Renate Falke bringt Qi Gong aus chinesischem Übungszentrum direkt nach UnterkärntenAusgabe 41 | Mittwoch, 9. Oktober 2019

Zum dritten Mal reiste die Loibacherin Renate Falke heuer nach Beidaihe in China, um ihre Qi Gong-Kenntnisse zu vertiefen. Mit dabei war auch wieder ihr Sohn Friedemann, der mit dem Down-Syndrom zur Welt kam und von den Übungen besonders profitiert.

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Bleiburg.  Um die Wirkung des Qi Gong wissenschaftlich zu belegen, gibt es im chinesischen Stadtbezirk Beidaihe die »National Medical Qi Gong Training Base«, die unter der Leitung von Meisterin Liu Ya Fei steht. Ihr mittlerweile verstorbener Vater war der Gründer des Zentrums.

Dritte Reise nach China

Nach 2007 und 2009 war Qi Gong-Lehrerin Renate Falke (63) aus Loibach in der Gemeinde Bleiburg heuer das dritte Mal für mehrere Wochen in diesem Zentrum. Jetzt sind derartige Fortbildungen für Unterrichtende asiatischer Lehren nichts Ungewöhnliches, doch bei Falke ist die Sachlage etwas anders, denn bei allen Reisen war sie in Begleitung ihres Sohnes Friedemann (35) in China, der mit dem Down-Syndrom zur Welt kam. In Kärnten lebt Friedemann seit 2012 von Montag bis Mittwoch im AVS Wohnhaus in Sittersdorf, donnerstags bis sonntags betreut ihn seine Mutter im Wohnhaus in Loibach. »Ich hatte vor meiner ersten Reise nach China keine Betreuung für ihn, also entschloss ich mich, ihn mitzunehmen«, erinnert sich Falke.

Damals kam Friedemann das erste Mal mit Nei Yang Gong, einer Form des Qi Gong, in Berührung. Auch zum Erstaunen seiner Mutter nahm Friedemann begeistert an den Übungen teil, lernte schnell durch das Abschauen bei anderen und wurde immer selbstbewusster: »Seine Konzentration beim Üben ist bemerkenswert, was wegen seiner Behinderung oft Erstaunen bewirkt.« 

»Jeder Mensch profitiert«

Für Falke ist ihr Sohn der Beweis, dass jeder Mensch von Qi Gong profitieren kann. Auch bei den Übungseinheiten seiner Mutter, die dienstags in der AVS Sittersdorf unterrichtet (Details siehe Info-Box), ist Friedemann mit Begeisterung dabei. »Wenn man Menschen wie meinen Sohn in ihren jeweiligen Interessen fördert und ihnen Weiterbildungsmöglichkeiten bietet, kann das sehr viel bewirken«, ist sich die Qi Gong-Lehrerin sicher. Im Rahmen ihres China-Aufenthalts stellte Falke ihren Sohn und die positiven Auswirkungen des Qi Gong auf ihn auch bei einem Kongress vor.

Aus über 5.000 einzelnen Übungen besteht Qi Gong. Nei Yang Gong behandelt davon 24. »Ausgelernt hat man nie. Die Abläufe werden immer weiter verfeinert und mit jedem Mal dringt man tiefer in die Materie ein«, sagt Falke. In der Gruppe im Zentrum in Beidaihe drei Wochen lang gemeinsam zu üben, zu essen und zu wohnen, ist jedes Mal eine besondere Erfahrung. »Wobei man sagen muss, dass Beidaihe ein nobler Badeort ist, sehr sauber und gepflegt. Das ist keine typische chinesische Stadt«, räumt Falke ein.

Sie selbst schöpft aus dem Qi Gong Kraft für ihren Alltag zwischen der Verwaltung des künstlerischen Nachlasses ihres 1986 verstorbenen Mannes Hermann Falke, den Ausstellungen im Falke-Haus, der Betreuung ihres Sohnes und der Tätigkeit als diplomierte Qi Gong-Lehrerin: »Ich kann für mich sagen, dass ich einfach mehr Kraft in mir habe.«

Nei Yang Gong - wöchentliche Kurse im Falke Haus:
Montags von 16.30 bis 18.15 Uhr und von 19 bis 21 Uhr Fortgeschrittene.
Dienstags von 9 bis 10.30 Uhr Anfänger im Falke Haus (oder Termin nach Absprache) und von 18 bis 19 Uhr im AVS Sittersdorf.
Workshops im Falke Haus:
12. Oktober: 9 bis 11.30 Uhr Gesunderhaltende Selbstmassage Teil 1.
19. Oktober: 9 bis 11.30 Uhr Gesunderhaltende Selbstmassage Teil 2.
Seminar in der NMS Bleiburg am 9. und 10. November 2019 mit Dozentin Zhou Li und Anna Mietzner.
Nähere Informationen und Anmeldung: www.falke-haus.at, Rubrik Lebenspflege.

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