Ballermann, Knödelhütte und Mars: Nirgends ist man vor den Bad St. Leonharder Narren sicherAusgabe 06 | Mittwoch, 5. Februar 2020

Das diesjährige Programm der Bad St. Leonharder Faschingsgilde lässt wieder kein Auge trocken. Politik, Gesang, Show und Witze am laufenden Band sorgen für beste Unterhaltung im Kulturheim. Ein absoluter Höhepunkt ist der Auftritt der Männergarde.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Die Männergarde (Bild) eröffnet den zweiten Sitzungsteil. Mit ihrer Tanznummer ernteten sie viel Beifall. Für die folgenden Sitzungen ist eine gute Kondition wohl Grundvoraussetzung. Neuzugang des Bad St. Leonharder Faschings, Ralf Zimmermann, sprach über Potenz und Potenzial in Bad St. Leonhard. Foto: Schaflechner

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Bad St. Leonhard. Mit der Seniorensitzung begann am vergangenen Mittwoch die fünfte Jahreszeit in Bad St. Leonhard. Im voll besetzten Kulturheim erfolgte nach der Begrüßung durch Gildenpräsident Erich Schatz die Abdankungsrede des alten Prinzenpaars und anschließend die Proklamation der neuen Prinzessin Marija I. mit ihrem Prinzen Horst I.

Traditioneller Programmauftakt ist auch in diesem Jahr der Gardemarsch der Damengarde. Nach dem gelungenen Auftakt sorgte Büttenredner Fritz Huber als »Leonhard - da Vrici« mit selbst geschriebenen Texten und selbst gezeichneten Karikaturen für reihenweise Lacher im Kulturheim. Mit scharfer Zunge und spitzer Feder teilte er gegen die regionale, nationale und internationale Politik in gekonnter Weise aus. So stellte er – Gestik einer abfeuernden Handfeuerwaffe inklusive – unter anderem fest, dass der »Ballermann« ja eigentlich auf Mallorca und nicht auf Ibiza ist.

Vom Urlaub bis zum Praktikum
Als nächstes standen »Neaß und ihr Heini« am Programm, die dieses Jahr unterwegs in den Urlaub waren. Neaß klagte während des Flugs darüber, dass sie schlecht geschlafen hätte. Ihr Heini hatte dafür eine Erklärung: »Es heißt ja nicht umsonst: Der Teufel schläft nicht!« Worauf Neaß ihm mit der Frage entgegnete: »Wenn ein Mann was sagt und er ist alleine, hat er dann trotzdem Unrecht?«

Unter großem Beifall verließen die beiden Akteure die Bühne und machten Platz für den Almhalter (Manfred Nestler), der heuer eine Bäuerin (Elisabeth Kienzl) zur Seite gestellt bekam. Der Almhalter, der einen Urlaub in England plante, stellte fest, dass es ganz schön gefährlich ist, zwischen Reichenfels und Bad St. Leonhard für den Linksverkehr auf der Insel zu üben.

Es folgte der Auftritt von Frau Aloisia (Werner Pichler), die den türkischen Pfleger Achmet (Isabell Stückler) als 24-Stunden-Pfleger zugeteilt bekam. Unter dem Motto »Aber recht is‘ ma‘s net!« war Frau Aloisia über die Auswahl ihres Pflegers wenig glücklich und das, obwohl dieser reichlich Berufserfahrung in Bad St. Leonhard in Form von Praktika sammeln konnte. Aus diversen Gründen behielt er aber keine Stelle wirklich lange.

Den Abschluss der ersten Halbzeit bildete der Auftritt des Männergesangsvereins mit dem »MGV-Bau Steh und Schau«. Die Texte von Franz Schatz und Bernhard Schultermandl sorgten für einen mehr als gelungenen Auftritt. »Das beste Werkzeug, glaub‘ es mir, bleibt ein Flascherl Bier!« ist nur eines von vielen Beispielen.

Tanz und Show
Die zweite Halbzeit eröffnete die Männergarde. »Wie eine Fata Morgana« tanzten die zehn Männer über die Bühne. Für die restlichen Sitzungen bleibt zu hoffen, dass die Herren genug Kondition mitbringen. Eine Reihe von Zugaben dürfte vorprogrammiert sein.

Neu-Akteur Ralf Zimmermann gab dann seine Gedanken über »Potenz und Potenzial« von Bad St. Leonhard zum Besten. »Lasst uns nicht zu viel politisieren, reden wir von Menschen mit Hirn!« Einer seiner Vorschläge: Die WAC-Spieler im Umfahrungstunnel verstecken, denn »dann würd sie kein ausländischer Klub mehr entdecken«.

»Karner & Karner« begaben sich heuer auf einen Flug zum Mars, von wo aus sie die Bad St. Leonharder beobachten konnten. »Unser Bürgermeister Simon Maier wollte, dass wir den gesamten Gemeinderat mitnehmen. Aber alles darf man hier heroben auch nicht abladen.« Wobei der eine oder andere Stadtpolitiker laut Hans und Hubert Karner am Mars gut aufgehoben wäre, da die leeren Worte hier verhallen würden.

Die Damengarde nahm die Besucher bei der Garde-Einlage mit in die »Roaring Twenties«, bevor der abschließende Show-Block am Programm stand. Moderiert von Pepi Birnstingl (Ulli Lackner), stand dieser heuer unter dem Motto »Das kommt mir Spanisch vor«. »Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger.

Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen. Deshalb bin ich Volksvertreterin«, lautete der Auftakt der spanisch-politischen Show-Einlage. Mit dabei: Franz Schatz mit dem Kriminaltango, mit den Amigos (Franz Dohr und Johann Pichler) die beiden Fixgrößen des Bad St. Leonharder Faschings, Gerhard Darmann, der über die »Oligarchenmitzi« sang, Corinna Mellunig, die erklärte, dass man einen Mann loben muss, egal was er macht, sowie Franz Stoni, der seinen 15er Steyr mit Heizöl betankt, weil ihm der Diesel zu teuer ist.

Unter großem Beifall folgte die Schlussnummer aller Akteure auf der Bühne. 

>>>Bilder der Seniorenfaschingssitzung<<<

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