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Bad St. Leonhard. Die Trinkwasserversorgung in Bad St. Leonhard bleibt angespannt. »Es rinnt so viel zu, wie wir verbrauchen – kein Tropfen zu viel«, beschreibt Amtsleiter Günther Trippolt die aktuelle Situation. Um die Versorgung im gesamten Gemeindegebiet sicherzustellen, musste die Stadtgemeinde zuletzt Wasser aus Wolfsberg zuführen. »Wir müssen schauen, dass wir die Versorgung aufrechterhalten«, sagt Wasserreferent und Vizebürgermeister Heinz Joham (Liste Dohr).
Drei Fuhren zu je 21 Kubikmetern Wasser wurden bisher von den Wolfsberger Stadtwerken nach Bad St. Leonhard transportiert. Das Wasser wird in die Hochbehälter eingespeist und dient als Unterstützung für das gesamte Gemeindegebiet. Die Kosten liegen bei 9,80 Euro brutto pro Kubikmeter inklusive aller Nebenkosten. Ein Haushalt bezahlt pro Kubikmeter rund 2,20 Euro.
Die Wassersparverordnung der Gemeinde ist weiterhin aufrecht. Erst am Montag, 5. Oktober, wurde darauf erneut über Facebook und die Cities-App hingewiesen. Die Maßnahmen zeigen laut Trippolt zumindest teilweise Wirkung: »Man merkt, dass einige Bürger mitmachen. Der Verbrauch sinkt in der Regel nach dem Appell etwas.« Gleichzeitig werde die Verordnung nicht von allen eingehalten. Joham sieht hier auch eine Frage der Eigenverantwortung: »Manchen fehlt es leider an der nötigen Zivilcourage.«
Für eine deutliche Entspannung wären laut Trippolt erhebliche Niederschlagsmengen notwendig. »Wir bräuchten zwischen 100 und 150 Liter pro Quadratmeter, damit sich die Situation überhaupt entspannt.« Ein kurzer Regen würde hingegen nur begrenzt helfen.
Verluste reduzieren
Parallel arbeitet die Gemeinde daran, Wasserverluste im Leitungsnetz zu reduzieren. Zuletzt gab es in Schiefling einen Rohrbruch, bei dem rund ein Kubikmeter Wasser pro Stunde verloren ging. Joham betont, dass die neuralgischen Punkte im Stadtgebiet hingegen bereits weitgehend in Ordnung seien: »Wir haben viel saniert. Rohrbrüche hat es in der jüngeren Vergangenheit kaum gegeben.«
Bei Grabungsarbeiten würden Wasserleitungen nach Möglichkeit ebenfalls erneuert. Zudem habe die Gemeinde technische Geräte angeschafft, mit denen sich Lecks schneller finden lassen. Eine Wasserverlustanalyse wurde in Auftrag gegeben. »Derzeit haben wir aber zu wenig Wasser, um die Analyse schon durchführen zu können«, erklärt Trippolt. Erst bei höheren Wasserständen lasse sich genauer feststellen, wo Verluste auftreten. Mit größeren Betrieben sollen außerdem Gespräche über mögliche Einsparungen geführt werden. Bei Sport- und Freizeiteinrichtungen wurden bereits Maßnahmen gesetzt. Der Tennisverein verzichtet seit dem Sommer auf die Bewässerung, während der Sportplatz Wasser aus dem Feistritzbach bezieht.
Wie knapp die Situation ist, zeigen die Füllstände der beiden Hochbehälter-Kammern. Bei 414 Zentimetern ist ein Behälter voll. Aktuell liegen die Werte bei 289 beziehungsweise 185 Zentimetern. »Wir sind voll am Limit. Wenn jetzt ein Rohrbruch passiert, haben wir mehr Verbrauch als Zulauf. Das können wir nur mit Fuhren abdecken«, sagt Trippolt.
Eine Verbesserung soll die Fertigstellung der Steinriegelquelle Anfang Dezember bringen. Dadurch soll die Wassermenge um einen garantierten Sekundenliter erhöht werden. Auch in Schiefling könnte bald eine weitere Quelle genutzt werden. Hier sind allerdings noch rechtliche Fragen zu klären und Messungen ausständig. Weitere mögliche Quellen habe die Gemeinde ins Auge gefasst.
Für die kommenden Wochen hofft die Gemeinde auf ausreichend Niederschlag. »Gerade vor dem Winter wäre ergiebiger Regen wünschenswert«, sagt der Amtsleiter.

Von Philipp Tripolt
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