Gastronomische Institution hat einen neuen Besitzer: Der »Frasswirt« in Kamp wurde verkauftAusgabe 20 | Mittwoch, 13. Mai 2020

Das bekannte Gasthaus in Frantschach-St. Gertraud gehört jetzt einer ungarischen Unternehmerfamilie. Was sie damit vorhat, wird (noch) nicht verraten. Was es auch sei, die neuen Eigner müssen sich in Geduld üben: Sie können derzeit nicht nach Österreich reisen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Der »Frasswirt« war viele Jahre lang ein kulinarischer Treffpunkt. Diese Tradition endete mit dem Tod von Wirt Johann Martinz (r.) im Vorjahr. Fotos: Regionalmanagement Lavanttal, UN-Archiv

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Frantschach-St. Gertraud. Eine gastronomische Institution im Lavanttal hat neue Besitzer. Der »Frasswirt« in Kamp in der Gemeinde Frantschach-St. Gertraud wurde an eine ungarische Unternehmerfamilie verkauft.

Das bestätigt Heinz Martinz, dessen Familie das Haus jahrzehntelang führte. »Ja, der Verkauf ist fixiert«, sagt er. Was mit dem »Frasswirt« künftig geschehen will, verrät Martinz aber nicht: »Das ist Angelegenheit der neuen Besitzer, die das selbst publik machen wollen. Ich will ihnen nicht vorgreifen.« Doch dass es Pläne gibt, verrät Martinz. Bis die ungarischen Käufer ihre Absichten kundtun, könnte es allerdings noch etwas dauern.

»Ja, der Verkauf ist fixiert. Was nun geschieht, wollen die neuen Besitzer selbst publik machen«
Heinz Martinz, Sohn des »Frasswirts« 

Denn wegen der Coronakrise haben sie derzeit keine Möglichkeit, ins Land zu kommen. Also muss auch eine eventuelle Wiedereröffnung in die Zukunft verschoben werden – wenn sie denn geplant ist.

Gastronomischer Fixpunkt
Der »Frasswirt« war lange Zeit ein gastronomischer Fixpunkt, der auch über das Tal hinaus Bekanntheit genoss. Wirt Johann Martinz, der am 18. November 2019 im 88. Lebensjahr verstorben ist, war ein bei seinen Gästen beliebtes Original. Aufgewachsen im elterlichen Gasthaus »Frasswirt«, entwickelte er  Leidenschaften für Motoren und den Wald. »Hansi«, wie er genannt wurde, gründete ein Transportunternehmen, dass er später in die Hände seines Sohns Gerald übergab. Trotzdem er bereits in den Sechzigern stand, startete er seine zweite Karriere als Gastwirt und machte aus dem »Frasswirt« einen kulinarischen Treffpunkt.

Mit seiner Frau Gretl schuf er die »Backhendl-Station«, worauf die gebackenen Hühner zum Highlight am Schönsonntag- und Kolomoni-Markt in Wolfsberg wurden. Mehr als zwei Jahrzehnte lang war das »Frasswirt«-Zelt auf den traditionellen Märkten ein beliebter Hotspot. Für das legendäre familiäre Ambiente im Festzelt sorgte die ganze Martinz-Familie.

Beim 429. Kolomonimarkt im Oktober 2018 war Johann Martinz das letzte Mal vertreten. Im Alter von 86 Jahren gab er das Zelt auf und widmete sich danach seiner Leidenschaft, der Jagd. Beim »Frasswirt« wurde aber weiterhin gefeiert, er blieb das Kommunikationszentrum der Umgebung, in dem Martinz’ Jagdfreunde gerne auf einen gelungenen Abschuss anstießen.

Eine Lücke
Der Tod von Johann Martinz hinterließ jedoch eine Lücke, die nicht mehr zu schließen war. Das Gasthaus schloss seine Pforten, die Familie begann nach einem Käufer zu suchen – und wurde schließlich fündig.

In Frantschach-St. Gertraud hoffen nun viele, dass der »Frasswirt« auch in Zukunft als Gasthaus erhalten bleibt. Man wird sehen ...

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