Das heimische Fußball-Unterhaus steht vor einer ungewissen ZukunftAusgabe 14 | Mittwoch, 1. April 2020

Wann der Ball wieder rollt, weiß aktuell noch niemand. Entscheiden kann darüber nur der ÖFB. Fakt ist: Je länger der Spielbetrieb ausgesetzt wird, desto größer werden die finanziellen Probleme für die Vereine.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Die Einstellung des Spielbetriebs bringt für die heimischen Amateurvereine auch eine Reihe von Problemen mit sich. Ohne Einnahmen drohen die laufenden Kosten erhebliche finanzielle Schäden zu hinterlassen. Für die sportlichen Ziele nahmen viele Vereine Geld in die Hand. Foto: Tripolt

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Lavanttal. Die Coronakrise betrifft derzeit alle Bereiche des täglichen Lebens und so ist auch der regionale Amateurfußball von den Auswirkungen nicht verschont geblieben. Der Spielbetrieb wurde bundesweit eingestellt, wie es weitergeht, weiß aktuell noch niemand. Gerade Vereinen fernab des Profibetriebs steht eine ungewisse Zukunft bevor. Diskutiert wurde zuletzt auch ein Aussetzen des Spielbetriebs bis in das Frühjahr 2021, wo der Spielbetrieb mit dem aktuellen Tabellenstand wieder aufgenommen werden soll. Eine Entscheidung diesbezüglich kann nur noch bundesweit, sprich über den Österreichischen Fußballbund (ÖFB), erfolgen.

»Wir befinden uns, wie alle anderen Vereine auch, in einem 100-prozentigen Stillstand. Das Wichtigste ist für die Vereine, dass gespielt wird. Wenn der Spielbetrieb für das ganze Jahr 2020 ausgesetzt wird, müssen sich einige Vereine die Existenzfrage stellen«, weiß Erwin Svensek, Obmann des FC St. Michael. Der Verein, der aktuell auf dem sechsten Tabellenplatz der Unterliga Ost steht, hat für dieses Jahr eine Jubiläumsfeier geplant. Wie es jetzt weitergeht, weiß auch Svensek nicht: »Die Sponsoren sind einer der vielen Bereiche, bei denen man nicht weiß, wie es in Zukunft aussieht. Die Unternehmen haben im Moment andere Probleme.« Was das Training der Spieler betrifft, so vertraut der Obmann auf die Eigenverantwortung der Spieler und versichert: »Wir stehen den Spielern moralisch zur Seite.«

Familiäres Umfeld
Ungewissheit herrscht natürlich auch beim SV Bad St. Leonhard. Nach einem holprigen Saisonstart konnte man zum Ende der Herbstsaison den Anschluss an die Tabellenmitte in der 1. Klasse D finden und überwinterte auf dem zehnten Tabellenplatz. Besonders ärgerlich für die Schwarz-Gelben: Das KFV-Cup-Achtelfinale gegen WSG Radenthein hätte am 14. März stattfinden sollen. »Mit dem Cupspiel, den Ausbildungsentschädigungen und dem Stadtpokal, fehlen uns mindestens 20.000 Euro. Da sind die Einnahmen aus der Meisterschaft noch nicht berücksichtigt«, so Obmann Peter Schlacher, der hinzufügt: »Es bleibt zu hoffen, dass bei den Förderungen nicht auf die kleinen Vereine vergessen wird, die auch für den heimischen Nachwuchs arbeiten.« Im Winter gab es beim SV Bad St. Leonhard keine Ausgaben, was unter anderem ein Grund dafür ist, dass der Verein nicht um seine Existenz fürchten muss.

»Es bleibt zu hoffen, dass bei den Förderungen nicht auf die kleinen Vereine vergessen wird«
Peter Schlacher, Obmann SV Bad St. Leonhard

Enttäuschend ist die Situation auch für den SV Lavamünd. »Natürlich möchten wir spielen. Die Mannschaft hat sich gut vorbereitet für das Frühjahr und hat hohe Ambitionen, aber die Gesundheit geht natürlich vor. Wir können nur abwarten«, so Obmann und Nachwuchsleiter Reinhold Ertler. »Wie es weitergeht, weiß leider noch keiner. Ebenso ist offen, was mit den Abos und Sponsoren geschieht. Man kann nicht erwarten, dass dann wieder alles normal weiterläuft. Es wird sicher Veränderungen geben«, so Ertler, der die finanzielle Entwicklung zwar noch nicht abschätzen kann, sich aber sicher ist, dass es einen Schaden für den Verein geben wird.

Horror-Szenario
Sollte die diesjährige Saison annulliert werden, würde diese Maßnahme den TSV Preitenegg besonders schwer treffen, wie Obmann Reinhold Brunner verrät: »Die aktuelle Situation ist natürlich schwierig, weil wir Tabellenführer sind und nicht wissen, wie es weitergeht. Wir haben Geld in die Hand genommen und viel daran gesetzt, um aufzusteigen. Wenn die Saison jetzt beendet wird, ist das für uns, als kleiner Verein, schwierig.« Neben dem womöglich verpassten Aufstieg, besteht für Preitenegg aber ein weiteres Problem. Brunner: »Für unser 45-Jahr-Jubiläum haben wir Anfang Juni ein großes Zeltfest geplant, das wir demnächst absagen.« Er hält aber auch fest, dass »die Leute von Musik und Zeltverleih uns sehr entgegen kommen«. Ein Problem werden mit Fortdauer auch die Finanzen: »Wir haben für Leihspieler bezahlt, die nicht spielen können und die Platzerhaltung kostet Geld. Aber es fehlen die Einnahmen«, so der Obmann, der abschließend hinzufügt: »Die Situation ist für alle Vereine schwierig, nicht nur für uns.«

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