Bürgerinitiative für ein windradfreies Lavanttal kämpft gegen Windkrafträder auf der KoralmAusgabe 38 | Mittwoch, 16. September 2020

Die Pläne, auf der Koralpe Windkrafträder aufzustellen, stößt vielen Lavanttalern sauer auf. Robert Gritsch hat kürzlich eine Bürgerinitiave gegründet, mit der er dagegen auftritt und die Pläne vereiteln will. Windkrafträder auf der Koralpe sind für ihn ein no-go.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Robert Gritsch demonstriert die Dimensionen von Windkrafträdern. Am von ihm gezeigten Foto sind zwei Windkrafträder im Verhältnis zur Goldhaube und zu einer typischen Dorfkirche. Foto: UN/much

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Wolfsberg. Bereits im Vorjahr kämpfte der Wolfsberger Robert Gritsch mit einer Onlinepetition gegen Windkrafträder auf der Koralm. Diese ist aber mangels Unterstützung im Sand verlaufen. Im Juni hat der Wolfsberger gemeinsam mit weiteren Gegner der Windkraft auf der Koralpe die »Bürgerinitiative für ein windradfreies Lavanttal« gegründet. »Wir sind nicht gegen den Ausbau erneuerbarer Energie, aber auf den Lavanttaler Bergen haben Windräder nichts verloren«, meint Gritsch, der Sprecher der Bürgerinitiative und sagt weiter: »Man muss abwägen, was es wert ist, Windkrafträder aufzustellen. Und die Koralm damit zuzupflastern für ein paar Megawatt Strom, ist es definitiv nicht wert.«

»Wir sind nicht alleine, es gibt sehr viele Organisationen, die uns unterstützen«
Robert Gritsch, Sprecher Bürgerinitiative

Mit der Bürgerinitiative wurden im Juni 590 Unterstützungserklärungen gesammelt, wodurch man nun Parteistellung in der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erlangt hat und damit dort die Einwände vorbringen kann. Konkret geht es derzeit um den Windpark Bärofen, bei dem die UVP im Herbst zu erwarten ist. Gritsch stellt die Frage: »Wollen wir die Koralpe mit 50 Windrädern auf Kärntner Seite und noch einmal so vielen auf der steirischen Seite zupflastern?« Er kritisiert, dass Kärnten bereits zu 100 Prozent mit erneuerbaren Strom versorgt werden kann. »Wenn wir noch mehr Strom produzieren, dient das nur der gesamtösterreichischen Energiebilanz«, ärgert sich Gritsch. Außerdem weist er darauf hin, dass Windkraft nicht jederzeit Strom liefert und damit das Stromnetz Schwankungen unterworfen ist.

»Windkraftanlagen auf Bergen sind für uns keine gut sichtbaren Zeichen einer zukunftsorientierten Energieversorgung, sondern Mahnmale der Gier, Rücksichtslosigkeit und Maßlosigkeit«, so Gritsch. Er möchte auch die Kärntner Umweltlandesrätin Julia Schaar (SPÖ) in die Pflicht nehmen. Schaar habe einmal gemeint, dass Kärnten über ein einmaliges Landschaftsbild und ein vielfältige Natur- und Kulturlandschaften verfüge, die man für die kommenden Generationen erhalten müsse. Das erwarte sich Gritsch nun von der Landesrätin oder »gilt das für die Koralpe nicht?«

Gritsch und die Bürgerinitiative werden alle Mittel ausschöpfen, um die Windkrafträder auf der Koralm zu verhindern. »Es ist schon auch interessant, dass bei der UVP die Behörde den Vorsitz hat, die die Windkraftansinnen vorantreibt. Aber wir gehen trotzdem rein.« Es sei dies der notwendige erste Schritt. Sollte dieser nicht von Erfolg gekrönt sein, werde man sich an die nächste Instanz wenden. »Wir sind nicht alleine, es gibt viele Organisationen, die uns unterstützen, wie die Alliance for Nature, Birdlife Kärnten, Protect, die Kärntner Jägerschaft und der Österreichische Alpenverein«, gibt Gritsch die Hoffnung nicht auf, Windparks auf der Koralpe doch noch verhindern zu können. 

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