Stefan Salzmann: »Meine Vision: St. Paul soll der schönste Vorort von Graz und Klagenfurt werden«Ausgabe 33 | Mittwoch, 12. August 2020

Seit Freitag ist Stefan Salzmann (37) der neue Bürgermeister von St. Paul. Mit den Unterkärntner Nachrichten sprach er über seinen politischen Werdegang, seine Visionen für St. Paul , seine erste Amtshandlung und über seine persönlichen Stärken und Schwächen.

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Sie wurden am Freitag der Vorwoche als neuer Bürgermeister der Marktgemeinde St. Paul angelobt. Was war das für ein Gefühl für Sie?
Es war ein spannender Moment. Immerhin waren drei Wahlgänge erforderlich und es war bis zum Schluss alles offen. Aber am Ende wählte die FPÖ sich selbst, wie bereits vorher angekündigt, die Liste Zukunft St. Paul und die ÖVP wählten Karin Maier und somit wurde ich im dritten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. Die Angelobung war ein sehr schönes Erlebnis. Es hat mich sehr gefreut, dass auch Landeshauptmann Peter Kaiser und mein Amtsvorgänger Hermann Primus anwesend waren. Es war eine sehr ehrenvolle Veranstaltung.

»Es war ein spannender Moment. Immerhin waren drei Wahlgänge erforderlich«
Stefan Salzmann, Bürgermeister St. Paul

Als Sie in die Politik gingen, war es damals schon Ihr Ziel, irgendwann einmal Bürgermeister zu werden?
Dazu gibt es eine nette Anekdote: 1996 wurde bei der Blütenwanderung im Granitztal als Preis »Ein Tag Bürgermeister von St. Paul« verlost, und ich war damals mit 14 Jahren der glückliche Gewinner. Ich war einen ganzen Tag lang mit Bürgermeister Primus unterwegs. Da habe ich sehr viel kennengelernt und es hat mich sicher inspiriert.

Wann begann Ihre politische Karriere?
2013 trat ich erstmals bei einer Wahl für die SPÖ an. Ich war bei der Nationalratswahl auf der Bezirksliste. 2015 wurde ich schließlich Gemeinderat in St. Paul und Sektionsvorsitzender. Und seit 2019 bin ich Gemeindeparteivorsitzender der SPÖ in St. Paul.

Kam es für Sie überraschend, dass Sie nun Bürgermeister wurden?
Altbürgermeister Primus hat bereits 2019 die Nachfolge geregelt. Als ich die Gemeindepartei übernahm, sollte ich auch der Nachfolger werden. Nur der Zeitpunkt kam für mich überraschend. Ich dachte, Hermann Primus hängt zumindest noch eine halbe Periode an.

»Ich habe Hermann Primus seit Juli zu vielen Terminen begleitet, um mir interne Abläufe zeigen zu lassen«
Derselbe über seine Amtsvorbereitung

Wollten Sie, als Sie in die Politik gingen, bereits Bürgermeister werden?
Bei meinem Einstieg in die Politik war es nicht das erklärte Ziel. Ich wollte einfach mitgestalten. Mit der Zeit hat es sich einfach so entwickelt.

Warum haben Sie sich für die SPÖ entschieden?
Weil ich mich mit den Grundsätzen der SPÖ am besten identifizieren kann. Die Grundsätze entsprechen einfach meiner Überzeugung. 

Da im letzten Jahr vor Gemeinderatswahlen der Bürgermeister vom Gemeinderat gewählt wird und nicht von der Bevölkerung, sprachen die Grünen in Wolfsberg bei der Angelobung des neuen Bürgermeisters von einem monarchistischen Akt, um die Macht zu erhalten. Was sagen Sie zu dieser Aussage?
In St. Paul war das definitiv nicht der Fall. Es gibt ja keine absolute Mehrheit. Ich musste mir das demokratisch erstreiten. Aber ich finde die Regelung grundsätzlich sinnvoll, um den Bürgern weitere Wahlgänge zu ersparen.

Was war Ihre erste Amtshandlung?
Ich habe am Montag alle Mitarbeiter eingeladen und mich persönlich vorgestellt und mir ein Bild verschafft. Ich werde von Anfang an mit den Bürgern und Vereinen unserer Marktgemeinde in Kontakt stehen.

Hat Ihnen Hermann Primus bei der Einarbeitung ins Bürgermeisteramt geholfen?
Bereits seit Mitte Juli habe ich ihn zu vielen Terminen begleitet, auch beim Land, wie zum Beispiel bei der Kabeg, bei Terminen bezüglich der Koralmbahn und vielen mehr,  um mir die internen Abläufe zeigen lassen.

Welche Vision haben Sie für Ihre Gemeinde St. Paul?
Wenn der Koralmtunnel fertig ist, sollte St. Paul der schönste Vorort von Graz und Klagenfurt sein. Mit dem Koralmbahnhof geht es dann für uns auch Richtung Internationalisierung. Und ich möchte die Gemeinde  modernisieren, Stichwort digitale Amtswege.

Wie steht St. Paul aktuell da, durch Corona ist es ja eine besonders herausfordernde Zeit?
Die Zukunftsaussichten sind sehr positiv. Unsere Gemeinde zeichnet sich durch eine hohe Lebensqualität aus, wir besitzen einen wunderschönen Ortskern. Durch die Coronakrise ist natürlich mit hohen Abgängen zu rechnen, die werden wir versuchen abzufedern. Aber ich habe darüber bereits mit Landesrat Daniel Fellner gesprochen. Wir versuchen, ein entsprechendes Paket zu schnüren.

Wo liegen die Stärken und Schwächen von St. Paul?
Stärken sind vor allem die positiven Zukunftsaussichten, bedingt durch den Koralmbahnhof, der ausgezeichnete Bildungsstandort und die regionalen Produzenten und Betriebe, die hohe Lebensqualität und die sehr gut geführte Gemeinde.

Als offene Baustelle würde ich derzeit den Kampf um den Erhalt des Bahnhofs oder entsprechender Verbindungen vom neuen Bahnhof in den Ortskern für die Schüler zählen.

 

Und was sind Ihre Stärken und Schwächen?
Ich habe ein hohes Maß an Disziplin, bin weltoffen, bin für alle Anliegen der Bürger offen, auch parteiübergreifend und gehe immer sehr diplomatisch vor. Eigene Schwächen zu nennen ist schwer. Aber ich würde sagen, dass ich oftmals Dinge zu detailliert angehe und zu viel herum tüftle.

Was machen Sie derzeit beruflich? Werden Sie das Amt des Bürgermeisters hauptberuflich ausüben?
Ich bin gelernter Kfz-Mechaniker, war dann viele Jahre bei Magna und die vergangenen Jahre habe ich für Citroen und Peugeot im Außendienst gearbeitet. Das Bürgermeisteramt werde ich hauptberuflich ausüben, denn ich möchte mich voll und ganz auf diese Aufgabe konzentrieren.

Hermann Primus war Vorsitzender des Schulgemeindeverbands. Werden Sie auch diesen Vorsitz übernehmen?
Ich rücke in die Verbände nach, ob ich dann auch der neue Vorsitzende des Schulgemeindeverbands werde, kann ich noch nicht sagen.

Noch ein wenig Privates. Sind Sie verheiratet?
Nein, ich bin ledig und ich habe keine Kinder.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Ich gehe sehr gerne laufen und radfahren. Ich freue mich schon riesig auf den Mostlandlauf, an dem ich teilnehmen werde, und auf ›Kärnten läuft‹, wo ich ebenfalls am Start sein werde. Lauf-events gibt es heuer coronabedingt leider sehr wenige. Außerdem höre ich sehr gerne  und oft Musik, interessiere mich für Sprachen und habe auch ein großes Interesse an Lateinamerika.

Welche Sprachen sprechen Sie?
Ich spreche natürlich Deutsch und Englisch und daneben noch ein wenig Spanisch und Portugiesisch.

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