»Ich tue, was die Diözese von mir wünscht« – Bangen um den St. Gertrauder Vikar John MeritAusgabe 46 | Mittwoch, 13. November 2019

Das Wirken des katholischen Priesters mit indischen Wurzeln in der Gemeinde könnte bald zu Ende sein. Entsprechende Gerüchte machen zurzeit die Runde. »Auch ich werde darauf angesprochen, ich weiß aber nicht, was passieren wird«, sagt der Geistliche.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Vikar John Merit »übersiedelte« erst im vergangenen Oktober nach St. Gertraud, jetzt könnte seine Zeit dort schon wieder enden. Sein Dekret wurde bereits bis Ende des Jahres verlängert, wie es weiter geht, weiß zum jetzigen Zeitpunkt niemand. Auch der Geistliche nicht, wie er im Gespräch mit den Unterkärntner Nachrichten sagt. Foto: Klinger

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Frantschach-St. Gertraud. Erst im Oktober 2018 wechselte er von der Pfarre St. Hemma in Klagenfurt ins Lavanttal. Jetzt gehen Gerüchte in Frantschach-St. Gertraud um, die Zeit des aus Indien stammenden Vikar John Merit könnte schon wieder vorüber sein und damit St. Gertraud, Prebl und Kamp ihren Vikar verlieren. Unbegründet ist das nicht, ist die Berufung Merits doch auf ein Jahr befristet – und wurde mittlerweile bis Jahresende verlängert.

»Auch ich werde darauf von den Menschen angesprochen, ich weiß aber nicht, was passieren wird«, sagt Merit im Gespräch mit den Unterkärntner Nachrichten. »Mein Dekret läuft bis Ende Dezember, mehr kann ich dazu nicht sagen.« Auf die Frage, ob er an seiner derzeitigen Wirkungsstätte bleiben will, sagt der katholische Geistliche: »Was die Diözese von mir wünscht, das tue ich. Es liegt nicht an mir. Vielleicht muss ich weiter.«

Auch Angela Loike, Obfrau des Pfarrgemeinderats von St. Gertraud, kennt die Gerüchte. »Ich bestätige sie aber nicht«, so Loike, »ich weiß nichts.« Laut ihr steht keineswegs fest, dass Merit die Gemeinde verlässt: »Seine Berufung hätte schließlich bereits geendet und wurde verlängert. Die Leute verstehen das falsch.«

Der auch für dieses Gebiet zuständige Wolfsberger Provisor Christoph Kranitzky sagt: »Der Dienst von John Merit als Vikar in St. Gertraud, Prebl und Kamp ist bis Ende des Jahres befristet. Er ist eine große Unterstützung, ich bin dankbar für seine Tätigkeit, die er mit Eifer und Liebe erfüllt. Die Entscheidung über seine Zukunft liegt aber allein beim Ordinariat in Klagenfurt.«

Freundlich, aber kurz

Dort erreichten die Unterkärntner Nachrichten den zuständigen Ordinariatskanzler Jakob Ibounig, der sehr freundlich, aber kurz diese Auskunft erteilte: »Wenn es eine Entscheidung gibt, erfährt sie Vikar Merit als Erster.« Weiteres Nachbohren trug keine Früchte.

Merit ist mit den Kärntner Gepflogenheiten ausgezeichnet vertraut, blickt er doch auf neun Jahre pastoralen Einsatz in der Diözese zurück. Mit 1. Februar 2018 wurde er von seinem Heimatbischof zur persönlichen geistlichen Erneuerung zurückgerufen, im Oktober des Vorjahres kehrte er zurück.

»Wenn es eine Entscheidung gibt, erfährt sie John Merit als Erster.«
Jakob Ibounig, Kärntner Ordinariatskanzler

Der katholische Glaube ist in Merits Familie tief verwurzelt. Bereits sein Großonkel übte das Amt eines Bischofs aus. Der Vikar selbst spricht zwölf Sprachen, legte im zarten Alter von 15 Jahren die Matura ab und konzentrierte sich auf die Missionierung, ehe er in Rom sein Doktorat machte. Später lud ihn ein Bekannter nach Kärnten ein, wo es ihm so gut gefiel, dass er blieb. Seit 2008 ist er Teil der Diözese Gurk und wurde in mehreren Pfarren eingesetzt: Völkermarkt, St. Stefan bei Niedertrixen, Bad Kleinkirchheim, St. Hemma sowie zuletzt in St. Gertraud.

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