Coronavirus: Nach langer Planung und Vorbereitung fällt die Hochzeit für sie in diesem Jahr ins WasserAusgabe 15 | Mittwoch, 8. April 2020

Nach der Verlobung im September 2018 sollte heuer am 16. Mai die Hochzeit von Corinna Mellunig und René Regenfeldner stattfinden. Das Coronavirus hat ihre Pläne schrittweise umgeworfen, bis es zur Absage des Termins kam. Geheiratet wird jetzt im Mai 2021.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Corinna Mellunig und ihr Verlobter René Regenfeldner (am Bild mit dem gemeinsamen zweijährigen Sohn Theo) hatten ihre Hochzeit für den 16. Mai geplant. Aufgrund der Coronakrise mussten sie ihre Pläne verwerfen. Geheiratet wird jetzt ein Jahr später, im Mai 2021. Foto: privat

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Bad St. Leonhard. Eine Hochzeit stellt für viele Menschen den wichtigsten und bedeutsamsten Tag in ihrem Leben dar. Lange, akribische Planung sind ein Muss, wenn man auf eine große Feier setzt. Wer wird eingeladen, wo sitzen die Gäste, welche Band soll spielen, was gibt es zu essen oder in welchem Umfeld soll die standesamtliche Trauung stattfinden, sind nur ein paar Fragen, die sich Corinna Mellunig und René Regenfeldner aus Bad St. Leonhard schon im Vorjahr gestellt haben.

»Unsere Hochzeit war für den 16. Mai angesetzt. Die standesamtliche Trauung sollte bei Rosen Prinz in St. Margarethen sein, die kirchliche Trauung in Prebl. Die anschließende Feier wollten wir beim Weberwirt, ebenfalls in Prebl, veranstalten«, so Corinna Mellunig über die ursprünglichen Pläne.

Abwarten und Absage
Als das Coronavirus begann, sich auch in Österreich zu verbreiten, machten sich erste Zweifel breit, ob die Hochzeit werde stattfinden können. »Zuerst haben wir gesagt, dass wir ohnehin abwarten müssen, wie sich die Situation entwickelt. Schließlich war ich der Meinung, dass ich nicht mehr an eine Hochzeit im Mai glaube«, so der 32-jährige René.

»Zuerst haben wir gesagt, dass wir abwarten müssen, wie sich die Situation entwickelt«
René Regenfeldner, Bräutigam in spe

»Anfangs war ich noch der Meinung, dass bis Ostern alles vorbei sein wird«, erinnert sich Corinna, und René fügt hinzu: »Je mehr Tage vergingen, desto sicherer wurde ich mir. Als ein Peak der Infektionen für Mitte April bis Mitte Mai vorhergesagt wurde, war mir klar, dass es heuer keine Hochzeit geben wird.«

Mit der Verbreitung des Coronavirus‘ und den von der Regierung verordneten Maßnahmen, geriet die geplante Hochzeit des Paars zuerst ins Schwanken. Die Corona-Maßnahmen sahen zuerst vor, dass Veranstaltungen in geschlossenen Räumen eine Personenanzahl von 100 nicht überschreiten dürfte. »Als diese Regelung bekannt wurde, haben wir mit den Besitzern des Weberwirts gesprochen und beschlossen, dass wir bis Ostern abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Wir wären in Summe 80 Personen gewesen, also hätte die Hochzeitsfeier mit der damals aktuellen Regelung noch stattfinden können und dürfen«, blickt die 27-Jährige zurück. »Auch das Standesamt konnte nicht sagen, ob die Trauung, in der Form wie wir sie geplant hatten, möglich ist. Sie waren sehr bemüht, aber garantieren konnte uns natürlich niemand etwas«, erinnert sich René.

»Das Risiko, die Hochzeit ein zweites Mal verschieben zu müssen, wollten wir nicht eingehen«
Corinna Mellunig über den Ersatztermin

Ein besonders bitterer Beigeschmack für die beiden ist die Tatsache, dass sie sich viel Zeit mit der Planung gelassen haben. »Wir haben uns im September 2018 verlobt und wollten alles genau so umsetzen, wie wir es uns gewünscht hatten«, weiß René, und Corinna fügt hinzu: »Das Datum hätte genau gepasst, weil es der Geburtstag von meiner leider bereits verstorbenen Mama gewesen wäre.«

Als bekannt wurde, dass die Maßnahmen der Regierung maximal fünf Personen bei einer Hochzeit zulassen würden, gab es den nächsten Überlegungsschritt, wie René verrät: »Eine Möglichkeit wäre gewesen, heuer standesamtlich zu heiraten und die Feier später nachzuholen. Ich habe zu Corinna gesagt, wenn es ihr wichtig ist, würde ich es machen, aber wir waren uns schnell einig, dass das nicht die Hochzeit wäre, die wir uns vorgestellt haben, wenn wir zu viert mit Sicherheitsabstand heiraten würden. Außerdem wäre bei der Feier die Aufregung weg und das Gefühl ganz ein anderes.«

»Alles auf Schiene«
Die Wunschlocation der beiden, der Gasthof Weberwirt, ist für die Hochzeitssaison in der Regel lange im Voraus ausgebucht. »Wir hätten noch einen Termin im Oktober bekommen, waren uns aber nicht sicher, ob wegen des Coronavirus’ eine Hochzeit im Herbst umsetzbar ist. Das Risiko, die Hochzeit ein zweites Mal verschieben zu müssen, wollten wir nicht eingehen, deshalb haben wir die Hochzeit gleich um ein Jahr verschoben«, verrät Corinna.

Der neue Termin ist der 8. Mai 2021 – abermals ein besonderes Datum für das junge Paar, nämlich ihr Jahrestag. »Kleid, Anzug und Ringe liegen jetzt zwar ein Jahr länger daheim und die Einladungen sind zum Wegwerfen, aber wir haben einen neuen Termin, mit der Band, dem Fotografen und dem Standesamt ist alles abgeklärt, kurz gesagt: Es ist alles wieder auf Schiene«, lacht René.

Die standesamtliche und kirchliche Trauung finden 2021 in Bad St. Leonhard statt. Einen Tag nach der Hochzeit ist Muttertag und eine standesamtliche Trauung bei Rosen Prinz deshalb nicht möglich.

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