitere Unternehmen ansiedeln wollen.«

Die St. Andräer Bürgermeisterin  Maria Knauder (SPÖ) sagt: »Ich mache mir keine Sorgen, dass kein Nachfolger in der Immobilie in Framrach gefunden wird. Die Lage, auch im Hinblick auf die Koralmbahn, ist für viele Unternehmen sehr interessant.« Da sich die Kresta-Halle in Privatbesitz befinde, habe die Stadt selbst aber wenig Handlungsspielraum.

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