Tagelang hohes Fieber und trockener Husten: Ein Covid19-Patient schildert seinen KrankheitsverlaufAusgabe 14 | Mittwoch, 1. April 2020

Ein Pensionist (62) aus dem Bezirk Völkermarkt erzählt den Unterkärntner Nachrichten, wie sich bei ihm die Infektion mit dem neuen Coronavirus bemerkbar gemacht hat, unter welchen Symptomen er am meisten litt und womit er sich in der Quarantäne beschäftigt.

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Völkermarkt. Der genaue Beginn seiner Covid19-Erkrankung ist für den Völkermarkter Pensionisten schwer auszumachen und verschwimmt vermutlich mit einer vorangegangenen Verkühlung. Doch alles der Reihe nach. In der Woche vor Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen  am 16. März war der 62-Jährige bereits fleißig mit Arbeiten rund um sein Haus beschäftigt. Just am Freitag, dem 13. März, fing er an, sich kränklich zu fühlen und litt einige Tage an einer vor allem abends erhöhten Körpertemperatur von maximal 37,5 Grad. »Ich denke, ich habe mich sicher bei der Gartenarbeit verkühlt, weil ich stark geschwitzt habe«, versucht der Pensionist eine Erklärung.

Nach einigen Tagen klangen die Symptome wieder ab, auch die erhöhte Temperatur verschwand. Nach zwei gänzlich fieberfreien Tagen kam jedoch mit voller Wucht ein vermeintlicher Rückschlag, der sich schließlich als Covid19-Erkrankung entpuppte. »Ich fieberte plötzlich auf bis zu 39,5 Grad hinauf und bekam den typischen trockenen Husten«, erinnert sich der Pensionist. Vor allem tiefes Einatmen löste den Hustenreiz aus.

»Ich fieberte plötzlich auf bis zu 39,5 Grad hinauf und bekam den typischen trockenen Husten«
Der Pensionist
über seine ersten Symptome

Diese Krankheitszeichen ließen bei der Ehefrau des Völkermarkters die Alarmglocken schrillen: »Sie war es auch, die alles in die Wege leitete.«  Am Dienstag, dem 24. März, war schließlich das Testergebnis da – und es war positiv: »Das war im ersten Moment natürlich ein Schock. Ich war in keinem Risikogebiet.« 

»Fünf wirklich schlimme Tage«

Der Nichtraucher beschreibt vier bis fünf wirklich schlimme Tage während der Erkrankung, in denen er auch nichts essen konnte: »Mir fehlte einfach die Luft dafür. Ich konnte nur flach atmen, weil ich sonst sofort husten musste und ich hatte ein brennendes Gefühl in der Lunge.« Ins Krankenhaus musste er jedoch zu keinem Zeitpunkt, er gehört zu jenen Patienten, die sich zuhause auskurieren können.

Behördliche Quarantäne

Mittlerweile ist der Patient nach seinen Angaben wieder fieberfrei und befindet sich auf Weg der Besserung – auch das Essen schmeckt schon wieder. Die behördliche Quarantäne für ihn und seine Frau – deren Testergebnis übrigens negativ ausfiel – dauert noch bis zur zweiten Aprilwoche. Dann hat laut den Richtlinien des Gesundheitsministeriums eine Rücksprache mit dem betreuenden Arzt stattzufinden. In Quarantäne befanden sich zusätzlich auch drei weitere Personen, mit denen der Pensionist in einem gewissen Zeitraum (ansteckend ist man bereits einige Tage vor dem Auftreten der ersten Symptome) Kontakt hatte. Diese musste er dem Amtsarzt bekannt geben. Ihre Quarantäne galt 14 Tage ab dem Tag des letzten Kontakts und ist in diesen Tagen ausgelaufen. Symptome sind zum Glück bei keiner der betroffenen Personen aufgetreten. Bis zum Ende seiner Quarantäne vertreibt sich der 62-Jährige nun die Zeit  mit Zeitung lesen und Rätsel lösen. Am liebsten löst er Sudoku-Rätsel. »Das kann zur Sucht werden«, schmunzelt er. Sein Appell: »Jeder soll das Coronavirus ernst nehmen und sich an die geltenden Maßnahmen halten. Es gibt sicher noch mildere Verläufe als meinen, aber es kann auch viel schlimmer enden.«

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