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Interkommunaler Gewerbepark gestorben, an neuer Form der Zusammenarbeit wird gebasteltAusgabe 39 | Mittwoch, 25. September 2019

Das Konzept für einen interkommunalen Gewerbepark im Lavanttal ist laut der Regionalmanagement GmbH fertig, gescheitert ist die Umsetzung an den Gemeinden. Nun wird an einem neuen Projekt gearbeitet, das beim Leader-Programm eingereicht werden soll.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Seit Jahren wird im Lavanttal regelmäßig ein interkommunaler Gewerbepark gefordert. Bislang scheiterte das Unterfangen an den Gemeinden des Tales. Nun scheint auch der angedachte Gewerbepark in der Nähe des zukünftigen Koralmbahnhofs gestorben zu sein. Fotomontage: UN

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Lavanttal. Seit mehr als zehn Jahren gibt es laut der Regionalmanagement Lavanttal GmbH (RML) bereits ein fertiges Konzept für einen interkommunalen Gewerbepark im Lavanttal. Umgesetzt wurde dieser bis heute nicht. Der Grund: Die Gemeinden des Tals fassten die entsprechenden Gemeinderatsbeschlüsse nie. Auch ein angedachter gemeindeübergreifender Gewerbepark in der Nähe des Koralmbahnhofs ist gestorben: Verhandlungen bezüglich entsprechender Grundstücke mit dem Stift St. Paul verliefen laut Landesrat Daniel Fellner (SPÖ) ergebnislos, da die Preisvorstellungen des Stifts und jene der Gemeinden und des Landes Kärnten zu weit auseinanderliegen. Nun seien laut dem Wolfsberger Bürgermeister und RML-Vorsitzenden Hans-Peter Schlagholz (SPÖ) neue Wege der Zusammenarbeit angedacht. Ein entsprechendes Projekt soll im Oktober beim LEADER-Programm eingereicht werden.

»Die Preisvorstellungen des Stifts St. Paul und des Landes Kärnten liegen sehr weit auseinander«
Daniel Fellner, Landesrat

In der Bezirkshauptstadt wurde darüber bereits vor über zehn Jahren diskutiert. Die Regionalmanagement GmbH (RML), in der alle Gemeinden des Lavanttals vertreten sind, wurde mit der Konzeption und Schaffung eines interkommunalen Gewerbeparks beauftragt. Umgesetzt wurde das Projekt allerdings nicht. Im Jahr 2016 wurde die RML GmbH einer genauen Prüfung des Rechnungshofs unterzogen. Im abschließenden Bericht wurde neben einigen anderen Punkten kritisiert, dass es im Lavanttal noch immer keinen interkommunalen Gewerbepark gibt. »Es gibt ein fertiges Konzept. Es scheitert an den Beschlüssen der einzelnen Gemeinden«, meinte RML-Geschäftsführerin Margit Thonhauser.

Standort in St. Paul

Mit dem Fortschreiten der Bauarbeiten am Koralmtunnel wurde schließlich die Idee geboren, in St. Paul einen interkommunalen Gewerbepark zu errichten. Landesrat Daniel Fellner (SPÖ) sprach sich dafür aus, einen solchen in der Nähe des zukünftigen Koralmbahnhofs entstehen zu lassen. 

Erste Gespräche wurden geführt. Doch mittlerweile scheint auch dieser Standort gestorben zu sein. Aus dem Büro von Landesrat Fellner hieß es auf Anfrage der Unterkärntner Nachrichten: »Bei der letzten Verhandlungsrunde mit dem Stift konnte zu diesem Thema kein Ergebnis erzielt werden, da die Preisvorstellungen des Stifts St. Paul und jene der Gemeinden und des Landes Kärnten sehr weit auseinanderliegen.«

Neue Konzepte

»An einer Form der interkommunalen Zusammenarbeit der Gemeinden wird gerade gebastelt. Bis Ende November soll ein Projekt fertig sein, das wir beim Leader-Programm einreichen möchten«, erzählt der Wolfsberger Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz (SPÖ) und meint weiter: »Dabei geht es um einen gemeinsamen Auftritt des Tales nach außen hin und die Zusammenarbeit der Gemeinden in Bereichen wie Müllentsorgung, Bautätigkeiten uvm.« Einiges habe sich laut dem Wolfsberger Bürgermeister in den vergangenen Jahren wohl schon getan. So hebt er ganz besonders den Studienlehrgang am PMS Wolfsberg hervor. Dieser sei eine Kooperation der Gemeinden, der Firma PMS, der Fachhochschule Kärnten und dem RML.

»An einer Form der Zusammenarbeit der Gemeinden wird gerade gebastelt«
Hans-Peter Schlagholz, Bürgermeister Wolfsberg

Auch beim künftigen Lithiumprojekt auf der Weinebene kann sich Schlagholz eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit sehr gut vorstellen. 

»Das schwierige bei der interkommunalen Zusammenarbeit  ist, dass jede Gemeinde ihre Einnahmen immer für sich behalten möchte«, meint Schlagholz abschließend.

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