Geduldsfaden ist gerissen: Wolfsberger Anwalt verklagt italienischen Star-DJ Gigi D’AgostinoAusgabe 23 | Mittwoch, 3. Juni 2020

Rechtsanwalt Christian Ragger vertritt eine Agentur, die immer wieder Probleme mit dem bekannten Musiker hatte. Dessen Management stellt gerne unmittelbar vor Auftritten Geldforderungen. Nach abgesagten Konzerten reicht Ragger jetzt Klage ein.

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Wolfsberg, Lugano. »Jetzt wird der Herr die österreichische und Schweizer Mentalität kennenlernen«, sagt der Wolfsberger Rechtsanwalt Christian Ragger. Seine Kanzlei wird eine Klage gegen die Italo-Dance-Legende Gigi D’Agostino einbringen. Laut Ragger beträgt die begehrte Summe stolze 184.000 Euro, befasst wird damit das Gericht im Finanzort Lugano in der Schweiz.

Der Wolfsberger vertritt eine Agentur, die bekannte Künstler vermittelt und die eine Vereinbarung mit dem 52-jährigen gebürtigen Italiener schloss. Nur: Der hat sich nicht daran gehalten ... »Das gesamte Management von Gigi D’Agostino ist kompliziert und arbeitet mit allen Maschen«, sagt Ragger. 

»Das Management von D’Agostino ist kompliziert und arbeitet mit allen Maschen«
Christian Ragger, Rechtsanwalt

So wird etwa kurz vor einem Konzert gesagt, Gigis Name sei irgendwo falsch geschrieben worden und man wolle nun Schadenersatz. Erst wenn die Zahlung geleistet wurde, tritt der DJ, Remixer und Musikproduzent auf die Bühne. So hätte er in München am 5. März – also noch vor der Coronakrise – auftreten sollen. Abgesagt. Weitere Konzerte, die in anderen deutschen Städten angesetzt waren – abgesagt. Auch ein Konzert, das heuer in Kärnten stattfinden sollte, wurde von Gigi gecancelt. Stets stand die Forderung nach weiteren Zahlungen im Hintergrund.

Ragger und seinem Klienten ist mittlerweile der Geduldsfaden gerissen. »Wir sind entschlossen, diesem Verhalten ein Ende zu setzen und werden Gigi D’Agostino verklagen«, sagt der Wolfsberger Rechtsanwalt.

»Wir sind entschlossen, diesem Verhalten ein Ende zu setzen«
Derselbe über den Grund der Klage

Obwohl mit seinen 52 Jahren nicht mehr ganz jung, ist D’Agostino gut im Geschäft. 1967 in Turin als Luigino Celestino Di Agostino geboren, arbeitete er als Maurer, Instandsetzer auf Tennisplätzen und Installateur, ehe er 1986 auf das DJ-Handwerk umsattelte.

Später entwickelte er den Lento-Violento-Stil und mauserte sich zum bedeutenden Interpreten der Italo-Dance-Szene. International bekannt wurde er durch Lieder wie Bla Bla Bla, The Riddle, La Passion und L’Amour Toujours.

Als Logo verwendet D’Agostino ein chinesisches als auch japanisches Schriftzeichen, das er immer bei sich trägt und fast auf jedem CD-Cover und vielen Fan-T-Shirts zu finden ist. Es wird »wŭ« ausgesprochen und bedeutet »der Tanz« oder »tanzen«. Seine »Tanz« will sich Ragger jetzt aber nicht mehr gefallen lassen. Man wird sich wohl vor Gericht wiedersehen.

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