Vorstoß zur Vereinfachung der Müllentsorgung: Gelbe Säcke und Papiertonnen für WolfsbergerAusgabe 42 | Mittwoch, 16. Oktober 2019

ÖVP brachte im Gemeinderat einen Antrag ein, laut dem künftig auch Plastik, Metall und Papier abgeholt und die derzeit oft vollen Müllinseln entlastet werden sollen. Der Wolfsberger Bürgermeister ist sekptisch und will geplantes landesweites System abwarten.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Kein seltener Anblick: Die Müllinsel in der St. Johanner Straße Ecke Dorfstraße ist des öfteren trotz der Bemühungen der Stadtwerke völlig überfüllt. Die Wolfsberger ÖVP schlägt vor, hier nur mehr Container für Glas und Altkleider aufzustellen, den verbleibenden Abfall aber getrennt an den Haustüren abzuholen. Foto: privat

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Wolfsberg. Einen Vorstoß zur Vereinfachung der Abfallentsorgung unternimmt die Wolfsberger ÖVP-Fraktion. Sie hat im Gemeinderat einen Antrag eingebracht, der den Titel »Umstellung der Müllabholung« trägt. Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz (SPÖ) steht der Idee skeptisch gegenüber und verweist auf eine bevorstehende einheitliche Regelung, die in ganz Kärnten gelten soll.

Die Türkisen schlagen in ihrem Antrag vor, »Ein- und Zweifamilienhäusern die sogenannten gelben Säcke für Kunststoff- und Metallverpackungen und eine eigene Papiertonne« zur Verfügung zu stellen. Bei den derzeit dafür vorgesehenen Müllinseln, die an öffentlichen Plätzen installiert sind, sollen danach nur noch Container für Glas und Altkleider platziert werden. Eine Bedingung der ÖVP: »Den Bürgern sollen keine zusätzlichen Kosten entstehen.«

»Mit der Umstellung kann das Thema der überfüllten Müllinsel behoben werden«
Aus dem Antrag der ÖVP-Fraktion

Die Fraktion begründet ihren Antrag so: »Diese Art der Müllabholung (Anm.: bei der auch Kunststoffe, Metall und Papier abgeholt werden) hat sich in anderen Städten und Gemeinden bestens bewährt, etwa in St. Veit, St. Andrä oder Velden. Dort sind den Bürgern keine zusätzlichen Kosten entstanden. Mit dieser Umstellung kann das leidige Thema der verschmutzten und überfüllten Müllinseln behoben werden.«

Prallvolle Container

Tatsächlich ist es manchmal nicht einfach, den eigenen Abfall ordentlich zu entsorgen. Die öffentlich aufgestellten Container sind mitunter so voll, dass sie aus allen Nähten platzen und den Wolfsbergern nichts anderes übrig bleibt, als ihre Säcke neben den Tonnen abzulegen – was grundsätzlich nicht im Sinne des Erfinders ist. Die Folge: Obwohl sich die Stadtwerke redlich bemühen, die Inseln in Ordnung zu halten, bieten sie des öfteren ein chaotisches Bild, das Anrainern und Benutzern sauer aufstößt. Teil des ÖVP-Begehrens, das im Gemeinderat dem zuständigen Ausschuss zugewiesen wurde, ist auch eine bessere Bewerbung der Müll-App, »damit sie von der Bevölkerung mehr angenommen wird«, wie es im Antrag heißt.

»Eine landesweite Regelung ist geplant. Jetzt das System zu ändern, wäre nicht zielführend«
Hans-Peter Schlagholz, Bürgermeister Wolfsberg

Die Müll-App wurde 2015 eingerichtet. Sie fragt den Nutzer nach der Adresse und informiert ihn über Abholtermine und Sonderaktionen, etwa Laubentsorgungen.

Bürgermeister Schlagholz meint zum ÖVP-Antrag: »Der Abfallwirtschaftsverband Lavanttal sagt, ab 2021 ist eine flächendeckende, landesweite Regelung der Müllentsorgung geplant. Ich halte es daher zu diesem Zeitpunkt nicht für zielführend, das System zu verändern, das kurz danach wieder umgestellt werden müsste.«

Vereinheitlichung sinnvoll

Derzeit gebe es in vielen Gemeinden unterschiedliche Systeme der Beseitigung, weshalb eine Vereinheitlichung laut Schlagholz sinnvoll sei. »Wir werden den Antrag  der Wolfsberger ÖVP natürlich überprüfen, aber ihn meiner Meinung nach nicht umsetzen«, so der Bürgermeister, laut dem sich die ÖVP bis 2021 gedulden müsse. 

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