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Jännerrallye: Lengauer und Rausch holen Podium – trotz Reifenschadens und kaputter FrontscheibeAusgabe 3 | Mittwoch, 14. Januar 2026

Auf der ersten Sonderprüfung erwischten Lengauer und Rausch eine Schneestange, die die Windschutzscheibe des Skoda Fabia stark beschädigte. Ein Reifenplatzer am zweiten Tag entschied die Rallye. Am Ende wurde das Duo aber mit dem zweiten Platz belohnt.

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Freistadt. Traditionell am ersten Wochenende des neuen Jahres, geht im oberösterreichischen Freistadt die Jännerrallye über die Bühne, die damit auch Auftakt in die neue Rallye-Staatsmeisterschaft ist. Heuer nahmen die Boliden die 18 Sonderprüfungen von 2. bis 4. Jänner in Angriff, und bereits zum fünften Mal mit dabei war auch der Lavanttaler Jürgen Rausch. Erstmals war Rausch dabei an der Seite von Michael Lengauer, dem Sieger der Jännerrallye in den Jahren 2024 und 2025, unterwegs. Und das Duo erwischte einen denkbar schlechten Start bei der anvisierten Titelverteidigung Lengauers. Rausch blickt zurück und sagt: »Ja, der Start in die Rallye war alles andere als ideal. Zuerst ist uns das Auto am Start abgestorben, dann haben wir einen Schneestange erwischt, die uns die Windschutzscheibe kaputt geschlagen hat. Auch noch auf der gleichen Sonderprüfung mussten wir, weil wir die Linie etwas verpasst haben, einen Strommasten umrunden. Wir wollten die vorangegangenen Fehler ausmerzen, das hat leider nicht funktioniert.« 

»Im Nachhinein müssen wir, vor allem aufgrund der Umstände, mit dem Stockerl zufrieden sein«
Jürgen Rausch über die Jännerrallye

Doch trotz der Fehlermisere lag man mit nur 0,4 Sekunden Rückstand auf dem starken zweiten Platz. Vor der zweiten Sonderprüfung gab es die Überlegung, die Scheibe hinauszutreten und mit Skibrillen zu fahren. »Die Beschädigung durch die Schneestange war genau in Michis Sichtfeld. Aber nachdem die erste Sonderprüfung, was die Zeit betrifft, gut war, haben wir beschlossen, die Scheibe drinnen zu lassen und mit dem Riss weiterzufahren. Es war uns bewusst, dass wir etwas Zeit liegen lassen werden«, sagt der Co-Pilot. 

Lengauer und Rausch teilten sich ihre Reifen gut ein und konnten bei den abendlichen Sonderprüfungen auf Schnee deshalb einen Vorteil daraus ziehen. Ihren Rückstand von rund 20 Sekunden auf Leader Simon Wagner reduzierten sie zum Ende des ersten Renntags auf knapp sieben Sekunden. 

»Patschen« entscheidet Rallye

Schon in der ersten Sonderprüfung des zweiten Tages sollte sich die diesjährige Jännerrallye entscheiden. Lengauer und Rausch touchierten (vermutlich) ein Abwasserrohr beim Kurveneingang. Das linke Vorderrad des Skoda Fabia Rallye RS 2 löste sich in seine Einzelteile auf. Rund zehn Kilometer der restlichen Sonderprüfung fuhr man auf der Felge dem Ziel entgegen. Der Zeitverlust am Ende: Knapp 1,5 Minuten. »Da war uns natürlich leider sofort klar, dass der erste Platz außer Reichweite ist. Wir mussten danach etwas haushalten, weil wir zwar ein Reserverad mit hatten, aber beim zweiten Reifenschaden wäre die Rallye für uns vorbei gewesen«, erklärt Rausch. 

Ob man mit dem zweiten Platz am Ende trotzdem zufrieden ist? »Auf jeden Fall. Im Nachhinein müssen wir, vor allem aufgrund der Umstände, mit dem Stockerl zufrieden sein. Ohne die Fehler in der ersten Prüfung wären wir vielleicht sogar mit einem Plus gestartet. Das ist schade, aber so haben wir aufgrund der Fehler noch das Maximum rausgeholt«, sagt Rausch. 

»Die Jännerrallye gewinnt man nur, wenn man fehlerfrei bleibt. Das war ich heuer leider nicht«, findet Michael Lengauer nach der Rallye deutliche Worte. Er sagt aber auch: »Ich war nach dem Pech heute in der Früh natürlich kurz enttäuscht, aber andererseits bin ich hier Zweiter vor einem internationalen Toppiloten namens Mads Østberg, also das muss man dann schon auch richtig einzuordnen wissen.«

Die nächsten beiden Einsätze für den Lavanttaler an der Seite von Michael Lengauer sind zunächst die Rebenland-Rallye, die am 13. und 14. März stattfindet. Und nur einen Monat später, am 10. und 11. April, geht die 48. Lavanttal-Rallye über die Bühne. 

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