Straßensperre: Erneute Demonstration der Lavamünder Bürger für eine mögliche UmfahrungAusgabe 40 | Mittwoch, 30. September 2020

Abermals fand in Lavamünd eine friedliche Demonstration der Bürgerinitiative »Stopp der Verkehrslawine« statt. Sie fordern nach wie vor eine Gesamtumfahrung für den Ort. Vertreter der Landesregierung waren bei der Veranstaltung nicht anwesend.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Werner Gallant, Sprecher der Bürgerinitiative, Serdo Abraham, Gemeinderat von Dravograd, Ärztin Heike Pölz, Gerald Hartmann vom Geopark Karawanken und Lavamünds Tourismusobfrau Bettina Sulzer-Gallant (v. r.) bei der Demonstration am vergangenen Freitag in Lavamünd. Foto: Tripolt

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Lavamünd. »Heute gehört der Marktplatz euch. Gönnen wir uns eine Prise Lebensqualität«, begann  Gerald Hartmann seine Ansprache. Am vergangenen Freitag, 25. September, hat die Bürgerinitiative »Stopp der Verkehrslawine« erneut das Ortszentrum in Lavamünd gesperrt, um sich für eine großräumige Umfahrung einzusetzen. »Die Umfahrung betrifft uns alle, und zu Lasten unserer Gesundheit will das Land Millionen sparen. Wir in Lavamünd wissen nur zu gut, dass sich Wasser und Verkehr immer den kürzesten Weg suchen. Auch eine Autobahn ändert nichts daran«, so Hartmann. Gemeint ist eine mögliche Schnellstraße in Slowenien nach Bleiburg.

1.400 Lkw pro Tag
Den ersten Aufschrei, was den Verkehr in Lavamünd betrifft, gab es laut Hartmann im Jahr 2002: »Damals waren es 200 Lkw am Tag, die durch Lavamünd gefahren sind. Heute sind es 1.200, zu Spitzenzeiten sogar 1.400. Der Bahnhof St. Paul wird für uns eine Entwicklung ermöglichen, aber auch neuen Verkehr anziehen. Was wir heute kennen, ist noch nicht alles. Uns erwartet noch viel mehr.« Der Gesamtverkehr in Lavamünd beträgt täglich 6.500 Fahrzeuge – 1.200 davon sind Lkw.

»Ich bin enttäuscht, dass vom Land keiner gekommen ist. Weder Landeshauptmann Peter Kaiser noch Landesrat Martin Gruber sind unserer Einladung gefolgt«, begann Sprecher Werner Gallant seine Rede, in der er die Anwesenden informierte, dass es kürzlich ein Gespräch mit Landesrat Gruber (ÖVP) gegeben hatte, die Standpunkte aber sehr unterschiedlich seien. »Es war hoffentlich ein erster Schritt. Aber wir haben die Nasen voll, haben es satt, um 4 Uhr vom Lkw geweckt zu werden. Die Menschen haben ein Recht, ohne Lärmbelästigung hier zu leben. Ich ersuche Gruber so schnell wie möglich um eine zukunftsorientierte Verkehrslösung.«

Auch Ärztin Heike Pölz übte scharfe Kritik an der Landesregierung: »Irgendwann platzt auch mir der Kragen. Kinder in meiner Ordination müssen vermehrt gegen Asthma behandelt werden und haben mit Hörstörungen zu kämpfen. Die Belastung ist bei uns höher als in anderen Gemeinden. Wir werden wahrscheinlich noch öfter hier stehen müssen. Und jedes Mal gibt es mehr Erkrankte, weil nichts unternommen wird.«

Keine Lösung stellt für Gallant eine mögliche kleinräumige Umfahrung dar, da so nur das Zentrum entlastet, dafür aber umliegende Bereiche zusätzlich belastet würden.

Zwei Tage vor der Demonstration präsentierte LR Gruber Lösungsvorschläge für kleinräumige Umfahrungsvarianten. Die Kosten für diese Varianten würden jeweils zwischen acht und zehn Millionen Euro  betragen. »Ich bin bereit, diese Mittel für Lavamünd in die Hand zu nehmen, aber es ist nun Aufgabe der Gemeinde, die Entscheidung für eine dieser kleinräumigen Varianten herbeizuführen, hinter der die Bevölkerung dann auch klar steht«, betont der Straßenbaureferent.

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