In den beiden Lavanttaler Dekanaten kehrten im Vorjahr 630 Katholiken der Kirche den RückenAusgabe 4 | Mittwoch, 22. Januar 2020

Die katholische Kirche veröffentlichte die Austrittszahlen 2019 für Österreich. Kärnten liegt mit 5.815 ausgetretenen Personen und somit einem Plus von 64,92 Prozent an der Spitze der Statistik. Im Lavanttal gab es ebenfalls ein starkes Plus an Kirchenaustritten.

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Lavanttal. So hoch wie noch nie war die Anzahl der Kirchenaustritte in der Diözese Gurk im Vorjahr. Mit 5.815 ausgetretenen Personen gab es im Vergleich zu 2018 mit 3.526 Austritten ein Plus von 64,92 Prozent. Dieser Trend machte sich auch in den beiden Lavanttaler Dekanaten Wolfsberg und St. Andrä (zu St. Andrä zählt auch die Pfarre Pustritz, die geografisch zu Griffen gehört) eindeutig bemerkbar. 

Austritte im Lavanttal

So gab es im Dekanat Wolfsberg im Vorjahr 408 Austritte, 2018 waren es 220. Die Zahl der Wiedereintritte blieb hingegen fast gleich: 26 waren es 2019, 25 im Jahr davor. Mit Stichtag 1. Jänner 2020 betrug die Katholikenzahl im Dekanat Wolfsberg 27.580, am 1. Jänner 2019 waren es noch 28.129 Personen. Im Dekanat St. Andrä stehen 222 Kirchenaustritte im Vorjahr 121 im Jahr 2018 gegenüber. Die Zahl der Wiedereintritte blieb ebenfalls fast gleich: elf 2019 und neun 2018.  Die Katholikenzahl ist von 15.618 (1. Jänner 2019) auf 15.345 (1. Jänner 2020) gesunken.

Insgesamt machen die Kirchenaustritte des Vorjahres 1,6 Prozent der Gesamtzahl der Katholiken in der Diözese Gurk aus. Mit Stichtag 1. Jänner 2020 sind 356.920 Kärntner römisch-katholisch. Das sind 63,63 Prozent der Gesamtbevölkerung Kärntens.

»Wir müssen zeigen, dass das christliche Lebenskonzept für den Alltag tauglich ist«
Burkhard Kronawetter
Diözesanökonom

Die Gründe für die massiven Austritte nennt Diözesanökonom Burkhard Kronawetter: »Wir merken in Kärnten, was sich im vergangenen Jahr abgespielt hat. Vermehrt Austritte gab es von Jänner bis März 2019 während der apostolischen Visitation. Danach sanken die Austritte wieder auf ein Normalniveau. Die nächste Welle gab es im Juli 2019, als Dompropst Guggenberger als Diözesanadministrator abberufen wurde.« Doch auch Positives gibt es zu vermelden: Nachdem im Dezember bekannt wurde, dass Caritasdirektor Josef Marketz zum neuen Kärntner Bischof ernannt wird, gab es in diesem Monat laut Kronawetter um 30 Prozent weniger Kirchenaustritte. Marketz wird am 2. Februar im Klagenfurter Dom zum Bischof geweiht. Während viele hochrangige Kirchenvertreter ihr Kommen bereits zugesagt haben, wird Marketz' Vorgänger Alois Schwarz –  von dem sich Marketz nach wie vor eine Entschuldigung erwartet – laut Medienberichten nicht an der Weihe teilnehmen.

Dennoch wird sich die Diözese Gurk Strategien überlegen müssen, um den Menschen die Kirche wieder schmackhaft zu machen. »So viele Menschen es gibt, so viele Austrittsgründe gibt es. Das macht ein Bündel an Maßnahmen notwendig. Wir müssen zeigen, dass das christliche Lebenskonzept für den Alltag tauglich ist«, so Kronawetter.

Wie man etwa die Jugend (zurück-)gewinnen könnte, ist Thema der Pastoralkonferenz, die in dieser Woche im Stift St. Georgen am Längsee stattfindet und an der alle Dechanten und deren Stellvertreter teilnehmen.

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