Zu kleine Parkplätze Ausgabe | Montag, 27. August 2018

Die Autos werden stetig breiter, schon jeder vierte Neuwagen ist ein (breiter) SUV. Die Parkplätze ziehen aber nicht mit – im Gegenteil. Die Unterkärntner Nachrichten machten den Test und maßen nach. Unser Sieger ist das EKZ Südtangente, Verlierer der Parkplatz »Am Weiher«.

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LAVANTTAL. Es sind zwei Entwicklungen, die so gar nicht harmonieren: Hier werden die Autos immer breiter, da die Parkplätze immer schmäler. Die Folgen: Dellen in den Türen und (sündteure) Parkschäden, die den Autobesitzer zur Weißglut treiben, während der Verursacher oft schon über alle Berge ist. Die Unterkärntner Nachrichten machten eine Tour durch Wolfsberg, um herauszufinden, wie es in der Bezirkshauptstadt mit den Parkplatzgrößen bestellt ist (siehe Box rechts). Die Ergebnisse fielen gemischt aus. Der Verlierer ist der Parkplatz »Am Weiher«. Die Innenmaße der Stellplatz-Markierungen ergeben laut unseren Messungen einen Wert von 2,17 Meter. Da aber schon ein aktueller Golf samt Außenspiegel 2,027 Meter breit ist, wird das Aussteigen zur Probe im Luftanhalten. Wer einen Mercedes GL pilotiert, darf sich erst recht freuen: Das Auto mit einer Breite von 2,17 Meter füllt einen »Weiher«-Platz komplett aus. Kein Wunder, dass dieser Parkplatz in informierten Kreisen für seine hohe Zahl an Parkschäden bekannt ist. Nicht viel besser sieht es beim Wolfsberger Bundesschulzentrum aus. Hier liegt die Innenmaß-Breite bei 2,2 Meter, ebenso wie auf dem Presseparkplatz der Lavanttal Arena. (Das Mitleid mit Journalisten wird sich allerdings in Grenzen halten.)

Die Sieger

Die Trophäe der großzügigsten Parkplatz-Breite geht ans EKZ an der Südtangente (Hervis & Co.). Mit 2,68 Meter wird der Kunde fürstlich bedient. Platz zwei errang die Tiefgarage des Tenorio mit immer noch 2,62 Meter. So lässt es sich als Autofahrer leben. »Die Breite der Parkplätze ist ein zunehmendes Problem«, sagt Patrick Dornegger, Leiter des ARBÖ-Prüfzentrums in Wolfsberg, »der wirtschaftliche Druck wird immer größer, jeder Zentimeter zählt und wirkt sich bei den Stellplätzen aus.« Gerade ältere Menschen, die oft größere und höhere Autos bevorzugen, um leichter ein- und aussteigen zu können, haben mit den mangelnden Parkplatzbreiten ihre liebe Not. »Die Baunormen müssten an die breiter gewordenen Fahrzeuge angepasst werden«, meint Dornegger, denn gerade mit SUV seien gewisse Plätze nicht mehr nutzbar. Auch die Meinung des ÖAMTC geht in diese Richtung. So forderte er ein »österreichweites Gesetz, das eine Parkplatzbreite von mindestens 2,70 Meter vorschreibt«. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) sieht das anders. Er fordert ein Gesetz, das schmälere Autos vorschreibt. Schwer vorstellbar in Österreich, wo bereits jeder vierte Neuwagen ein SUV ist.

 

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