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Bad St. Leonhard. Drei Jahre reifte das von Herbert Müller in der Manufaktur Müller gebrannte Destillat in Eichen- bzw. Sherryfässern. Nun ist der erste Bad St. Leonharder Whisky verkaufsfertig. Lange war nicht klar, welchen Namen das Erzeugnis tragen wird. »Wir haben ein Brainstorming mit Bekannten gemacht. Am Ende hatten wir über 40 Vorschläge gesammelt. Schlussendlich entschieden wir uns für ›Leoney‹, eine Wortkreation aus Leonhard und Whisky.«
Eine Gerstenmalz-Mischung mit Karamellmalz- und Rauchmalzanteil wurde zu klarer Würze verzuckert. Diese Würze wurde mit Whiskyhefe versetzt und so zur Gärung gebracht. Nach der zweiwöchigen Gärung erfolgte das Brennen der vergorenen Maische.
Das Ergebnis ist ein klares, reines und aromatisches Destillat mit 78 Prozent Alkoholgehalt. Der sogenannte »Jung-Whisky« wanderte anschließend für zwei Jahre in ein Bourbonfass und danach für ein Jahr in gebrauchte Sherry-Fässer. Nach der Lagerdauer wurde der Alkoholgehalt eingestellt. »Wir haben drei unterschiedliche Versionen ausprobiert. Eine hatte 40 Prozent Alkohol und war zu wenig gehaltvoll, die zweite war mit 45 Prozent zu alkoholisch. Deshalb einigten wir uns recht schnell auf die Variante mit 42 Volumenprozent Alkohol«, erklärt Herbert Müller.
»Am Gaumen präsentiert sich der Whisky mit wuchtiger Süße und reifer Frucht«
Herbert Müller über den Whisky
Geruch und Geschmack des bernsteinfarbenen Whiskys, der seine Farbe durch die Lagerung in den Fässern erhalten hat, beschreibt Müller so: »In der Nase machen sich sofort würzige Getreidenoten, genussvolle Karamell- und Vanilletöne, ein fruchtiges Aroma von Waldbeeren und Birnen sowie ein dezentes Raucharoma bemerkbar. Am Gaumen präsentiert sich der Whisky mit wuchtiger Süße, Aromen von Sherry und viel reifer Frucht. Man schmeckt eine deutliche Holznote, aber dennoch präsentiert er sich sehr gut ausbalanciert und fein abgerundet. Im Abgang verabschiedet sich der Leonharder Whisky mit langer und intensiver Würze. Reife Frucht und Eichenholz bleiben geschmacklich zurück. Das warme Malz klingt noch eine Weile nach.«
Müller, der mit seinem Bieressig heuer Landessieger und Sieger bei der Alpen-Adria-Verkostung wurde, plant, »Leoney« bei Prämierungen einzureichen: »Man benötigt Fingerspitzengefühl und eine gute Sensorik, um ein hochwertiges Produkt zu schaffen. Deshalb sind Einreichungen für einen persönlich wichtig, um zu erfahren, wie gut man gearbeitet hat, und natürlich auch, weil man eine professionelle Rückmeldung erhält.«
Tag der offenen Tür
Offiziell präsentiert wird »Leoney« am 26. November, wenn Müller zum Tag der offenen Tür in die Manufaktur lädt. Auch für das leibliche Wohl der Gäste wird gesorgt. Angeboten wird »Leoney« in zwei Flaschengrößen: Die 0,5-Liter-Flasche kostet 44 Euro, die 0,2-Liter-Flasche wird um 24 Euro zu haben sein.
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