Der Schulleiter der NMS Wolfsberg fühlt sich vom Schulgemeindeverband übergangenAusgabe 19 | Mittwoch, 6. Mai 2020

In den Räumlichkeiten der NMS Wolfsberg wird ab dem neuen Schuljahr die Fachschule für Sozialberufe der Caritas untergebracht. NMS-Direktor Karl Umschaden freut sich über die neue Schule, ist aber über die Vorgehensweise des Schulgemeindeverbands verärgert.

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Wolfsberg. Mit Beginn des neuen Schuljahrs soll die private Fachschule für Sozialberufe der Caritas von St. Andrä in die Bildungswelt Maximilian Schell nach Wolfsberg verlegt werden. Räumlichkeiten werden dafür in der NMS Wolfsberg am Areal der Bildungswelt Maximilian Schell zur Verfügung gestellt. NMS-Schulleiter Karl Umschaden freut sich zwar, dass durch die Fachschule die Bildungswelt bereichert und aufgewertet wird, allerdings ist er über die Vorgehensweise des Schulgemeindeverbands ziemlich erbost. »Für den Bildungscampus ist es eine tolle Erweiterung. Nun gibt es von einer Kindergruppe über den Kindergarten, die Volksschule und die NMS eine durchgehende Betreuung und Ausbildung für Kinder und Jugendliche von drei bis 14 Jahre. Aber es stellt mich auch vor Probleme. Wir verlieren nun Räumlichkeiten, und ich muss irgendwie schauen, das zu kompensieren. Was mich ärgert ist, dass ich im Vorfeld nicht informiert wurde, sondern einfach vor vollendete Tatsachen gestellt wurde«, so Umschaden.

Insgesamt wird Umschaden für die NMS in Zukunft auf acht Räume verzichten müssen. Sechs Zimmer sind für die Klassen der Fachschule für Sozialberufe vorgesehen, und bereits vor einiger Zeit mussten zwei Klassenzimmer an die Volkshochschule abgegeben werden. »Ich wurde bei den Planungsarbeiten nie eingebunden, es wurde einfach von oben herab entschieden. Ich habe eine Ganztagsschule mit 60 Schülern, die haben nun ihre Freizeiträume teilweise verloren. Auch in den Turnsälen werden wir unsere Zeiten einschränken müssen«, erzählt Umschaden. Am Vormittag werden in Zukunft die ehemaligen Freizeiträume als Klassenzimmer genutzt, erst am Nachmittag stehen die Räume für die Freizeit zur Verfügung.

»Ich weiß, wo unser Bedarf liegt«
»Es wäre nett gewesen, mich bereits in der Planungsphase einzubinden. Schließlich kenne ich die Gegebenheiten der Schule und weiß, wo unser Bedarf liegt«, so Umschaden. »Aber es hilft kein Jammern, jetzt muss ich schauen, dass ich das bestmöglich hinbekomme.«

Auch eine Kindergruppe der LKH-Zwerge siedelt sich im Gebäude der NMS Wolfsberg an. Zwei Räume wurden dafür in den vergangenen Wochen adaptiert. Und dabei das selbe Dilemma: Umschaden wurde vor vollendete Tatsachen gestellt. Nach den Osterferien wurde er von den Bauarbeiten überrumpelt.  »Nach den Ferien wurde zu bauen begonnen. Ich wusste von nichts, und auf einmal standen die Arbeiter vor der Tür und fingen an. Wir mussten uns während der Schulzeit mit Lärm und Staub herumschlagen, Klassen mussten verlegt werden. Das hätte man auch während der Schulferien erledigen können«, ärgert sich Umschaden. Der Wolfsberger Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz (SPÖ) meint dazu: »Die Schule hatte einmal 800 Schüler, momentan sind es gerade 250. Verantwortlich für eine Mittelschule ist der Schulgemeindeverband. Die Stadtgemeinde Wolfsberg zahlt aber 52 Prozent der Beiträge zum Schulgemeindeverband. Wir müssen schauen, dass das Schulgebäude voll besetzt ist. Fix ist: Die NMS Wolfsberg wird auch in Zukunft acht Klassen führen.« 

Der Vorsitzende des Schulgemeindeverbandes, der St. Pauler Bürgermeister Hermann Primus (SPÖ), war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, eine E-Mail-Anfrage der Unterkärntner Nachrichten blieb unbeantwortet.

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