In Bad St. Leonhard geht ein tierischer Schuhdieb um: Fuchs macht sich mit Fußbekleidung davon Ausgabe 47 | Mittwoch, 18. November 2020

Immer wieder fehlten in Schiefling einzelne Schuhe – auch bei Marlies Walzl. Sie machte sich auf die Suche und fand das teure Stück in 500 Metern Entfernung. Es stellte sich heraus, dass bei weiteren Häusern Schuhe weg waren. Fuchs wurde als »Täter« identifiziert.

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Bad St. Leonhard. Ist es der Geruch? Oder das Material, das sich angenehm zwischen den Zähnen anfüllt? Fest steht, in Schiefling in der Gemeinde Bad St. Leonhard können mehrere Haushalte das bekannte Lied mit neuem Text singen. Nämlich: »Fuchs, du hast den Schuh gestohlen, gib ihn wieder her ...« Fußbekleidung sollte dort nicht im Freien gelassen werden, denn ein Fuchs hat es auf Schuhe abgesehen.

»Erst hatte ich einen Hund im Verdacht. Dann kamen wir drauf, dass es ein Fuchs ist«
Marlies Walzl, »Opfer« des Schuhdiebs

»Erst habe ich mich gewundert, dass immer nur ein Schuh fehlte«, erzählt Marlies Walzl aus Schiefling, ein »Opfer« des tierischen Diebs. Laut Walzl begannen die seltsamen Vorgänge vor rund drei Monaten. »Dann war eines Tages ein neuer, teurer Schuh verschwunden. Ein altes Paar daneben war noch da. Ich ging ihn suchen und fand ihn etwa 500 Meter entfernt. Unterwegs sah ich auch einen Schlapf, der einem Nachbarn gehörte.«

Sie unterhielt sich über die kuriosen Vorgänge mit einem Landwirt, der erzählte, auch er hätte beim Mähen drei einzelne Schuhe entdeckt: Turnschuhe, Pantoffel, Flipflops, eine bunte Mischung. »Ich hatte erst einen Hund im Verdacht. Dann kamen wir dahinter, dass es wohl ein Fuchs sein muss«, sagt Walzl. Das wurde schließlich von einem Jäger bestätigt: Er hatte die für Meister Reineke typische Losung entdeckt. 

Interessanterweise waren die wieder gefundenen Schuhe nicht zerkaut. Der Fuchs »sammelt« sie lediglich ein und trägt sie davon. Nach einer Weile verliert er die Freude daran und lässt sie achtlos liegen.

»Nein, er soll nicht getötet werden. Wir lassen einfach keine Schuhem mehr draußen«
Dieselbe zu den Konsequenzen der Taten

Laut Walzl wurden in ihrer Umgebung sieben Haushalte zu »Opfern« des befellten Schuhfetischisten. Auf der Internetplattform Facebook machte sie den Fall öffentlich. Die Schieflingerin, selbst Jägerin, möchte nicht, dass der Fuchs für seine Vorliebe mit dem Leben bezahlen muss: »Nein, er soll nicht getötet werden. Wir stellen unsere Schuhe jetzt nicht mehr ins Freie, damit ist das Problem gelöst.« Auch die Nachbarn verfolgen diese Strategie. 

Dass Füchse »heiß« auf Fußbekleidung sind, kommt öfter vor. In Zehlendorf in der deutschen Hauptstadt Berlin stahl im Sommer ein Fuchs rund 100 Schuhe – vom edlen Lederschuh bis zu Badelatschen aus Plastik. Ein betroffener Anwohner forschte nach und entdeckte eine ganze Schuhsammlung auf einem angrenzenden Feld. Als er dazu ein Beweisfoto des Fuchses mit einem Paar blauer Flipflops im Maul schießen konnte, wurde das Tier zur lokalen Berühmtheit – und bekam ein eigenes Twitter-Profil: »Der_Schuhklau_Fuchs«.

Jäger meinen, es sei das Material und der Geruch, das die Tiere anzieht: Leder sei nichts anderes als ein totes Tier. Da der Fuchs ein Aasfresser ist, kann er nicht widerstehen. Bei Schuhen aus Kunststoff sollen sich die Tiere am Schweißgeruch und den enthaltenen Salzen begeistern. Jeder nach seinem Geschmack ...

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