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Stora Enso in Bad St. Leonhard droht der Verkauf: Der Konzern prüft in diesem Jahr seine OptionenAusgabe 7 | Mittwoch, 11. Februar 2026

Der finnisch-schwedische Konzern unterzieht die sieben südlichen Werke einer strategischen Überprüfung. Der Fokus liegt auf der Verpackungsindustrie. Was mit dem Standort in Bad St. Leonhard geschieht, ist derzeit unklar. Ein Verkauf ist eine mögliche Option.

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Bad St. Leonhard. Stora Enso prüft die Zukunft seiner Sägewerks- und Holzbauaktivitäten in Zentraleuropa und damit auch in Bad St. Leonhard. »Diese Überprüfung, die für das Jahr 2026 geplant ist, umfasst eine Geschäftseinheit des Bereichs Wood Products mit sieben Sägewerken in Österreich, Tschechien, Polen und Litauen«, heißt es auf der Unternehmens-Website. Neben dem Standort in Bad St. Leonhard betreibt der finnisch-schwedische Konzern in Österreich noch Werke in Ybbs sowie in Brand, beide in Niederösterreich. Hinzu kommen zwei Werke in Tschechien sowie jeweils ein Werk in Polen und Litauen. Diese sieben Werke ergeben zusammen »Stora Enso Süd« und werden in diesem Jahr vom Konzern überprüft. 

»Es gibt noch keine klare Entscheidung, in welche Richtung es gehen wird«
Martin Nistelberger, Werksleiter Bad St. Leonhard

Auf Anfrage der Unterkärntner Nachrichten sagt Martin Nistelberger, Werksleiter in Bad St. Leonhard: »Es ist richtig, der Konzern prüft eine mögliche Anpassung bzw. Änderung seiner südlichen Sägewerke. Der Hintergrund ist, dass seitens der Konzernleitung verkündet wurde, dass man den Fokus in der Verpackungsindustrie sieht. Die Sägewerke sind nicht direkt daran angebunden. Deshalb gibt es derzeit eine Prüfung, was der Konzern damit vorhat.« 

Im Raum steht auch ein möglicher Verkauf – entweder aller sieben Werke in Bausch und Bogen oder nur der drei österreichischen Werke oder des Werks in Bad St. Leonhard allein. Doch wie und vor allem an wen ein möglicher Verkauf vollzogen werden könnte, lässt sich derzeit nicht sagen, wie Nistelberger informiert: »Ein Verkauf ist eine mögliche Option, das ist richtig. Aber es gibt noch keine klare Entscheidung, in welche Richtung es gehen wird. Deshalb lässt sich auch nicht sagen, ob es Interessenten gibt. Das ist abhängig davon, ob es zu einem Verkauf kommen soll oder nicht.«

Evaluierung in diesem Jahr

Wie sich ein möglicher Verkauf auf das Werk in Bad St. Leonhard auswirken könnte, ist daher auch schwierig vorherzusagen. Werksleiter Nistelberger meint: »Falls es zu einem Verkauf kommt, weiß ich nicht, was der Käufer vor hat bzw. was die Strategie eines möglichen neuen Eigentümers wäre. Es wurde klar kommuniziert, dass das Jahr 2026 als Zeitraum anzusehen ist, in dem evaluiert wird, in welche Richtung es für die sieben Werke gehen wird.«

Stora Enso ist der größte Schnittholzproduzent in Europa und ein weltweit führender Anbieter von nachhaltigen Holzbaulösungen, einschließlich der fortschrittlichen CLT-Elemente, für die globale Bauindustrie. Die sieben untersuchten Sägewerke haben laut Stora Enso eine Produktionskapazität von rund drei Millionen Kubikmeter und »bieten eine breite Palette von Schnittholzprodukten und Massivholzkomponenten an«. Stora Enso plant, noch im Jahr 2026 ein Update zu seiner strategischen Überprüfung vorzulegen. In der Zwischenzeit wird der Betrieb wie gewohnt fortgesetzt. Am Standort in Bad St. Leonhard werden derzeit 260 Mitarbeiter beschäftigt.

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