Debatte um WindräderAusgabe | Mittwoch, 30. Januar 2019

Die ARGE der Alpinen Vereine Kärntens lud zu einem Expertenforum in Klagenfurt, bei dem die kritischen Aspekte der Windkraftnutzung behandelt wurden. Franz Dorner hebt die geringe Umweltbelastung hervor.

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Klagenfurt, Lavanttal. Die Arbeitsgemeinschaft der Alpinen Vereine Kärntens lud am 25. Jänner in das ÖGB-Haus nach Klagenfurt, um unter dem Titel »Windräder auf Kärntens Bergen?« die problematischen Aspekte der Windenergienutzung zu beleuchten. Der Einladung gefolgt sind mehr als 120 Menschen aus den Kärntner Bürgerinitiativen, Fachleute der KELAG, führende Kärntner Politiker, Betreiber, Projektwerber und Gegner von Windkraftanlagen sowie Vertreter von Naturschutzorganisationen.

Laut Energiesprecher Christian Benger, gäbe es in unserem Bundesland punktuelle Chancen im Bereich Windkraft, gesamt betrachtet sei Kärnten aber kein Windkraft-Land. »In Kärnten soll Windkraft dort eingesetzt werden, wo genug Wind herrscht und damit Energie wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch vertretbar gewonnen werden kann«, so Benger, dem auch die Planungssicherheit für die Projektwerber und Investoren wichtig ist: »Jahrelange Verfahren, ob ein Windrad gebaut werden kann oder nicht, dürfen nicht stattfinden. Hier braucht es rasche Behördenverfahren.«

Gerhard Lieb, Grazer Universitätsprofessor, referierte über die kritischen Aspekte der Windenergie aus geografischer und kulturhistorischer Sicht. Zwischen dem Flächenverbrauch und dem Nutzen der Windkraft im Gebirge herrsche laut Lieb ein grobes Missverhältnis. Er sehe die Windkraftanlagen als monofunktional an, weshalb sie einer nachhaltigen und gesamtheitlichen Alpenrepublik im Sinne der Alpenkonvention widersprechen würden.
Die Koreferenten Herbert Jungwirth vom Oberösterreichischen Alpenverein und Josef Friedhuber von den Naturfreunden wiesen ebenso auf den Widerspruch zur Alpenkonvention und damit auf die Gefahr eines Verstoßes gegen europäisches Völkerrecht und unmittelbar anwendbares Bundesrecht hin.
Die anwesenden Politiker betonten, dass Kärnten »kein Windkraftland« sei und im Vordergrund Wasserkraft sowie Nutzung von Biomasse und Photovoltaik stehe. Umweltlandesrätin Sara Schaar betonte aber, dass Österreich ein Rechtsstaat sei und sie niemanden davon abhalten könne und wolle, Anträge zu stellen. Für Kärnten würden aber nur wenige, punktuelle Landstriche in Betracht kommen.

Kritisiert wird die Entscheidungsfindung bzgl. der Errichtung von Windkraftanlagen vom Lavanttaler Franz Dorner: »Die Landwirte sind es doch, die ein Interesse am Erhalt der Natur haben. Wenn es um die Windkraftanlagen geht, werden diese aber nicht gefragt. Die Personen, die die Entscheidungen treffen, sind der Praxis fern.«

Einen klaren Vorteil sieht Dorner im Hinblick auf die Umwelt: »Die Umweltbelastung fällt bei Windenergie am geringsten aus. Pro Kilowattstunde betragen die Umweltkosten hier lediglich 0,28 Cent.« Zum Vergleich: Eine durch Wasserkraft erzeugte Kilowattstunde verursacht Umweltkosten von 0,30 Cent, Biomasse 7,71 Cent und Öl, Braun- und Steinkohle alle im Bereich von 20 Cent.

Dorner hat selbst die Absicht, einen Windpark im Bereich Bärofen zu errichten. Derzeit läuft ein Vorprüfungsverfahren im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung. Mit einer Entscheidung könne man, so Dorner, im Herbst rechnen.

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