Die Rahmenbedingungen machen es unmöglich: Theater- und Musikfestivals stehen vor dem AusAusgabe 17 | Mittwoch, 22. April 2020

Die Pressekonferenz der Bundesregierung am vergangenen Freitag warf für heimische Kulturveranstalter viele Fragen auf. Der neu gegründete Verein »theaterleben« sagte bereits ab, beim St. Pauler Kultursommer wird eine Entscheidung Ende der Woche getroffen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteurin Simone Jäger Von Simone Jäger jaegerno@spamunterkaerntner.at
Bei der Programmpräsentation im Dezember 2019 war das Team der St. Pauler Kultursommers um den künstlerischen Leiter Siegi Hoffmann (3. v. l.) noch voller Tatendrang, jetzt wackelt das Festival. Foto: Jäger

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Lavanttal, Völkermarkt. Pro 20 Quadratmeter nur ein Besucher, ein Meter Mindestabstand bei der Abendkasse, beim Einlass und den Toiletten, Proben ab Mitte Mai mit nur einer Person auf der Bühne und keine Liebes- oder Kampfszenen, da sich die Sänger oder Schauspieler dabei zu nahe kommen. Unter diesen Bedingungen dürfen im heurigen Sommer – grob zusammengefasst – Theater- und Musikveranstaltungen stattfinden. Das gaben Vizekanzler Werner Kogler und Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek am vergangenen Freitag bekannt. Großveranstaltungen sind bis 31. August untersagt. Proben im Amateurbereich (Chöre, Musikkapellen) sind ebenfalls bis auf weiteres nicht möglich.

Viele Kulturveranstalter in ganz Österreich haben nach diesen Informationen bereits von sich aus ihre großen und kleinen Events abgesagt. 

Im Lavanttal  ist nun auch Obmann Alexander Schwab vom heuer gegründeten Verein »theaterleben« gezwungen, seine für Juli geplante Produktion »Dinner für Spinner« am St. Andräer See um ein Jahr zu verschieben. Eigentlich wollte er mit der heurigen Spielsaison den Grundstein für ein klassisches Sommertheater im Lavanttal legen. »Die Rahmenbedingungen passen nicht. Eine vernünftige Vorbereitung der Produktion ist unmöglich, und das ist sehr bitter«, erklärt Schwab. Die für heuer geplante Komödie soll im Juli 2021 gespielt werden. »Ob auch im nächsten Jahr alle Schauspieler dabei sein können, muss noch geklärt werden«, ergänzt der Obmann. 

»Eine vernünftige Vorbereitung der Produktion ist unmöglich, und das ist sehr bitter«
Alexander Schwab
Obmann »theaterleben«

Noch in dieser Woche trifft sich (digital) das Gremium des St. Pauler Kultursommers, um eine Entscheidung zu fällen. »Nach der Pressekonferenz deutet natürlich vieles darauf hin, dass auch wir absagen müssen. Aber eine endgültige Entscheidung wird erst gemeinsam getroffen«, sagt der künstlerische Leiter Siegi Hoffmann. Das Programm könnte ins nächste Jahr übertragen werden. Bereits im Dezember 2019 präsentierte das Team das Festivalprogramm für den heurigen Sommer, das jährlich Stars der Klassikszene ins Benediktinerstift nach St. Paul bringt. Im Vorjahr besuchten rund 5.000 Gäste die Konzerte.

Die Sommerspiele Eberndorf warten noch bis Ende April zu, ehe sie eine Entscheidung treffen. Für das neu aufgestellte Team um Intendant Florian Kutej sieht die Situation nicht gut aus. Jedoch stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt: »Auch wir fühlen uns von der aktuellen Situation überrannt. Wir prüfen noch und spielen alle Varianten durch, ob es in irgendeiner Form eine Möglichkeit gäbe, die Sommerspiele Eberndorf stattfinden zu lassen. Unsere Entscheidung, ob wir spielen oder nicht, fällt endgültig Ende April.« Auf dem Spielplan stünde »Pygmalion« von George Bernard Shaw.

Ob gespielt wird oder nicht, lässt auch Intendant Andreas Ickelsheimer vom Heunburg Theater noch offen. Auch er prüft noch mögliche Alternativen.

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