Unfallfreier Winter Ausgabe | Mittwoch, 21. März 2018

Über 3.500 Stunden waren die Mitarbeiter der Asfinag Autobahnmeisterei Wolfsberg in diesemWinter zwischen Völkermarkt und der Pack im Einsatz und räumten dabei auf über 69.000 Kilometernden Schnee weg. Trotz einiger harter Tage – unter anderem wegen heftiger Schneefälle– und zahlreichen Baustellen kann auf einen unfallfreien Winter zurückgeblickt werden.Probleme bereiteten lediglich immer wieder schlecht ausgerüstete Lkws, die bei einsetzendenSchneefällen hängen blieben.

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WOLFSBERG. Die Asfinag ist im Lavanttal für den Bereich der Autobahn A2 von Völkermarkt Ost bis zur Pack zuständig. Daraus ergibt sich ein Straßennetz von 220 Fahrstreifenkilometern. Die großen Herausforderungen dabei sind der Packsattel und einige der sieben Abfahrten. Dazu gehören zum Beispiel die Autobahnabfahrt in Bad St. Leonhard, die mit einer Länge von vier Kilometern die längste Abfahrt in Österreich ist. Zudem gibt es dabei auch noch einige sehr steile Abschnitte, auf denen bei Schneefall immer wieder Lkws hängen bleiben. Für diese wurde sogar ein eigener Lkw abgestellt, um die Auffahrte in Ernstfall schneefrei zu halten, damit Holztransporter und Lkws keine Probleme haben.

Harter Winter Insgesamt standen in dieser Wintersaison von Oktober bis Ende Feber die 23 Mitarbeiter der Asfinag in Wolfsberg 3.556 Stunden mit ihren Schneeräumungsfahrzeug im Einsatz. Im Bereich zwischen Wolfsberg und St. Andrä gab es 25 Einsatztage, am Berg Richtung Pack sogar über 40. Bei ihren Einsätzen verbrauchten die sieben Lkws – alle sind mit Front- und Seitenpflug ausgestattet – sowie die zwei Unimogs 42.350 Liter Diesel. Im Laufe der Saison wurden rund 2.400 Tonnen Salz gestreut, was rund 200.000 Euro kostete. Während der Kältewelle Ende Feber bzw. Anfang März waren die Mitarbeiter fast 14 Tage lang rund um die Uhr im Einsatz. Der wohl härteste Tag war der 9. Feber. „An diesem Tag hatten wir von der Autobahnauffahrt Wolfsberg Süd bis nach St. Andrä einen rund neun Kilometer langen Lkw- Stau. Einige Lkws waren mangels schlechter Ausrüstung hängengeblieben. Daraufhin haben wir am rechten Fahrstreifen alle Lkws angehalten, bis alle Fahrzeuge abgeschleppt waren, was rund eine Stunde dauerte“, erzählt Autobahnmeister Robert Schrammel.

Kein einziger Unfall Trotz zahlreicher Schneetage und vieler hängengebliebener Fahrzeuge kam es auf der Strecke zu keinem einzigen Unfall. „Es war ein ganz besonderer Winter, er war sehr ausgiebig an Einsatztagen und sehr herausfordernd. Aber wir haben diesen sehr gut gemeistert, ohne Unfälle, ohne Personenschäden. Unsere Mitarbeiter waren natürlich sehr gefordert“, so Schrammel. 

Kritik an Schneeräumung gelassen nehmen Auch in dieser Saison kam es immer wieder zu teils sehr heftiger Kritik an der Schneeräumung. Dazu meint Schrammel: „Wir haben eine Umlaufzeit von 90 bis 120 Minuten für die ganze Schleife. Wir haben Wetterprognosen und fahren bereits früher aus und streuen die Straßen. Aber Schnee kann man halt nicht wegschieben, bevor er da ist. Wir könnten natürlich noch mehr Räumfahrzeuge anschaffen, aber dann würde der Verkehr stehen“, sagt Schrammel, der gleichzeitig auch an die Autofahrer appelliert, Verständnis zu haben und sich an die Fahrverhältnisse anzupassen. Das Hauptproblem seien Lkws mit schlechter Bereifung bzw. ohne Schneeketten. Dabei sieht Schrammel vor allem bei den Fahrern aus Osteuropa ein großes Problem. Teilweise hätten diese keine oder mangelhafte Schneeketten mit oder wären nicht in der Lage, diese aufzulegen. „Ich sehe die Kritik gelassen und sie ist für mich oft nicht nachvollziehbar. Im Winter fällt halt auch Schnee. Wir versuchen das bestmögliche, um die Autobahnen schneefrei zu halten“, so Schrammel.

Gute Kommunikation Die Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen, der Landesstraßenmeisterei und den Straßenmeistereien der Gemeinden funktioniere laut Schrammel sehr gut. „Ich möchte mich in diesem Zusammenhang auch beim Kommandanten der Autobahnpolizei, Thomas Riegler, für die gute Zusammenarbeit bedanken.“ 

Straßenmeistereien waren gefordert Auch für die Straßenmeistereien des Landes in Wolfsberg und Lavamünd war der heurige Winter sehr herausfordernd Insgesamt haben diese ein Netz von 654 Fahrstreifenkilometern – der Bundes- und Landesstraßen – im Lavanttal zu betreuen. Dafür stehen 35 Mitarbeiter sowie acht Lkws und vier Unimogs zur Verfügung. „Es war ein intensiver Winter mit sehr niedrigen Temperaturen, wodurch wir sehr viel Streusalz bzw. Fertigsole benötigten. Und es gab sehr viel Schnee, so viel wie schon lange nicht mehr. Wir mussten oft zusätzliche Dienste ausschicken“, erzählt Straßenmeister Manfred Gaber von der Straßenmeisterei des Landes in Wolfsberg. Im Bezirk Wolfsberg verzeichnete die Straßenmeisterei Wolfsberg 60 Wintereinsatztage. „Die hohe Zahl ergibt sich daraus, dass es sehr viele kalte Tage gegeben hat, an denen unsere Fahrzeuge im Einsatz standen, um Salz zu streuen, obwohl es keine Schneefälle gab“, so Gaber.

Hoher Salzverbrauch auch im Lavanttal Insgesamt brachten die Mitarbeiter in der abgelaufenen Saison rund 3.700 Tonnen Streusalz und zusätzlich rund 50.000 Liter Fertigsole aus, wofür Kosten in der Höhe von rund 350.000 Euro entstanden sind. Zusätzlich mussten noch rund 80.000 Euro für ca. 80.000 Liter Diesel ausgegeben werden. „Aufgrund der tiefen Temperaturen mussten wir oft Salz ausbringen, auch wenn kein Schnee fiel. Mir steht zum Glück ein Wetterbeobachtungsnetz zur Verfügung, dadurch kann ich rechtzeitig reagieren, wenn es notwendig ist“, erzählt Gaber. „Der Winterdienst stellt die Kernkompetenz der Abteilung 9 des Landes Kärnten dar. Deshalb wird größten Wert auf eine sorgfältige Vorbereitung und Durchführung gelegt. Diese hervorragende Vorbereitung habe ich als Straßenbaureferent immer aktiv unterstützt und ich bin davon überzeugt, dass alles Menschenmögliche unternommen wurde, um der Bevölkerung für die Wintermonate größtmögliche Sicherheit und Befahrbarkeit auf Kärntens Straßen zu bieten“, so Verkehrslandesrat Gerhard Köfer.

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