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Wien, Lavanttal. Erstmals kann Österreich über seinen »Fluss des Jahres« abstimmen: Der WWF hat neun Flüsse aus allen Bundesländern nominiert und ein Online-Voting gestartet, das noch bis zum 1. September läuft. Ausgewählt wurden die Kandidaten nach ihrem ökologischen Zustand, ihrer Artenvielfalt sowie ihrer Gefährdung und ihrem Schutzbedarf. »Unsere Wahl rückt wertvolle Flusslandschaften ins Rampenlicht, die durch Verbauung, Wasserkraft, Trockenheit oder fehlende Renaturierung stark unter Druck stehen«, sagt WWF-Österreich-Chefin Andrea Johanides.
Für Kärnten hat der WWF gemeinsam mit einer Fachjury die Lavant als Kandidatin nominiert. Sie ist Heimat für die seltene Uferschwalbe und europaweit stark gefährdete Fischarten wie den Semling bzw. die Hundsbarbe. Eingriffe in den Wasserhaushalt, Verbauung und ein Laugen-Störfall im Frühjahr zeigen, wie verletzlich dieses Flussjuwel ist.
»Die nominierten Flüsse stehen beispielhaft für Österreichs wertvolle Gewässer. Sie prägen Landschaften, geben seltenen Arten ein Zuhause und zeigen, was lebendige Flussräume für Mensch und Natur leisten. Genau solche Naturschätze müssen wir schützen, bevor sie nur noch eine Erinnerung sind«, sagt Toni Innauer, Olympiasieger und langjähriger WWF-Flussbotschafter.
Laut dem Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan sind nur mehr 14 Prozent der Fließgewässer in einem sehr guten ökologischen Zustand, mehr als die Hälfte ist sanierungsbedürftig. Rund 27.000 nicht fischpassierbare Querbauwerke zerschneiden Flüsse und Bäche. Wanderhindernisse, harte Verbauungen, Wasserkraftnutzung und die Folgen der Klimakrise schwächen viele Gewässer als Lebensräume, Wasserspeicher und Rückzugsräume für bedrohte Arten. Mehr als die Hälfte der heimischen Fischarten gilt laut Roter Liste als gefährdet oder ist in Österreich bereits verschwunden.
Die nominierten Flüsse
Nominiert für den »Fluss des Jahres« sind die folgenden neun Kandidaten aus allen Bundesländern: die Lafnitz im Burgenland als naturnaher Tieflandfluss mit Revieren für den Biber; die Lavant in Kärnten als Rückzugsort für bedrohte Fischarten wie den Semling; der Kamp in Niederösterreich als artenreiches Flussjuwel mit Eisvogel, Würfelnatter und Scharlachkäfer; die Vöckla in Oberösterreich als Heimat des bedrohten Huchens; die Saalach in Salzburg als wichtiger Fluss für die Äsche; die Schwarze Sulm in der Steiermark als Schluchtgewässer für Steinkrebs und Feuersalamander; der Lech in Tirol als einer der letzten großen Wildflüsse Österreichs und Brutgebiet für den Flussuferläufer; die Meng in Vorarlberg als naturnaher Alpenfluss mit wertvollen Schluchtlebensräumen, in denen Orchideen wie das Rote Waldvöglein vorkommen, sowie die Donau in Wien als Lebensader für den Nationalpark Donau-Auen und Lebensraum für Seeadler.
Das WWF-Voting läuft noch bis zum 1. September. Abgegeben werden können die Stimmen unter: www.wwf.at/flussdesjahres.

Von Unterkärntner Nachrichten Redaktion
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