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Lavanttal. Man musste am vergangenen Mittwoch, 12. November, einen schnellen Blick auf den Kalender werfen, ob es nicht noch Faschingsbeginn war, als man erfuhr, dass der RZ Pellets WAC sich von Trainer Peter Pacult getrennt hat. WAC-Präsident Dietmar Riegler zog die Reißleine, wie er mehrfach im Rahmen einer Pressekonferenz in der Vorwoche betonte. Und die Medien waren nicht ohne Grund in die Lavanttal-Arena gekommen: Der WAC hat, nur wenige Stunden nachdem man sich offiziell von Pacult getrennt hatte, bereits seinen Nachfolger, Ismail Atalan, vorgestellt. Am Tag danach standen Atalan und Riegler den Medienvertretern Rede und Antwort. Riegler begrüßte die Medien so: »Ich hätte selber nicht gedacht, dass wir so schnell wieder zusammensitzen, aber wie Fußball nun einmal so ist, weiß man nie, was kommt. Und aufgrund verschiedener Umstände habe ich mich dazu entschlossen, den Trainerposten neu zu besetzen.« Riegler betonte auch, dass es seine Entscheidung war, Pacult als Nachfolger von Dietmar Kühbauer zu holen und er mit dieser Personalentscheidung sehr zufrieden war. Allerdings sagte der WAC-Präsident: »Ich bin draufgekommen, dass nicht ich, sondern die Mannschaft mit ihm arbeiten muss und hier hat die Chemie einfach nicht gepasst. Deshalb haben wir den Trainerposten neu besetzt.«
»Die Gespräche mit Ismail waren sehr gut. Ich bin überzeugt, dass er ein guter Trainer sein wird«
Dietmar Riegler, WAC-Präsident
Erst am 13. Oktober wurde Pacult als Trainer beim WAC vorgestellt. Der Wiener saß bei vier Bundesligaspielen auf der WAC-Bank. Es gab einen Sieg, ein Remis und zwei Niederlagen. Außerdem gewann man im ÖFB-Pokal gegen Amstetten nach Verlängerung. Am 12. November gab der WAC die Trennung von Pacult (66) bekannt, nur eine Stunde später wurde Ismail Atalan (45) als sein Nachfolger präsentiert.
Riegler betonte, dass man sich mit Atalan auch dazu entschlossen habe, auf altbewährte Wege zurückzukehren: »Es ist nicht das erste Mal, dass wir für einen Trainer die erste Bundesligastation sind. Ilzer, Struber und Feldhofer sind alle aus der zweiten Liga zu uns gekommen. Das war auch einer der Gründe für mich, mit Ismail näher in Kontakt zu treten. Die Gespräche waren sehr gut. Ich bin überzeugt, dass er ein guter Trainer sein wird.«
Das ist der neue Trainer
Ismail Atalan ist in Österreich kein Unbekannter. Der 45-jährige Deutsche ist gebürtiger Kurde und saß in der vergangenen Saison auf der Trainerbank des Kapfenberger SV. Er führte die Steirer nach schwierigen Spielzeiten auf den dritten Rang der zweiten Liga. Dafür erhielt er auch die Auszeichnung zum »Trainer des Jahres« in der zweiten Liga. Atalan verließ Kapfenberg nach der Saison »aufgrund von Differenzen in der sportlichen Zielsetzung«, wie es in der Aussendung des WAC heißt, auf eigenen Wunsch.
»Im Endeffekt geht es darum, was die Spieler können und was am besten zu ihnen passt«
Ismail Atalan, WAC-Trainer
Für Schlagzeilen in Deutschland sorgte Atalan als Trainer der Sportfreunde Lotte. Der deutsche Regionalligist schaffte mit Atalan als Trainer den erstmaligen Aufstieg in die dritte Liga und sorgte mit dem Einzug in das DFB-Pokal-Viertelfinale für Furore. Auf dem Weg dorthin eliminierte Lotte unter anderem die Bundesligisten Werder Bremen und Bayer Leverkusen.
Atalan sagte bei seiner Vorstellung: »Ich bin froh hier zu sein. Ich freue mich auf die Jungs, kann mich mit dem Kader und dem Verein auf jeden Fall identifizieren. Schon in den ersten Gesprächen hat sich bestätigt, dass wir menschlich auf einer Wellenlänge sind. Ich fühle mich willkommen.« Der 45-Jährige sagte auch, dass er sich auf kein starres System versteifen möchte: »Im Endeffekt geht es darum, was die Spieler können und was am besten zu ihnen passt.«
Auf ein weiteres Nachhaken, was die konkreten Gründe für die Entlassung Pacults gewesen seien, antwortete WAC-Boss Riegler abschließend: »Es war eine absolut persönliche Entscheidung. Ich habe immer gesagt, dass ich Hartberg (Anm.: der WAC verlor gegen Hartberg kürzlich mit 1:2) abwarte. Ich muss eingestehen, dass ich einen Fehler gemacht habe, vielleicht habe ich die Situation unterschätzt und Sachen nicht so bewertet, die wichtig sind. Ich nehme es voll auf meine Kappe, diesen Fehler muss ich mir eingestehen.«

Von Philipp Tripolt
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