Frauenhaus veranstaltet Filmabend im KUSSAusgabe | Mittwoch, 27. Februar 2019

Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, veranstaltet die Einrichtung einen Filmabend für Frauen. Damit wird darauf hingewiesen, dass es noch viel zu tun gibt, bis Frauen gleichgestellt sein werden.

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Wolfsberg. Im Vorjahr wurden 26 Frauen und 21 Kinder im Lavanttaler Frauenhaus in Wolfsberg aufgenommen und betreut, durchschnittlich blieben sie 55 Tage in der Einrichtung. Die überwiegende Mehrheit waren Lavanttalerinnen, einige Betroffene stammten auch aus anderen Teilen Kärntens. Was auffiel: Nur sehr wenige Frauen mit Migrationshintergrund nehmen die Hilfe des Frauenhauses in Anspruch. »Wir sind Tag und Nacht, 365 Tage im Jahr für Frauen in Notlagen da«, sagt Gertrude Haßler, Vorständin der Einrichtung, die sechs hauptamtliche und 13 geringfügig beschäftigte Mitarbeiterinnen beschäftigt.

Um darauf aufmerksam zu machen, dass es trotz vieler gesellschaftlicher und politscher Errungenschaften für Frauen noch immer gezieltere öffentliche Maßnahmen braucht, veranstaltet das Lavanttaler Frauenhaus am Internationalen Frauentag am 8. März einen Frauenfilmabend im Wolfsberger KUSS. Um 19.30 Uhr wird der Film »Book Club« gezeigt, »ein amüsanter Streifen«, sagt Frauenhaus-Vorständin Irmgard Pogatschnigg. 

Ihr ist vor allem eines wichtig: »Der Frauentag soll nicht spurlos vorübergehen, es gibt noch sehr viel zu tun, viele Themen sind zu bearbeiten. Denn Frauen sind noch keineswegs gleichgestellt.« Haßler meint: »Im Vorjahr wurden in Österreich 41 Frauen ermordet. In den vergangenen Wochen haben wir sechs Tragödien erlebt, bei denen Frauen zu Tode gekommen sind. Auch das Lavanttaler Frauenhaus war von einem Vorfall betroffen.« (Anm.: Am 16. Februar versuchte ein 28-Jähriger, in das Haus einzudringen, in dem seine Frau und sein Kind Zuflucht gefunden hatten. Polizisten mussten ihn mit Pfefferspray zur Räson bringen, ehe sie ihn festnehmen konnten.) Haßler ruft alle Frauen, die bedroht werden, auf, sich an das Frauenhaus zu wenden: »Wir sind unter der Nummer 04352/36929 immer erreichbar und stehen den Frauen mit Hilfe, Rat und Informationen zur Seite.«

Der Weg aus der Gewalt
Pogatschnigg: »Jede fünfte Frau hat in einer Beziehung Gewalt erlebt. Frauen haben oft Probleme, den Mut aufzubringen, sich von einem gewalttätigen Partner zu trennen und den Schritt in die Ungewissheit zu setzen. Es gibt aber einen Weg aus der Gewalt.« Das Frauenhaus gibt den Opfern und ihren Kindern nicht nur eine Unterkunft, es hilft auch bei der Job- und Wohnungssuche, Amtswegen und vielem mehr.

Laut Pogatschnigg ist im Lavanttal der Mangel an leistbaren Wohnungen ein Problem für Frauen: »Es gibt keine Wohnung unter 3.000 Euro Kaution. Für Frauen, die mit leeren Händen dastehen, eine große Hürde.« Dazu haben viele Betroffene keine abgeschlossene Ausbildung, was ihnen den Zutritt zum Arbeitsmarkt erschwert. Auch die Betreuung ihrer Kinder stellt sie vor Schwierigkeiten. »Und viele Männer verweigern den Unterhalt, wenn sich ihre Frauen von ihnen trennen«, sagt Pogatschnigg.

Der Frauenfilmabend startet um 18 Uhr, um den Frauen die Möglichkeit zu geben, sich vor dem Film auszutauschen. Die Begrüßungsworte spricht Frauen-Landesrätin Sara Schaar, der Eintritt beträgt – je nach Sitzreihe – zwischen acht und zwölf Euro.

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