Proteste gegen Direktorbesetzung an der HLWAusgabe 32 | Mittwoch, 5. August 2020

Ende des Schuljahrs 2019/20 endete die 18-jährige Ära von Direktor Franz Josef Loibnegger an der HLW Wolfsberg. Die Nachbesetzung sorgt nun für Ärger: Zunächst wurde Judith Schöler als Leiterin präsentiert, nun wird aber HAK-Direktor Veidl das Amt übernehmen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Gehörigen Zoff gibt es an der HLW Wolfsberg. Judith Schöler, die ursprünglich die provisorische Leitung der Schule übernehmen hätte sollen, wurde wenige Tage nach ihrer Präsentation als Leiterin abberufen. Nun wird HAK-Direktor Gerhard Veidl die provisorische Leitung der HLW übernehmen. Foto: UN/much

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Wolfsberg. Mit Ende des Schuljahrs 2019/20 ging Franz Josef Loibnegger nach 18 Jahren als Schulleiter der HLW Wolfsberg in den Ruhestand. Als provisorische Leiterin wurde Judith Schöler bestimmt. Sie unterrichtet an der Schule Betriebs- und Volkswirtschaft, Rechnungswesen, Angewandte Informatik, ECDL, ist Bildungsberaterin und gehört der Qualitätsmanagement-Steuergruppe an. Doch nur wenige Tage nach ihrer Präsentation als Nachfolgerin wurde die Ernennung von Schöler wieder zurückgezogen. Nun soll HAK-Direktor Gerhard Veidl auch provisorischer Leiter der HLW werden, was einzigartig wäre, denn einen Direktor für zwei Schulen gab es bislang noch nie. Begründet wird die Entscheidung  von Seiten der Bildungsdirektion Kärnten damit, dass HAK und HLW Wirtschaftsschulen sind und ab März 2022 daraus ein Schulcluster mit einem Direktor werden soll. 

Dafür gibt es eine zwölfmonatige Meinungsbildungsphase an den beteiligten Schulen, die danach entscheiden, ob ein Cluster gebildet werden sollte oder nicht. In Wolfsberg wollte man im März 2020 mit der Meinungsbildungsphase starten. Coronabedingt musste der Start aber auf September verschoben werden, wodurch eine einjährige Phase nicht mehr garantiert gewesen wäre. Nach Ansuchen der HLW wurde die Meinungsbildungsphase neu festgesetzt und zwar von März 2021 bis März 2022. Laut Bildungsdirektion haben sich dadurch die Rahmenbedingungen geändert und man wollte einen Schulleiter mit Erfahrung für die provisorische Leitung der HLW – und den habe man in Gerhard Veidl gefunden.

Lehrerkollegium verärgert

Die Abberufung von Schöler und eine doppelte Leiterfunktion für Veidl stößt beim Lehrerkollegium an der HLW auf wenig Verständnis.  

Die Personalvertreter an der HLW Wolfsberg, Harald Huber und Christine Domaingo, fürchten um den Erhalt der Schulqualität, vor allem, da die Entscheidung sehr kurzfristig getroffen wurde und eine geordnete Übergabe kaum möglich sei. Auch der Umgang mit Schöler durch die Bildungsdirektion wird kritisiert. 

Die Personalvertreter schreibt in einer Aussendung: »Die Begründung für ihre Abberufung überzeugt nicht, denn ein neuer Zeitplan für die Clusterung ändert schließlich nichts an der Eignung von Frau Mag. Schöler als provisorische Leiterin der HLW. Diese kann auf die volle Unterstützung der HLW-Schulgemeinschaft zählen. Sie ist seit Jahren an der HLW als Bildungsberaterin und im Qualitätsteam tätig und daher mit dem humanberuflichen Schultyp und seinen Besonderheiten in der Organisation bestens vertraut.« Durch ihre jahrelange Mitarbeit in den Leitungsgremien der Schule und zahlreiche Zusatzausbildungen besitze sie alle nötigen Qualifikationen und das nötige Engagement, um die Leitung dieser Schule bis zur offiziellen Ausschreibung der Leiterfunktion zu übernehmen. Bei bevorstehenden Entscheidungen bezüglich des von der Bildungsdirektion gewünschten Clusterprozesses wäre es der Wunsch der HLW gewesen, in Augenhöhe mit der HAK langfristige Lösungen zu erarbeiten, um so das Beste aus diesen doch sehr unterschiedlichen Schultypen für die Zukunft zu bewahren und die Vielfalt des Bildungsangebots am Standort Wolfsberg sicherzustellen.

»Erschüttert«

Die Personalvertretung: »Das braucht die Kooperation von Verantwortlichen, die Einblick in die Besonderheiten der jeweiligen Schulorganisation haben. Die gesamte Schulgemeinschaft der HLW ist über die willkürliche Vorgehensweise der Bildungsdirektion erschüttert.«

Die Unterkärntner Nachrichten erreichten in diesem Zusammenhang einige Leserbriefe, diese finden Sie in der aktuellen Printausgabe der Unterkärntner Nachrichten.

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