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Wolfsberg. Am Mittwoch der Vorwoche, 21. Oktober, fand im Museum im Lavanthaus ein besonderer Abend statt, der dem Tischlerhandwerk gewidmet war: Drei Vertreter ihrer Zunft brachten dem zahlreich erschienenen Publikum die Arbeitsweisen und Planungs- sowie Fertigungstechniken der Tischlerei nahe. Dabei wurde deutlich, wie sehr sich das Handwerk in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt hat.
Hermann »Armin« Wech erzählte von seiner Tätigkeit als Restaurateur antiker Möbel – jede Epoche hatte ihre eigenen Lieblingsmöbel und einen eigenen Stil. So waren im Mittelalter und in der Renaissance Truhen sehr beliebt, die als Aufbewahrungs-, Sitz- oder auch Schlafmöbel dienten. Im Klassizismus wurden die Formen schlichter und geradliniger, und im Biedermeier begann der Siegeszug des Sekretärs, eines Möbels, das oft versteckte Geheimfächer aufwies, in denen das Bürgertum seine Geheimnisse verwahrte. Möbel aus allen möglichen Epochen werden von Wech restauriert, wobei fundierte Materialkenntnisse und größte Sorgfalt vonnöten sind.
Klaus Penz, der sein Meisterstück 1991 erstellte, berichtete vom großen Wandel des Tischlerhandwerks in den vergangenen Jahrzehnten. Dieser Wandel betrifft die verwendeten Materialien ebenso wie Stilformen und Design und auch die Planung: Wurde um 2000 noch meist händisch gezeichnet und die Pläne mit Tusche aufs Papier gebracht, so erfolgt die Planung heutzutage am Computer, auf dem drehbare 3D-Modelle für Anschaulichkeit sorgen.
Die aktuellen Entwicklungen und Trends wurden von Elena Schatz vorgestellt. Die preisgekrönte Nachwuchstischlerin ist ganz am Puls der Zeit, sie plant und designt und wählt mit Stilsicherheit die immer vielfältiger werdenden Materialien aus und ist mit der Computertechnologie bestens vertraut. Dennoch ist nach wie vor der Faktor Mensch am wichtigsten, betont sie, und die klassischen Fertigkeiten des Handwerkers sind nach wie vor gefragt.
Die Tischlerei ist der schönste Beruf der Welt und Holz der großartigste Werkstoff – darüber waren sich die drei Tischlermeister einig. Das vor allem junge Publikum bekam einen guten Eindruck davon vermittelt, wie glücklich und sinnstiftend die richtige Berufswahl sein kann.

Von Unterkärntner Nachrichten Redaktion
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