BestätigtAusgabe | Mittwoch, 25. Juli 2018

preitenegg. Eine erste Labor-Untersuchung eines am 15. Mai gerissenen Rehs ergab einen Fuchs als »Täter«. Die Jagdgemeinschaft »Karl Klaus Karl« der Gemeindejagd Preitenegg V wollte das nicht glauben und schickte selbst Proben an ein ausländisches Institut. Das kam zu dem Ergebnis, das Tier sei von einem Wolf getötet worden. Die Jäger fragen jetzt: »Warum konnte das erste Labor nichts finden - oder darf es nichts finden?«Wildbiologe Thomas Huber hatte das Reh an Ort und Stelle untersucht. Er meint zu den Unterkärntner Nachrichten: »Ich habe nie behauptet, dass es von einem Fuchs gerissen wurde! Als die erste Untersuchung dieses Ergebnis brachte, habe ich mich selbst gewundert. Der Aufklärungsbedarf liegt beim untersuchenden Institut in Wien.« Die Jagdgemeinschaft der Gemeindejagd Preitenegg V vermutet aufgrund gefundener Spuren zwei Wölfe in ihrem Revier, wo es seit Mitte April zu mehreren Rehrissen gekommen ist. Der Fall bleibt spannend.

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PREITENEGG. Es war der Wolf - und nicht der Fuchs. Mit dieser Erkenntnis wartet Karl Gustav Berger, Obmann der Jagdgemeinschaft »Karl Klaus Karl« der Gemeindejagd Preitenegg V, auf. Laut einem ihm vorliegenden Gutachten wurde ein am 15. Mai in seinem Revier gerissenes Reh von einem Wolf getötet. Ans Licht kam der »Täter« aufgrund der Eigeninitiative des Jagdvereins, denn die offizielle Lesart lautete Fuchsriss. Berger: »Wir finden immer wieder Fährten, die auf zwei Wölfe hinweisen. Seit Mitte April sind in der Gemeindejagd Preitenegg V mehrere Rehrisse aufgetreten.« Auch bei Rissen am 11. und 15. Mai wurde ein offizieller Wildbiologe beigezogen und Proben genommen. Am 7. Juni lag das Ergebnis der DNA-Untersuchung eines Wiener Instituts vor: Ein Fuchs habe das Reh vom 15. Mai getötet. Damit wollte sich die Jagdgemeinschaft nicht zufrieden geben. Sie hatte Deckenteile von Haupt und Träger eingefroren und schickte sie an ein Labor im Ausland. Das kam zu einer ganz anderen Erkenntnis. »Das am 15. Mai gefundene Reh wurde laut Gutachten von einem männlichen Tier, Hybride aus einem Hund der FCI-Gruppe 08 und einem Wolf aus russischer Population, gerissen«, sagt Berger. Laut ihm sind es solche Tiere, die gezüchtet und in die freie Wildbahn entlassen werden.

Offene Fragen

Daraus ergeben sich für den Obmann Fragen: »Warum kann das Labor, das von der Kärntner Jägerschaft beauftragt wurde, nichts finden - oder darf es nichts finden? Warum wird ein Fuchs festgestellt, obwohl ein solches Tier an Haupt und Träger keine Spuren hinterlassen hat? Will man uns Hybriden als reinrassige Wölfe verkaufen?« Die am 11. und 15. Mai gerissenen Rehe wurden vom Wildbiologe Thomas Huber begutachtet, er zog die Proben. Er bestreitet, das Wölfe »verschwiegen« werden und sagt: »Der erste Fall war nicht eindeutig. Mir kam es seltsam vor, dass das Reh größere Löcher aufwies. Da nach dessen Tod aber auch ein Fuchs beim Kadaver gewesen ist, sagte ich den Jägern, es sei nicht unwahrscheinlich, dass beim DNA-Test ein Fuchs als Verursacher herauskommt.« So geschah es auch. Zum Reh vom 15. Mai, das jetzt die Gemüter erregt, meint Huber: »Es hatte große Löcher. Ich habe nie behauptet, dass es von einem Fuchs gerissen wurde! Als die Untersuchung dieses Ergebnis brachte, habe ich mich gewundert. Der Aufklärungsbedarf liegt jetzt beim untersuchenden Institut.«

Eine Erklärung

Freydis Burgstaller-Gradenegger, Geschäftsführerin der Kärntner Jägerschaft: »Es wäre wünschenswert gewesen, wenn sich die Jagdgemeinschaft erst an uns gewandt hätte. Es gibt in Kärnten vier Wildbiologen, die Risse begutachten. Im gegenständlichen Fall war jener der Kärntner Jägerschaft nicht beteiligt.« Laut ihr sei es vorstellbar, dass bei einer Probe unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden: »Denn dabei wird nach minimalsten Merkmalen gesucht.« In der Causa »Wölfe« meldet sich auch der Wolfsberger Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz zu Wort. Er zeigt sich empört über Schilder, die in Lavanttaler Wäldern auftauchten und die Aufschrift »Achtung Wölfe« tragen. Schlagholz:  »Reine Panikmache!«

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