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Als vor 80 Jahren Franz P. die abscheulichsten Verbrechen der Kärntner Geschichte verübteAusgabe 35 | Mittwoch, 1. September 2021

Am Sonntag, 29. August, 80 Jahre nach den Morden von Franz Podritschnig, der eine Mutter und ihre fünf Kinder auf bestialische Weise tötete, wurde den Opfern gedacht. Der Autor Valentin Hauser ist den Bluttaten des Landarbeiters in einem Buch gefolgt.

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Griffen.  Am vergangenen Sonntag, 29. August, fand in Griffen eine berührende und würdevolle Gedenkmesse für die Opfer der Verbrechen statt, die vor genau 80 Jahren begangen worden waren. Zahlreiche Menschen waren zu der Veranstaltung in die Pfarrkirche Griffen gekommen, um der Opfer zu gedenken. Den Gottesdienst zelebrierte Pfarrer Alexander Miklau, der die damaligen Ereignisse wie einen roten Faden durch die Messe zog und dabei auf die schrecklichen Verbrechen, aber auch die Opfer und deren Familien einging.
Es war Freitag, der 29. August 1941, als der Landarbeiter Franz Podritschnig im Wölfnitzgraben die Keuschlerfamilie Verschnig überfiel und auf bestialische Weise die Mutter und fünf Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren ermordete. Am 30. September schlug der Mörder in Töllerberg (Völkermarkt) erneut zu und tötete einen dreijährigen Buben, dessen schwangere Mutter und die Großmutter. Europaweit wurde damals in Zeitungen darüber berichtet.

Insgesamt ermordete der vielfach vorbestrafte Gelegenheitsarbeiter im August sowie im September 1941 neun Menschen. Über die Hintergründe, die Jagd nach dem Mehrfachmörder, seine Verhaftung und die Hinrichtung berichtet der Griffener Chronist und Historiker aus Leidenschaft Valentin Hauser in seinem Buch »Die Bluttaten des Franz P.«, das 2018 erschienen ist. Es gibt Einblicke in die Hintergründe, die Tathergänge und die Folgen der dramatischen Handlungen des Mörders.

Es werden nicht nur die Mordtaten im Wölfnitzgraben und Töllerberg/Völkermarkt beschrieben, sondern in Nebenkapiteln unter anderen auch Lebensumstände erzählt, die Angehörigen der Ermordeten beschrieben, das Leben danach und wie eine behinderte Magd eine falsche Fährte legte.
Umfangreiche Recherchearbeit

Valentin Hauser sagt: »Es waren die schrecklichsten Verbrecher in dieser Gegend. So etwas hat es weder davor noch danach gegeben.« Dafür arbeitete sich Hauser durch zahlreiche Presseberichte, Unterlagen aus Archiven und Berichten von Zeitzeugen und Verwandten der beteiligten Personen. Lektoriert wurde das Buch von Hausers Freund Peter Handke. Der Literaturnobelpreisträger war übrigens mit den ermordeten Kindern verwandt und schrieb selbst in einem Buch über diesen Mordfall.

Rund 900 Stunden verbrachte Valentin Hauser mit seiner Recherchearbeit und sprach dabei mit 120 Zeitzeugen. Die Erstausgabe des Buchs im Jahr 2018 war innerhalb von 14 Tagen ausverkauft und wurde natürlich sofort nachgedruckt. Das 148 Seiten umfassende Buch ist im Hermagoras Verlag erschienen und in jeder Buchhandlung sowie beim Autor Valentin Hauser unter 0664 133 33 55 erhältlich.

Zum Autor
Valentin Hauser wurde am 11. Februar 1949 in Greutschach in der Gemeinde Griffen  geboren. Er ist Buchautor, Chronist und Komponist. Derzeit arbeitet er an einem Buch über die Partisanen auf der Saualpe. Bis zu seiner Pension war Hauser Gemeindebediensteter in Griffen. Er war aber schon immer ein sehr umtriebiger Mensch, der sich neben seiner Arbeit vielen Aktivitäten widmete.

Hauser war auch der Gründer und lange Zeit Leiter der Musikgruppe Griffner Buam. Der erste öffentliche Auftritt der Buam fand am 14. April 1968 in Mittertrixen statt, der letzte am 25. Oktober 1981 in Bad Hofgastein. In der Zeit des Bestehens der Gruppe absolvierten die fünf Vollblutmusikanten in fünf Ländern Europas mehr als 1.300 Auftritte und legten mit den Tourbussen mehr als  390.000 Kilometer zurück.
Rund 120 Musikstücke wurden auf Schallplatten vertont und in zahlreichen Rundfunkaufnahmen festgehalten. Zum größten Teil entstammen sie der Feder Hausers – entweder als Eigenkompositionen oder als Bearbeitungen.

Ausgezeichneter Koch
Neben seinen vielfältigen Tätigkeiten ist Valentin Hauser auch ein ausgezeichneter Koch. Er nahm 2002 an der ORF-Fernsehsendung »Frisch gekocht ist halb gewonnen« teil und wurde über das bundesweite Televoting zum »Kochchampion 2002« gekürt.

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