Hobby-Winzer aus Reisdorf ist der neue Chef des Abwasserverbands Völkermarkt-JaunfeldAusgabe 32 | Mittwoch, 7. August 2019

Johann Polzer ist seit 1. August Geschäftsführer des Abwasserverbands Völkermarkt-Jaunfeld, der die Abwässer von rund 55.000 Einwohnern in den Mitgliedsgemeinden aufbereitet. Er folgt dem langjährigen Chef Richard Roithner nach, der in den Ruhestand tritt.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteurin Simone Jäger Von Simone Jäger jaegerno@spamunterkaerntner.at
Hält nun den Hebel in der Hand: Johann Polzer ist seit Jahresbeginn beim AWV Völkermarkt-Jaunfeld tätig und seit 1. August neuer Geschäftsführer. Foto: Jäger

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Völkermarkt. Einen geruchsintensiven Job hat Johann Polzer seit dem 1. August inne. Er ist der neue Geschäftsführer des Abwasserverbands Völkermarkt-Jaunfeld (kurz AWV), der 1985 gegründet wurde und dem mittlerweile neun Gemeinden aus dem Bezirk Völkermarkt sowie die Gemeinden Grafenstein und St. Margarethen im Rosental angehören. Er ist somit Chef über rund 840 Kilometer Kanalleitungen, 400 Pumpstationen und fünf Kläranlagen, die von insgesamt zehn Mitarbeitern betreut werden. Auf dem Gelände der größten Kläranlage, der Abwasserreinigungsanlage Kohldorf in der Gemeinde Eberndorf, befindet sich auch der Sitz des AWV.

»Große Fußstapfen«

Polzer folgt dem langjährigen Geschäftsführer Richard Roithner nach, der den AWV von Jänner 1992 bis Juli 2019 leitete und sich 2020 in den Ruhestand begibt (siehe Bericht unten auf dieser Seite).  »Ich wurde sehr gut aufgenommen und konnte mich im vergangenen halben Jahr intensiv im Verband einarbeiten«, sagt Polzer, »Ich weiß, dass ich in große Fußstapfen trete.«

Polzer ist gebürtig aus der Ortschaft Reisdorf bei Klein St. Veit in der Gemeinde Völkermarkt und lebt mit seiner Frau in St. Veit an der Glan. Die beiden Kinder Maxi und Anna befinden sich gerade mitten in ihrem Studium bzw. haben die Universität gerade abgeschlossen. Johann Polzer selbst studierte Kulturtechnik mit dem Schwerpunkt Wasserver- und -entsorgung in Wien und war danach neun Jahre im Siedlungswasserbau für zwei Ingenieurbüros tätig. Anschließend war er 16 Jahre lang bei der Landesimmobiliengesellschaft Kärnten.

»Jetzt kehre ich beruflich und örtlich zurück zu meinen Wurzeln«, sagt der 53-Jährige, der immer einen starken Bezug ins Unterland hatte. Auf der (mittlerweile verpachteten) Landwirtschaft seines Vaters in Reisdorf ist er regelmäßig anzutreffen. Nach der Matura verpflichtete er sich ein Jahr freiwillig beim Bundesheer, nahm auch später regelmäßig an Reserveübungen teil und war Sperrzugskommandant in Bleiburg.

Als Ausgleich zum Berufsalltag arbeitet Polzer gerne mit den Händen. So ist er gerade dabei, am Bischofberg in der Gemeinde Völkermarkt auf 740 m Seehöhe einen Weingarten anzulegen und auf dem Gelände zwei alte Gebäude zu renovieren: »400 Pflanzen wurden gesetzt. In vier Jahren hoffe ich auf die erste Ernte.« Ein Sauvignon blanc soll es werden. Wobei Polzer sich nicht als Weinexperte deklariert: »Mir muss Wein schmecken, ich mache keine Wissenschaft daraus.«

Neue Herausforderungen

Doch zurück zu seiner neuen Aufgabe. Während Polzers Vorgänger maßgeblich mit dem Aufbau des Kanalnetzes beschäftigt war, steht der neue Geschäftsführer vor anderen Herausforderungen: »Nach dem Ende der Bauphase gilt es, die Anlagen optimal zu betreiben und möglichst lange zu nutzen. Ich sehe uns als Dienstleister für die Bürger.« 

Weitere neue Themen sind etwa die Findung von Synergien mit dem Schutzwasserverband, der im Bezirk Völkermarkt gegründet werden soll, eine Vernetzung mit der allgemeinen Wasserversorgung oder der Einbau von smarten Wasserzählern. Außerdem sind der zukünftige Umgang mit Klärschlamm und das Filtern von immer mehr Mikroplastik und Medikamentenrückständen aus den Abwässern weitere Herausforderungen. »Wie man hier weiter vorgeht, hängt in erster Linie von der Gesetzgebung ab. Weitergehende Reinigungen werden sicher nötig sein«, so Polzer.

Mehr über den Abwasserverband Völkermarkt-Jaunfeld erfahren Sie hier.

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