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Wolfsberg, Klagenfurt. Im Lavanttal entsteht derzeit ein Projekt, das zeigt, wie Zukunft gemacht wird: nicht in Konferenzräumen, sondern dort, wo junge Menschen lernen, arbeiten und ihre ersten beruflichen Schritte setzen. Das bfi St. Stefan startet heuer ein ambitioniertes Kreislaufwirtschaftsprojekt im Rahmen von »Kids 4 Future« – und setzt damit ein starkes Zeichen für Nachhaltigkeit, regionale Verantwortung und praktisches Lernen.
»Kids 4 Future« ist längst mehr als ein Schulprojekt. Es ist ein landesweites Netzwerk, das Kinder und Jugendliche in ganz Kärnten an die Themen Abfallvermeidung, Recycling und Kreislaufwirtschaft heranführt. Herzstück des Projekts ist die praktische Arbeit mit Kunststoffabfällen: sammeln, sortieren, schreddern, wiederverwerten. Mobile Maschinen bringen den gesamten Wertschöpfungsprozess direkt in die Klassenzimmer – oder, wie im Lavanttal, auch in die Ausbildungsräume des bfi. Mit der Volksschule St. Stefan und der Mittelschule Bad St. Leonhard ist die Region schon seit Beginn des Projekts stark vertreten. Workshops, Experimente, Exkursionen und praktische Anwendungen machen das Projekt zu einem Erlebnis. Die Jugendlichen sehen, wie viel Plastik im Alltag anfällt – und wie wertvoll dieser Rohstoff eigentlich ist, wenn man ihn richtig behandelt.
Nun setzt das bfi St. Stefan einen weiteren Meilenstein: Erstmals wird das Projekt nicht nur in Schulen, sondern auch in einer beruflichen Ausbildungseinrichtung umgesetzt.
Die Trainer des bfi und die Jugendlichen, die hier auf ihren beruflichen Weg vorbereitet werden, sammeln einen ganzen Monat lang Plastikmüll – nicht theoretisch, sondern im Alltag. Am Ende steht ein großer Praxistag: Der gesammelte Kunststoff wird vor Ort geschreddert, eingeschmolzen und zu neuen Produkten verarbeitet. »Wir wollen Vorbild sein – für andere Bildungseinrichtungen, für Betriebe und für die Region. Nachhaltigkeit ist kein abstraktes Konzept. Sie beginnt genau dort, wo junge Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen«, heißt es aus dem bfi.
Dass das Projekt so erfolgreich ist, liegt an der engen Zusammenarbeit vieler Partner. Im Bezirk Wolfsberg spielen der Abfallwirtschaftsverband Lavanttal mit Bernhard Urbani, die KEM- Region Lavanttal mit Manager Stephan Stückler und die MINT-Region Lavanttal mit RML-Geschäftsführer Johannes Gastrager eine zentrale Rolle. Sie bringen Expertise in Klimaschutz, Energieeffizienz und naturwissenschaftlichem Arbeiten ein – und sorgen dafür, dass das Projekt nicht nur pädagogisch wertvoll, sondern auch fachlich fundiert ist.
Gemeinsam mit den Abfallberatern der Kärntner Abfallwirtschaftsverbände, die das Projekt in allen Bezirken begleiten, entsteht ein Netzwerk, das Bildung, Wissenschaft und regionale Wirtschaft verbindet. Gerade im bfi St. Stefan, wo junge Menschen auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereitet werden, entfaltet das Projekt besondere Wirkung. Hier wird nicht nur gelernt, wie man recycelt – hier wird verstanden, warum es wichtig ist. Die Projektverantwortlichen planen sogar eine wöchentliche Dokumentation, wie sich der gesammelte Müllberg entwickelt. Ein sichtbares Zeichen dafür, wie viel jeder Einzelne beitragen kann.
Kick-off im März
Der offizielle Startschuss für das Projekt fällt am 3. März mit einem Kick-off-Workshop im bfi St. Stefan. Unter dem Titel »Plastik neu entdecken« werden die Jugendlichen in das Thema eingeführt – bevor sie einen Monat lang sammeln, sortieren und dokumentieren. Der abschließende Recycling-Nachmittag wird zum Höhepunkt: Dann wird aus dem gesammelten Plastik etwas Neues entstehen, etwas Greifbares. Etwas, das zeigt, wie Kreislaufwirtschaft funktioniert.
»Kids 4 Future« verfolgt eine klare Vision: Nachhaltigkeit soll fixer Bestandteil der Bildung werden. Kinder und Jugendliche sollen verstehen, wie Ressourcen geschont werden – und wie sie selbst dazu beitragen können.

Von Michael Swersina

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