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Pumpspeicher St. Georgen: Betreiber ärgern sich über eine Verwechslung Ausgabe 34 | Mittwoch, 19. August 2020

Immer wieder werde das Vorhaben auf der Kärntner Seite der Koralpe mit einem Projekt in der Steiermark gleichgesetzt, heißt es aus dem Unternehmen »econhydro«. Die beiden seien aber nicht vergleichbar.

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St. Georgen. Die Betreiber des Projekts »Pumpspeicher St. Georgen« auf der Kärntner Seite der Koralpe in St. Georgen sind nicht erfreut. Immer wieder wird ihr Vorhaben mit dem Projekt auf der steirischen Seite der Koralm, das von Peter Masser und Alfred Liechtenstein betrieben wird, verwechselt. Axel Schein, Sprecher des Kärntner Unternehmens »econhydro«, das hinter dem »Pumpspeicher St. Georgen«  steht, sagt: »Wir verfolgen ein gänzlich anderes Projekt. Wir stauen kein Gewässer ein und errichten keine Staumauer. Auch ist unser Projekt um mehr als die Hälfte kleiner. Wir haben zudem ganz bewusst die heikle Alpinzone ausgelassen.«

Wie berichtet will »econhydro« um Mehrheitsgesellschafter Dominik Habsburg-Lothringen im sogenannten »Kalten Winkel« ein Pumpspeicherkraftwerk neuester Technologie errichten. Die Finanzierungskosten betragen rund 450 Millionen Euro, Anfang 2026 soll es in Betrieb gehen.

»Wir stauen kein Gewässer ein und errichten auch keine Staumauer«
Axel Schein, Sprecher »econhydro«

 Derzeit sind mehr als 20 Fachgutachter dabei, die Unterlagen für die nötige Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu erarbeiten, wofür ein mittlerer siebenstelliger Euro-Betrag ausgegeben wird. Die Einreichung bei der Behörde ist für Herbst vorgesehen. Danach beginnt das behördliche UVP-Verfahren mit der Prüfung der Unterlagen durch »Spiegelgutachter«. Das UVP-Gesetz sieht die Einbindung der Bevölkerung eigentlich erst nach diesem Schritt vor.

Erstes Treffen des Bürgerbeirats

Trotzdem startete »econhydro« den Dialog mit der örtlichen Bevölkerung bereits 2017. Außerdem wurde von »econhydro« ein Bürgerbeirat unter der Leitung von Vizebürgermeister Markus Wutscher (SPÖ) ins Leben gerufen, dessen erstes Treffen Ende Juni stattfand. Im Zentrum standen dabei die Untersuchungen zum UVP-Fachbereich Wasser, im Detail: Einzugsgebiet, Oberflächenwasser, Grundwasser und Klimawandel. Das nächste Treffen des Beirats, der Bürgeranliegen und Anregungen ins Projekt einbringt, ist im September geplant.

Laut den Betreibern besitzt das  Projekt, das auf dem Grund von Dominik Habsburg-Lothringen umgesetzt werden soll, »besondere Bedeutung«. Es hat nicht nur »zuverlässige Schwarzstartfähigkeit«, was bedeutet, es ist wichtig für die Wiederherstellung der Stromversorgung nach einem Blackout, es soll auch Aufgaben am Strommarkt übernehmen, die immer mehr an Bedeutung gewinnen.

»Energiewende unterstützen«

»Der Bedarf an zusätzlicher Stromspeicherung war in Österreich schon bisher groß. Verschärft wird die Situation durch das Ziel der Bundesregierung, in Österreich bis 2030 nur noch Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu produzieren«,  so »econhydro«. Der Pumpspeicher St. Georgen werde daher die Energiewende zu erneuerbaren Energien unterstützen. Die alpine Zone bleibe weiterhin unberührt, Krafthaus und Wasserwege werden unterirdisch angelegt und statt Staumauern werde es begrünte Schüttdämme geben.

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