Seit 1887 | Das unabhängige Wochenblatt für Unterkärnten

Vom Schulwart zum Praterkönig: Spezi Hansi freut sich über die Gründung eines eigenen FanclubsAusgabe 40 | Mittwoch, 30. September 2026

Als Musiker, Schulwart und Publikumsliebling hat sich Spezi Hansi einen Namen gemacht. Nach erfolgreichen Jahren im Wiener Prater steht der Wolfsberger heute wieder verstärkt in seiner Heimat auf der Bühne. Nun wurde für ihn auch ein Fanclub gegründet.

E-Mail

0 Kommentare

Meist gelesen

Artikel

Wolfsberg. Musik ist für Johann Stromberger (71), bekannt als Spezi Hansi, nicht nur ein Hobby, sondern eine Lebenseinstellung. Seit beinahe sechs Jahrzehnten begleitet ihn die Musik durch sein Leben. Angefangen hat alles in Wolfsberg, wo er geboren und aufgewachsen ist. Bereits als Zwölfjähriger griff er zur Gitarre. Was damals als jugendliche Begeisterung begann, entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen Laufbahn.

Dass Spezi Hansi längst Kultstatus erreicht hat, zeigt auch eine aktuelle Entwicklung. Mit dem »Verein Musikfreunde Lavanttal – Spezi Hansi Fanclub« wurde ein eigener Fanclub ins Leben gerufen, der heuer offiziell am 1. September gegründet wurde. Rund 30 Mitglieder zählen bereits dazu. Wer Mitglied werden möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0664/455 68 41 bei Fanclub-Obmann Emmerich Amberger melden. Er plant gemeinsam mit den Mitgliedern Aktivitäten. Neben einer Weihnachtsfeier im Clublokal, dem Gasthof »Moar«, sind Ausflüge zu Auftritten, ein Wandertag sowie Aktivitäten beim Wolfsberger Adventmarkt vorgesehen. 

Jahre auf der Bühne

Mit 17 Jahren stand Spezi Hansi – damals noch als Johann Stromberger – erstmals mit den »Gönitzer Buam« auf der Bühne. Es folgten viele Jahre bei den »Lavanttaler Spitzbuam«, später Auftritte im Trio und Duo. Vor mehr als drei Jahrzehnten entstand schließlich jener Künstlername, unter dem ihn heute im Lavanttal fast jeder kennt: Spezi Hansi. Stromberger: »Die Musik hat mich mein ganzes Leben begleitet. Und sie macht mir heute noch genauso viel Freude wie damals. Ich brauche das einfach.« Über 800 Lieder umfasst sein Repertoire, Schlager, Oldies und Volksmusik wechseln sich ab.

Besonders eng verbunden ist Hansi mit einem Lied, das ihn über Jahrzehnte begleitet hat: »Sierra Madre«. Er erzählt: »Dieses Lied habe ich immer schon gesungen. Ich war einer der Ersten im Lavanttal, die das gespielt haben. Damals mit meinem weißen Mantel und dem Hut. Und heute wollen die Leute das noch immer hören.«

Vom Lavanttal nach Wien

Ein entscheidender Abschnitt begann für ihn vor rund 25 Jahren. Durch seinen Musikerkollegen Peter Lamprecht kam Hansi erstmals in den Wiener Prater. Dort trat er zunächst gemeinsam mit den »Drei Spezi« auf, später als »Zwei Spezi«. Danach stand er fast 16 Jahren als Solokünstler auf der Bühne im Prater. Im »Weißen Rössl« im Prater und später über viele Jahre in der »Praterschwemme« spielte Hansi regelmäßig vor begeistertem Publikum. Jedes Wochenende pendelte er zwischen Kärnten und Wien. Dort erhielt er schließlich auch jenen Titel, der ihn bis heute begleitet: Praterkönig. »Die Zeit in Wien war wunderschön. Besonders gefreut habe ich mich immer, wenn Leute aus der Heimat in den Prater gekommen sind«, erinnert sich Hansi. 

Sogar das Fernsehen wurde auf den Lavanttaler aufmerksam. ATV widmete ihm im Rahmen der »Pratergeschichten« eine eigene Dokumentation. Die Dreharbeiten waren intensiv. »Manchmal war das Fernsehteam von neun Uhr in der Früh bis Mitternacht bei mir. Sie haben die Auftritte begleitet, und das war natürlich eine riesige Werbung«, erzählt er. Tatsächlich folgten danach zahlreiche Engagements in ganz Österreich.

Der Schulwart, den alle kannten

Neben der Musik führte Hansi jahrzehntelang ein zweites Berufsleben. Der gelernte Maurer arbeitete als Schulwart am Bundesschulzentrum Wolfsberg. Generationen von Schülern kennen ihn aus dieser Zeit. Auch dort war er längst nicht nur der Hausmeister, sondern für viele einfach »der Spezi Hansi«. Bis zu seiner Pensionierung blieb er der Schule treu.

Eigene Lieder

Besonders stolz ist der Musiker auf seine eigenen Kompositionen. Mehr als 60 Lieder stammen mittlerweile aus seiner Feder. Sein bekanntester Titel trägt den klingenden Namen »A Bussal aus Kärnten«. Vom ersten Einfall bis zur fertigen Aufnahme ist es oft ein langer Weg. Unterstützung findet Hansi dabei seit Jahren bei engen Wegbegleitern. »Ohne den Rudi Melcher und Hansi Zwetti  hätte ich viele Erfolge nie gehabt. Mir fällt ein Text oder eine Melodie ein, und beim Arrangement hilft mir Rudi Melcher. Das ist ein sehr guter Mann«, betont er. Im Tonstudio von Zwetti in Poggersdorf entstanden die Aufnahmen, CDs und neue Produktionen.

Neue Heimat im Gasthof Moar

Heute sind die regelmäßigen Wien-Auftritte Vergangenheit. Stattdessen ist Hansi wieder stärker in seiner Heimat präsent. Besonders beliebt ist sein monatlicher »5-Uhr-Tee« im Gasthof Moar in Wolfsberg. Dabei wird eine alte Tradition neu belebt. Die Veranstaltungen sind regelmäßig bestens besucht. Der nächste Auftritt steht bereits fest: Am 17. Oktober spielt Spezi Hansi wieder beim beliebten »5-Uhr-Tee« im Gasthof Moar. Einen Tag später folgt der Kolomonimarkt im Elan-Zelt, gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Gregor Mörth, mit dem er bereits in Wiener Praterzeiten musiziert hat.

Und wie lange wird Spezi Hansi noch auf der Bühne stehen? »Solange die Leute Freude haben und mitsingen, mache ich weiter«, sagt er mit einem Lächeln.

0 Kommentare Kommentieren

Keine Kommentare gefunden!

Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Kommentarbereich prüfen wir alle Beiträge, bevor sie veröffentlicht werden. Ihr Kommentar erscheint, sobald er gesichtet wurde.

Bitte melden Sie sich an, um die Beiträge zu lesen oder zu kommentieren.AnmeldenHier Registrieren