St. Michael erhält StraßennamenAusgabe | Mittwoch, 6. März 2019

Da es keine Wegbezeichnungen in dem Wolfsberger Ort gibt, haben Hilfsorganisationen, Zulieferer, aber auch Einheimische Probleme, ihre Ziele zu finden. Zwei Stadträte arbeiten daran, das zu ändern.

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Wolfsberg. Derzeit geht es zu wie bei Kraut und Rüben. Das soll sich im nächsten Sommer ändern. In der jüngsten Sitzung des Wolfsberger Gemeinderats hat Stadtrat Alexander Radl (SPÖ) beantragt, Ordnung in St. Michael zu schaffen. Soll heißen, der Ortsteil wird Straßennamen erhalten.

»Ich wohne selbst in St. Michael«, sagt Radl zu den Unterkärntner Nachrichten, »und wurde von Bürgern angesprochen, die sich das wünschen.« Denn derzeit ist die Lage, um es milde zu formulieren, unübersichtlich. Sieht man von der St. Michaeler Straße ab, gibt es im Ort keine Wegbezeichnungen, jedes Gebäude hört auf die Namen St. Michael oder Hattendorf. Dazu kommt, dass die Nummern der Häuser dem Zeitpunkt der Parzellierung entsprechen und daher von einer Reihenfolge keine Rede sein kann.  »Auch in meinem Weg gibt es Bauten, deren Nummern weit voneinander abweichen«, sagt Radl, laut dem selbst Einheimische manchmal Probleme haben, bestimmte Häuser zu finden. Dass Zulieferer, deren Dienste in Zeiten von Amazon und Co. immer stärker in Anspruch genommen werden, in St. Michael am Rande der Verzweiflung stehen, versteht sich von selbst. Radl: »Man kann sich wirklich schwer orientieren.« Aber auch Kunden von in St. Michael ansässigen Betrieben und Blaulichtorganisationen haben Probleme, ihre Ziele zu finden.

Das wird sich ändern. Der Gemeinderat nahm Radls Antrag, Wegnamen und neue Hausnummern festzulegen, einstimmig an. Mit dem zuständigen Stadtrat Josef Steinkellner (ÖVP) will sich Radl auf ein Konzept stützen, das der frühere Gemeinderat Horst Feichter ausgearbeitet hatte. Radl: »Die Wege sollen nach Blumen und Pflanzen benannt werden.«

Stadtrat Steinkellner meint: »Die Namen lebender Personen möchten wir nicht verwenden. Vorschläge über Benennungen hören wir uns aber an.« Gelegenheit, sie einzubringen, wird die Bevölkerung ab September haben, wenn sie bei zwei Info-Veranstaltungen über das Vorhaben aufgeklärt wird. Steinkellner: »Betroffen sind 500 Häuser und 80 Straßen. Alle Haushalte werden per Postwurf zu den Veranstaltungen eingeladen.« Die Kosten der »Neutaufen« beziffert er mit 30.000 Euro, »wir werden versuchen, bereits bestehende Standsäulen auszunutzen«. Spätestens im Frühsommer 2020 soll die Maßnahme umgesetzt sein.

Nicht alle werden dafür sein
Beide Stadträte sind sich bewusst, dass nicht alle Bewohner über die Maßnahme jubeln werden. Denn ändert sich die Adresse, müssen auch amtliche Dokumente, Kontodaten, Zulassungsscheine und vieles mehr angepasst werden. »Einige werden vielleicht dagegen sein, aber der Ordnung halber müssen wir das machen«, sagt Radl.

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