ATSV-Trainer Kirisits im InterviewAusgabe | Donnerstag, 3. Januar 2019

Helmut Kirisits über seine Zeit bei Rapid, den Ausflug in die Politik und warum er Lehrer wurde.

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Wie und wo sind Sie im Lavanttal aufgewachsen?

Meine Eltern sind von Stinaz im Burgenland nach St. Andrä gezogen, weil mein Vater bei der Straßenabteilung des Landes als Bauingenieur einen Job bekommen hat. Als ich fünf Jahre alt war, sind wir nach Wolfsberg übersiedelt.

Wie ist die Begeisterung für den Fußball entstanden?

Mein Vater hat beim ATUS gespielt, war später auch Sektionsleiter und wir haben neben dem Platz gewohnt. Durch eine kleine Tür konnten wir von unserem Garten direkt auf das Spielfeld. Mein Bruder und ich haben schon als Fünfjährige bei der Schülermannschaft mittrainiert, das Talent haben wir wohl vom Vater mitbekommen.

Sie sind als 18-Jähriger zum GAK gewechselt, warum nicht zur Austria Klagenfurt?

Obwohl ich in der Kärntner Liga Torschützenkönig war, hat das bei der Austria niemanden interessiert. Beim GAK hat man aber sehr wohl nach Kärnten geschaut. Damals haben mit Fendler, Repitsch, Rebernig, Lamprecht, meinem Bruder und mir gleich sechs Kärntner dort gespielt. Zum Glück bin ich schnell Stammspieler geworden.

Danach wechselten Sie zu Rapid. Wie lief es in Wien?

Als ich hinkam, hatte ich Gelbsucht und musste zwei Wochen ins Krankenhaus. Trotzdem habe ich danach gleich den Sprung in die Kampfmannschaft geschafft. Ich durfte die Nummer zehn tragen, das war natürlich eine große Ehre. Besonders stolz bin ich darauf, dass ich noch auf der legendären Pfarrwiese in Hütteldorf spielen durfte. Die Hütt`n war damals immer voll und die Stimmung einzigartig. Es ist auch sportlich nicht schlecht gelaufen. Leider hatten wir gegen die Austria Wien damals keine Chance, weil sie mit Koncilia, Obermayer, Sara, Prohaska, Baumeister, Gasselich etc. die sogenannte Jahrhundert-Mannschaft hatten. Aber wir waren die klare Nummer zwei, nicht so wie heute. Was da bei Rapid passiert, tut mir weh, weil im Herzen bin ich noch immer Rapidler.

Sie haben zwei Jahre mit Hans Krankl zusammengespielt. Wie war er als Typ?

Super. Überhaupt nicht eingebildet. Er war lustig, bei uns ist damals immer der Schmäh gelaufen. Natürlich war er sehr ehrgeizig, und Tore zu schießen war für ihn das Schönste auf der Welt.

Sie sind von Rapid zu Panathinaikos nach Athen gewechselt. Wie kam es zu diesem Transfer?

Der Präsident von Panathinaikos war ein Reeder, und der wollte unbedingt Schneckerl Prohaska holen, aber die Austria war nicht bereit, ihn gehen zu lassen. Da hat ein Berater des Präsidenten den Sportjournalisten Michael Kuhn angerufen und gefragt, ob er nicht einen ähnlichen Typen kennt. Der hat mich vorgeschlagen. Ich hatte damals auch Angebote von Brügge, Innsbruck und dem LASK, aber als ich mit dem Flugzeug über Athen flog und hinunter schaute, wusste ich, wenn da was geht, dann bleibe ich. Das Meer, die Leute, die Mentalität  - es war eine tolle Zeit. Leider hatte ich immer wieder Probleme mit dem Knie und nach eineinhalb Jahren stand ich auf der Transferliste. Die Wolverhampton Wanderers wollten mich unbedingt haben, aber da ich nie in der A-Nationalmannschaft gespielt habe, war ein Transfer nach England damals nicht möglich. So bin ich bei OFI Heraklion auf Kreta gelandet.

Spielen, wo andere Urlaub machen, sozusagen …

Ja. Der Fußball hatte dort einen ganz anderen Stellenwert. Als Fußballer warst du dort ein Gott. Wenn ich mit meiner damaligen Frau über den Markt in Heraklion spaziert bin, sind wir mit einem Kilo Orangen, einem Kilo Bananen und anderen Sachen nach Hause gegangen. Die Leute wollten mir alles mitgeben, ohne dass ich bezahlen musste. Als ich zwanzig Jahre später auf Kreta Urlaub gemacht habe, habe ich niemanden in Griechenland etwas gesagt, weil ich ein paar alte Kollegen und Funktionäre überraschen wollte. Die haben das aber irgendwie rausbekommen, und der Urlaub war gelaufen. Ich musste Interviews fürs Fernsehen und fürs Radio geben und hatte täglich irgendwelche Verpflichtungen.

Die Gagen waren in Griechenland sicher auch besser …

Ich habe dort mehr verdient als in Österreich. Aber mit den heutigen Summen kann man das nicht vergleichen. Ich habe als Fußballer gut verdient, konnte bestens leben und mir ein Haus bauen, aber ausgesorgt hatte man damals nicht.

Warum sind Sie wieder nach Österreich zurückgekehrt?

Ich hatte damals keine Ausbildung, keinen Beruf und ich wollte nicht nach der Karriere um einen Job betteln müssen. Deshalb bin ich zur VOEST gegangen und habe auf der Pädak in Linz die Ausbildung zum Volksschullehrer gemacht und danach gleich einen Job bekommen.

Was ist das Schöne am Beruf des Lehrers?

Ich bringe gerne Kindern und jungen Leuten etwas bei. Ich kann das ganz gut. Als Trainer ist es ähnlich, denn Fußballer sind zwar größer, aber doch irgendwie Kinder geblieben.

Wurden Sie deshalb Trainer?

Nicht nur. Ich bin halt einfach ein Fußballbesessener. Fußball ist mein Leben. Ich verdanke diesem Sport so viel. Ich habe Freunde in Wien, Graz, Linz und in Griechenland und so viele schöne Dinge erlebt. Dazu hatte ich das Glück, dass ich beim WAC als Trainer praktisch in der zweiten Liga einstieg und danach mit mehreren Klubs schöne Erfolge feiern konnte.

 

Ihre Söhne Michael und Alex spielen in der Unterliga bei St. Michael. Enttäuscht, dass sie nicht so gut sind wie der Vater?

Überhaupt nicht. Ich bin sehr stolz auf die beiden. Sie haben auch in höheren Ligen gespielt und als Fußballer einen guten Namen. Ich sehe mir gerne die Heimspiele in St. Michael an, weil dort eine Gaude ist und die Buben einen ordentlichen Fußball spielen. 

Sie waren auch FPÖ-Stadtrat in Wolfsberg. Was hat Sie bewogen in die Politik zu gehen?

Man hat mich damals gefragt, ob ich mitarbeiten will und das habe ich gemacht. Wir haben im Stadtsenat gut zusammengearbeitet und auch einiges weitergebracht. Ich war unter anderem Jugendreferent und die Aktion »Over the Limit«, die wir damals eingeführt haben, läuft noch immer.

Warum sind Sie wieder aus der Politik ausgestiegen?

Aus Zeitgründen. Ich war Stadtrat, Volksschuldirektor und Fußballtrainer. Das alles unter einen Hut zu bringen, wurde immer schwieriger.

Haben Sie den Ausflug in die Politik bereut?

Nein, ich bereue überhaupt nichts.

Warum sind Sie wieder ins Lavanttal zurückgekehrt?

Ich könnte mir nie vorstellen, in Wien zu leben. Wenn ich ein, zwei Jahre länger in Griechenland geblieben wäre, dann wäre ich wahrscheinlich heute noch dort. Aber Wolfsberg ist meine Heimat. Hier gehöre ich hin.

Wie und wo sind Sie im Lavanttal aufgewachsen?

Meine Eltern sind von Stinaz im Burgenland nach St. Andrä gezogen, weil mein Vater bei der Straßenabteilung des Landes als Bauingenieur einen Job bekommen hat. Als ich fünf Jahre alt war, sind wir nach Wolfsberg übersiedelt.

Wie ist die Begeisterung für den Fußball entstanden?

Mein Vater hat beim ATUS gespielt, war später auch Sektionsleiter und wir haben neben dem Platz gewohnt. Durch eine kleine Tür konnten wir von unserem Garten direkt auf das Spielfeld. Mein Bruder und ich haben schon als Fünfjährige bei der Schülermannschaft mittrainiert, das Talent haben wir wohl vom Vater mitbekommen.

Das gesamte Interview finden Sie in der Ausgabe Nr. 1 der Unterkärntner Nachrichten.

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