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Anonyme Beiträge werden zu Problem für beliebte Lavanttaler InternetseiteAusgabe 29 | Dienstag, 15. Juli 2025

»Wolfsberger helfen Wolfsbergern« mit seinen rund 16.000 Mitgliedern machen namenlose Postings und Kommentare zu schaffen. Administratorinnen teilen jetzt mit, dass dem ein Riegel vorgeschoben wird.

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Unterkärntner Nachrichten Redaktion Von Unterkärntner Nachrichten Redaktion officeno@spamunterkaerntner.at
In der Facebook-Gruppe »Wolfsberger helfen Wolfsbergern« können Mitglieder um Unterstützung bei verschiedensten Fragen bitten, Immobilien anbieten oder auf Veranstaltungen hinweisen. Weil dabei immer mehr Menschen anonym bleiben, bereitet das Schwierigkeiten. Foto: Pulsinger

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Wolfsberg. Die Gruppe hat mittlerweile knapp 16.000 Mitglieder. Das bedeutet, fast jeder dritte Lavanttaler ist dabei. Die Facebook-Plattform »Wolfsberger helfen Wolfsbergern« ist ein Riesenerfolg im Bezirk – was auch zu Problemen führt.

Die Administratorinnen teilten in der Vorwoche mit, dass »die anonymen Funktionen dieser Gruppe bis auf Weiteres« eingestellt werden. Ursache ist die immer weiter steigende Flut namenloser Beiträge und Kommentare. »Wir haben das bereits vor Monaten angekündigt, sollte sich die Situation nicht verbessern. Tatsächlich hat sich die Situation mittlerweile verschlimmert«, schreiben die Administratorinnen. Das führt dazu, dass die Verantwortlichen an ihre Grenzen stoßen: »Wir Admins haben ungesund hohe Bildschirmzeiten und abends oft schon eckige Augen. Wir löschen unentwegt anonyme Kommentare, informieren die Schreiberlinge über den Regelverstoß, lehnen ewig viele anonyme Beiträge ab, und dennoch wird es immer mehr.« Der entstehende Arbeitsaufwand sei für sechs Personen nicht mehr schaffbar.

Unterlegt wird das mit Zahlen – die auch die große Beliebtheit der Seite belegen: »Wir genehmigen pro Monat über 700 Beiträge. Durchschnittlich lehnen wir 300 anonyme Beiträge pro Monat ab. Dazu kommen etwa 8.000 Kommentare, die wir überblicken müssen. Davon werden rund 400 anonyme Kommentare gelöscht, weil wir eben, bis auf wenige Ausnahmen, keine anonymen Kommentare zulassen.« Zusätzlich seien monatlich 200 Mitgliedschaftsanfragen zu bearbeiten sowie täglich private Nachrichten von Mitgliedern, die Hilfe benötigen. Das Resümee: »Unsere Kapazitäten sind ausgeschöpft, und bis wir eine Lösung finden, werden wir das anonyme Feature deaktiviert lassen.«

In dringlichen Fällen
Weil die Administratorinnen aber wissen, dass manches Mitglied auch ohne Namensnennung Unterstützung braucht, steht eine von ihnen privat zur Verfügung: Bei dringlichen und sensiblen Angelegenheiten wird sie ein entsprechendes Posting in eigenem Namen verfassen. Es wird aber auch gleich gewarnt: »Wenn sie in Arbeit untergeht, wird auch diese Möglichkeit wieder weg sein.«

Die Administratorinnen sind offen für Vorschläge: »Wir laden gerne zur Diskussion ein und hoffen auf langfristige Lösungen.«

»Wir Admins haben ungesund hohe Bildschirmzeiten und abends eckige Augen«
Die Administratorinnen in ihrem Posting

Mehr als 200 Mitglieder haben die Mitteilung der Betreiber mit einem »Like« versehen, viele sprechen sich unter dem Beitrag gegen anonyme Postings und Kommentare aus.

Eine kurzer Blick über die Seite zeigt, dass das Anliegen der Administratorinnen berechtigt ist: Zuletzt waren viele Posts anonym verfasst, aufgrund des Inhalts teilweise aus nachvollziehbaren Gründen, teils aber auch ohne Ursache.

2017 gegründet
»Wolfsberger helfen Wolfsbergern« wurde im Jänner 2017 von Katharina Gehmacher und ihrer Schwester Sophie gegründet. Ihr Ziel waren Gemeinnützigkeit und die Förderung der Region Lavanttal. Wer sich den Inhalt ansehen oder etwas posten will, muss Mitglied sein. Von Anfang an wurde genau darauf geachtet, wer als Mitglied zugelassen, was gepostet und wie kommentiert wird.  Das Ergebnis war ein Erfolg, der bis heute anhält: Waren es 2020 bereits rund 9.000 Mitglieder, betrug ihre Zahl in der Vorwoche 15.872.

Angeboten werden dürfen private Immobilien, Mietwohnungen oder Grundstücke, Veranstaltungen, Sammelaktionen oder Spendenaufrufe für einen guten Zweck, sowie Jobangebote – sofern sie Wolfsberg betreffen. Verboten sind Werbung, Verkaufsbeiträge, Tiervermittlungen oder – natürlich – ruf-oder kreditschädigende Inhalte.

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